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Ein kleines Jubiläum in Sensburg

5. Sommerolympiade der deutschen Jugend im südlichen Ostpreußen
Stolze Teilnehmer: Siegerehrung

Vom 23. bis 25. Juni traf sich die Jugend der deutschen Volksgruppe in Ermland und Masuren zur inzwischen bereits fünften Sommerolympiade. Sie fand wie im Vorjahr in Sensburg im Erholungszentrum „Polonez“ am Schwarzsee statt.

Gekommen waren 70 Personen aus neun deutschen Gesellschaften der Region. Die letzte Schulglocke war gerade verstummt, da ging es für viele Jugendliche der Deutschen Minderheit bereits auf den ersten Ausflug der Sommerferien. Der größte Teil der Teilnehmer an der fünften Sommerolympiade der deutschen Jugend in Ermland und Masuren geht noch zur Schule, doch einige Studenten fanden gleichfalls den Weg nach Sensburg. Am Freitag gab es  neben dem Kennenlernen neuer Gesichter Wiedersehensfreude bei Sportlern, die ihre Kräfte schon ein- oder mehrmals miteinander gemessen hatten.
Diese sportliche Konkurrenz ist ein Aspekt der Sommerolympiade, wesentlich ist aber auch das Miteinander während des Wo-chenendes. Dazu gehört die Eröffnungszeremonie, die wie bei der großen Olympiade den feierlichen Rahmen für das gemeinsame Sportfest bietet – mit olympischer Fahne, olympischem Feuer und dem Eid der Wettkämpfer und Schiedsrichter. Gekommen waren dazu in diesem Jahr die Schirmherrin der Veranstaltung, Sensburgs Bürgermeisterin Otolia Siemieniec, und als Vertreter des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren Vorstandsmitglied Leon Kuck, der Vorsitzende der Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Hohenstein.
Dann stand das Pflichtprogramm für die Teilnehmer auf der Tagesordnung, der Dreikampf aus 60-Meter-Lauf, Weitspringen und Kugelstoßen. Immer wieder wanderte der Blick zum grau verhangenen Himmel, doch das Wetter blieb den ganzen Sonnabend trocken. Die angenehmen Bedingungen spornten die jungen Sportler ebenso an wie die Siegchancen.
Marek Kuhn aus Wolfsdorf bei Guttstadt, inzwischen Student in Allenstein, freute sich wie im Vorjahr über den zweiten Platz: „Ich hatte zwar gehofft, dass es diesmal reicht, aber Kamil Komorowski war im Weitsprung einfach zu gut.“ Ob sich seine Leistung im Vergleich zu 2016 verbessert hat, konnte er aber nicht sagen: „Vor einem Jahr gab es andere Disziplinen, etwa Medizinballwerfen und Bankspringen, das lässt sich nicht vergleichen.“
Die zusätzlich angebotenen Disziplinen umfassten vor der Mittagspause Korbwurf und Beachvolleyball. Am frühen Nachmittag gab es dann eine Premiere – der erste Schwimmwettbewerb der Olympiade. Trotz der wenig einladenden Temperatur wagten einige Mädchen und Jungen den Sprung ins Wasser am Bootssteg und wurden von dort aus frenetisch bejubelt. Deutlich mehr Interesse unter den Teilnehmern fanden Bogenschießen und Pfeile werfen (Darts); das Angebot, im Tennis einen Pokal zu erobern, wurde hingegen fast nicht wahrgenommen.
Dann kam für viele der große Moment, die Verleihung von Medaillen oder Pokalen. Doch auch diejenigen, bei denen es nicht für einen Platz auf dem Podest gereicht hat, waren sehr zufrieden. Dagmara Choszczyk aus Ortelsburg etwa kam nicht nur wegen des Sports: „Ich wusste auch vorher, dass hier feine Leute sind.“ Ähnlich sah es Maks Michalzik aus Rastenburg: „Bei der Aufteilung in die Altersgruppen Senioren und Junioren hatte ich etwas Hoffnung, aber auch so ist es toll hier.“
Das hört Edyta Gładkowska, die Vertreterin der Landsmannschaft Ostpreußen in Allenstein und Organisatorin der Sommerolympiade, natürlich genauso gern wie ihr eingespieltes Organisationsteam: Waldemar Cybul, der den sportlichen Teil übernimmt, Monika Krzenzek vom zweiten Organisator, dem Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, sowie Karol Czerwinski vom Sensburger Verein „Bärentatze“ und Arkadiusz Leska vom Verein „Heimat“ in Ortelsburg, der Erfinder der Veranstaltung.
Auch der Ort der Sommerolympiade wurde wegen der umfangreichen Möglichkeiten gelobt. Trotzdem galt es am Sonntag, die Teilnehmer von dort wegzulocken. Der heimatkundliche Teil der Olympiade fand diesmal nämlich in der „Mazurka chata“, dem Regionalmuseum von Krystyna Dickti in Zondern, statt. Lebendige Geschichte an Hand der dort gesammelten Gebrauchsgegenstände und der Erzählungen der Gastgeberin brachte den jungen Menschen näher, wie der Alltag früher in ihrer Heimatregion ausgesehen hat. Mit einem Quiz zum Wissen über das Erfahrene endete die Sommerolympiade 2017.
Konkrete Pläne für das nächste Jahr gibt es noch nicht, Arkadiusz Leska hat aber einen Vorschlag zu bieten: „Uns würde Osterode locken, wo gerade das neue Leichtathletikstadion eingeweiht wurde.“ Ob das umsetzbar ist, hängt unter anderem von den finanziellen Mitteln ab. Für die diesjährige Ausgabe geht der Dank von Organisatoren und Sportlern dafür an das polnische Ministerium für Inneres und Verwaltung, das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig, die Landsmannschaft Ostpreußen, den Bund Junges Ostpreußen, den Landtag der Woi-wodschaft Ermland-Masuren und die Stadt Sensburg.
    Uwe Hahnkamp

Veröffentlicht am 12.07.2017
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