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Laudatio für Heinz Scheffler

Die Landsmannschaft Ostpreußen verleiht das Goldene Ehrenzeichen
Heinz Scheffler mit seinem Buch Bild: privat

Heinz Scheffler wurde am 24. März 1928 in Rhein, Kreis Lötzen, in Ostpreußen als Sohn von Emil und Emilie Scheffler geboren. 1935 zog die Familie nach Königsberg um. Seine glückliche Kindheit endete jäh, als Heinz Scheffler mit 16 Jahren im August 1944 die beiden verheerenden britischen Bombenangriffe auf die ostpreußische Hauptstadt erlebte und als Kradmelder bei der Polizei eingesetzt wurde.
Im Januar 1945 führte die russische Großoffensive zu einer Einkesselung der Provinz Ostpreußen. Als Reserveoffizieranwärter hat Scheffler ab Januar 1945 Königsberg verteidigt. Nach der Kapitulation des Festungskommandanten Lasch am 9. April geriet er am 17. April 1945 in russische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung im November 1948 ging er nach Bad Urach.
1951 gehörte Heinz Scheffler zusammen mit seiner Mutter zu den Gründungsmitgliedern der Ortsgruppe der Ostpreußen in Bad Urach. In dieser Zeit besuchte er das „Staatliche Technikum für Textilindustrie“ in Reutlingen und legte im Juli 1952 die Prüfung zum Textil-Techniker ab. Bis 1963 arbeitete er in verschiedenen Webereien als Webmeister. Nach dem Niedergang der Textilindustrie wechselte er in die Metallindustrie und trat 1965 in der Robert-Bosch-GmbH, Geschäftsbereich Junkers, Werk Neckartenzlingen, als Sachbearbeiter in der Auftragsbearbeitung ein. Später arbeitete er als Koordinator und war verantwortlich für die gesamte Materialwirtschaft des Werks mit bis zu 700 Mitarbeitern. Im März 1992 wurde das Werk geschlossen und Scheffler ging in den wohlverdienten Ruhestand.
Heinz Scheffler ist seit dem 28. August 1954 mit seiner Frau Ilse, geb. Ernst, aus Metzingen verheiratet. Tochter Karin Scheffler wurde am 23. Juli 1955 geboren. Beruflich und familiär bedingt erfolgte 1954 der Umzug von Bad Urach nach Metzingen, wo Heinz Scheffler zahlreiche Ehrenämter ausübte: von 1956 bis 1998 hatte er bei der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) verschiedene Ämter inne, unter anderem Bezirksrevisor im Bezirk Neckar-Alb, Vorstandsmitglied in der Metzinger und Ermstal-Ortsgruppe und Mitglied im Bezirksvorstand. In der Zeit von 1973 bis 1993 wirkte er als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht in Stuttgart.
Im Jahre 1991 nahm Heinz Scheffler Kontakt zur Metzinger Landsmannschaft auf. Während einer Ostpreußenreise besuchte er gemeinsam mit seiner Frau auch die Geburtsstadt Rhein. 1992 trat er in die Metzinger Ortsgruppe der Ost-, Westpreußen und Pommern ein. Drei Jahre später organisierte Scheffler selbst eine Ostpreußen-Reise mit dem damaligen Vorsitzenden. 1996 wurde er in den Vorstand als Beisitzer, später als 2. Vorsitzender gewählt, um im Jahre 2000, nach dem Tod des Vorsitzenden, kommissarisch die Leitung des Vereins zu übernehmen. Im gleichen Jahr organisierte er eine zweite Reise in das süd- und nördliche Ostpreußen. 2002 wurde Heinz Scheffler zum 1. Vorsitzenden der Ostpreußengruppe gewählt. Dieses Amt übt er bis heute aus.
2005 organisierte er eine dritte Ostpreußenreise zur 750-Jahr-Feier der Stadt Königsberg mit 40 Personen, unter ihnen Metzinger Schwaben. Auch in den folgenden Jahren hat er etliche Reisen in seine Heimat veranstaltet. 2010 organisierte Heinz Scheffler die
60-Jahr-Feier der Landsmannschaft mit Oberbürgermeister und Stadträten und 2015 die 65-Jahr-Feier mit Oberbürgermeister, Stadträten und Gästen. Im gleichen Jahr fand eine Veranstaltung zum 70-jährigen Kriegsende – Gedenkfeier am 8. Mai – mit Oberbürgermeister Fiedler am Gedenkstein der Heimatvertriebenen statt. Zudem konnte Scheffler seine Kriegserlebnisse „Als Sechzehnjähriger in den Krieg! Erinnerung eines Königsbergers an die Jahre 1944 bis 1948“ veröffentlichen.
Die Pressearbeit der Ostpreußengruppe wurde während seiner Amtszeit dank der guten Zusammenarbeit mit Gerda Haushalter wesentlich verbessert, sodass zahlreiche Gäste, regelmäßig auch der Oberbürgermeister, insbesondere am Herbstfest, Totengedenken am Gedenkstein der Heimatvertriebenen und am Weihnachtsfest teilnehmen. In den 18 Jahren seit seinem Amtsantritt gab es viele Aktivitäten unter Schefflers Vorsitz. Er betont stets, dass er zusammen mit seinem Vorstand ein gutes Team bilde. Leider musste die Volkstanzgruppe aus Altersgründen aufgelöst werden. Sie war das Aushängeschild der Metzinger Lands-mannschaft und trat nicht nur in ihrer Heimatstadt, sondern in ganz Baden-Württemberg und  anderen Bundesländern auf.
Für seine vielfältigen Aktivitäten wurde Heinz Scheffler mehrfach ausgezeichnet: Im September 1944 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse für seinen siebentägigen Einsatz als 16-Jähriger während der Luftangriffe der Briten im August 1944 auf Königsberg als Kradmelder bei der Polizei. 1995 wurde er vom Land Baden-Württemberg mit der Landesehrennadel für 20-jährige ehrenamtliche Tätigkeit am Arbeitsgericht in Stuttgart ausgezeichnet. 2006 erhielt er das Silberne Dankabzeichen und zwei Jahre später das Goldene Ehrenzeichen der Landsmannschaft Ostpreußen Baden-Württemberg. Das Silberne Ehrenzeichen der Bundeslandsmannschaft Ostpreußen wurde Scheffler im Jahre 2010 verliehen.
In Würdigung seiner außergewöhnlichen Leistungen und seines vielfältigen Einsatzes für Ostpreußen verleiht die Landsmannschaft Ostpreußen Herrn Heinz Scheffler das Goldene Ehrenzeichen.
    Uta Lüttich

Veröffentlicht am 25.04.2018
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