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»Siehe das Wunder!«

Sonderschau über Herzog Albrecht im Kulturzentrum Ostpreußen
Marco Wachtel, hier beim Eröffnungsvortrag, hat die umfangreichste Austellung über Albrecht und die Reformation im Jubiläumsjahr zusammengestellt Bild: Fritsche

Albrecht von Brandenburg-Ansbach und die Reformation im Preußenland“ – dieses wenig bekannte Kapitel zum Thema 500 Jahre Reformation wird nun in einer eigenen Sonderschau im Kulturzentrum Ostpreußen im bayerischen Deutschordensschloss in Ellingen behandelt.
Im Zentrum steht dabei das Leben und Wirken des am 17. Mai 1490 in Ansbach geborenen Markgrafen Albrecht. Bereits 1511 wählte der Deutsche Orden den 21-Jährigen zum 37. Hochmeister. 1522 wurde Albrecht während der Religionskämpfe in Nürnberg von Andreas Osiander aus Gunzenhausen für die Gedanken der Reformation gewonnen. Nach Kämpfen mit den polnischen Nachbarn huldigte er im April 1525 in Krakau seinem Onkel, dem polnischen König Sigismund I., und erhielt als erbliches Lehen den Ordensstaat in Preußen. Auf Luthers Rat entschloss er sich, den Deutschordensstaat in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln und dort die Reformation einzuführen. Er regierte das Land als Herzog Albrecht in Preußen von Königsberg aus.
Der neue evangelische Glauben, seine wichtigsten Protagonisten vor Ort und die Folgen der Reformation für Menschen und Gesellschaft sind in dieser Ausstellung, die bis zum 10. September 2017 läuft, anschaulich beleuchtet, wobei das Wirken der fränkischen Reformatoren im Preußenland wie etwa das des Andreas Osiander ausführlich dargestellt wird. Zahlreiche bisher wenig bekannte Bildzeugnisse sowie aussagekräftige Dokumente werden präsentiert, wobei das Staatsarchiv Nürnberg, das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin sowie das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg wichtige Leihgeber für diese Ausstellungstücke sind.
„Siehe das Wunder! In voller Fahrt und mit prallen Segeln eilt das Evangelium nach Preußen!“ – unter dieses 1525 von Martin Luther geschriebene Motto stellte der evangelische Pfarrer Lorenz Grimoni aus Duisburg seinen Einführungsvortrag. Der stellvertretende Vorsitzende der Stadtgemeinschaft Königsberg wurde 1939 in Freystadt in Westpreußen als Kind Königsberger Eltern geboren und kam 1945 nach Westdeutschland. Grimoni schilderte die 300-jährige Geschichte des Deutschordenslandes und zählte vor allem die tatkräftigen Entscheidungen Albrechts auf, die für das Land zwischen Weichsel und Memel von einschneidender Bedeutung waren. Darunter fielen 1544 die Gründung der Königsberger Universität und der Aufbau einer komplett neuen, flächendeckenden Kirchenverwaltung. „Preußen war das erste evangelische Land der Welt“, stellte der Träger der Mercator-Ehrennadel für bürgerschaftliches Engagement der Stadt Duisburg als Fazit fest.
Wolfgang Freyberg, der Direktor des Kulturzentrums, versprach den Besuchern ein besonderes Erlebnis, da die Ausstellung über Herzog Albrecht und die Reformation die umfangreichste zu dieser Thematik im Jubiläumsjahr zur Reformation sei. Er begrüßte besonders Peter Bräunlein aus Ansbach, der maßgeblich dafür gekämpft hatte, dass dieser bedeutenden Persönlichkeit nun ein Denkmal in seiner Geburtsstadt gewidmet wurde und bemerkte, dass die Ausstellung im November in Ansbach zu sehen sein wird. Ein Begleitheft zur Bedeutung Königsbergs als Ort der Reformation liege ebenfalls vor, so der Direktor.
Anschließend führte der Kurator der Ausstellung, Marco Wachtel, die Besucher durch die Ausstellung und erläuterte die wichtigsten Exponate. Wachtel ging  auch auf die Hörstation ein, die drei Beispiele von evangelischen Kirchenliedern dieser Zeit gibt. Eines davon – „Was mein Gott will, gescheh’ allzeit“ – wurde von Herzog Albrecht selbst gedichtet und befindet sich bis heute im Evangelischen Gesangbuch (EG 364).     M. Fritsche
Die Sonderausstellung „Albrecht von Brandenburg-Ansbach und die Reformation im Preußenland“ ist vom 20. Mai bis 10. September im Kulturzentrum Ostpreußen, Schloßstraße 9, 91792 Ellingen, jeweils von Dienstag bis Sonntag (auch an Feiertagen) von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr geöffnet. Informationen gibt es unter Telefon (09141) 86440.    

Veröffentlicht am 14.06.2017
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