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Trakehner im Buch

Neuauflage der Broschüre über Ostpreußens berühmte Pferderasse
Die Takehnerstatue des Hengstes Hessenstein vor dem Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg Bild: Horns

Bereits 1982 präsentierte das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen zum 250. Jahrestag des Gestüts Trakehnen eine Ausstellung über die weltberühmte Zuchtstätte für edle Vierbeiner. Eine weitere – speziell zur Geschichte des Hauptgestüts – wurde zu den »1. Ellinger Trakehner-Tagen« im Jahre 2006  eröffnet. Aus diesem Anlass erhielt das Museum im Deutschordensschloss ein Modell  des Landstallmeisterhauses Trakehnen. 2008 folgte die Auflage eines Begleitheftes zu dieser Ausstellung, das relativ rasch vergriffen war.
Wegen des steten Interesses hat das Kulturzentrum nun eine zweite Auflage des Heftes herausgegeben. Sie wurde redaktionell überarbeitet und um weitere acht Seiten mit historischen Fotos ergänzt wurde. Das Heft „Trakehnen – ein Pferdparadies“ beschreibt die Geschichte des Gestüts, beginnend mit der Entscheidung von König Friedrich Wilhelm I. vom 3. April 1713, mit der er die Verbesserung der Zucht in Ostpreußen anordnete.
1725 entschied der König, ein Hauptgestüt in der Gegend von Trakehnen zu errichten. Oberstallmeister Kurt Christoph von Schwerin konnte am 1. September 1732 die Inbetriebnahme des Königlichen Stutamtes mit 1100 Pferden melden. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine klare Zuchtlinie. Englische Halbblüter wurden zu dieser Zeit in die Zucht eingeführt. Stallmeister Friedrich von Schwiechow gab Mitte des 19. Jahrhundert dem englischen Vollblut den Vorzug, was zu einer glanzvollen Zuchtperiode führte, aus der Pferde mit Kraft, Härte und Ausdauer hervorgingen.
Mehrmals musste das Hauptgestüt Trakehnen in seiner Geschichte flüchten: vor den Truppen Napoleons 1806 ins Baltikum und erneut 1812 in die Nähe von Neustadt in Schlesien. Auch 1914 wurden zu Beginn des Ersten Weltkrieges die Pferde nach Neustadt an der Dosse, nach Graditz, Düren und nach Niederschlesien verbracht. Die größte Flucht begann mit dem am 17. Oktober 1944 vom Landratsamt Stallupönen angesichts der vor den Toren stehenden russischen Streitkräfte gegebenen Räumungsbefehl.
Von insgesamt 26264 eingetragenen Stuten und 825 Hengsten erreichten knapp 1000 die westlichen Teile Deutschlands. Nur noch 18 in Trakehnen geborene Stuten bildeten 1945 in Deutschland den Grundstock für die Erhaltung der Rasse. Zuchten sind zudem noch in Russland und Polen vorhanden. In Polen werden die Vierbeiner mit Vorfahren aus Trakehnen „Masurische Pferde“ genannt.
Das 36-seitige mehrfarbige Heft beschreibt die baulichen Anlagen von Trakehnen, erklärt die Organisation, zeigt Originalaufnahmen des Fotografen Ottomar Anschütz von 1884 und zeichnet die Erfolge der Pferde bei sportlichen Ereignissen wie bei Querfeldeinrennen und den Olympischen Sommerspielen 1936 in Dressur und Military auf.
Mit den 18 im neuen Zuchtbuch eingetragenen Stuten gelang die Weiterzucht des „Warmblutpferdes Trakehner Abstammung“, 2003 waren 213 gekörte Hengste und 4137 Zuchtstuten vorhanden. Erwähnung findet zudem der Zustand des heute im Königsberger Gebiet liegenden Hauptgestüts, wo 2007 dessen 275jähriges Bestehen gefeiert werden konnte und 2013 vor dem renovierten Landstallmeisterhaus das rekonstruierte Denkmal des Hengstes „Tempelhüter“ aufgestellt wurde.
    M. Fritsche

Die mit Unterstützung des Förderkreises Ostpreußische Jagdmuseum und der Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung erschienene Publikation wurde unter der Redaktion des Direktors der Kultureinrichtung, Wolfgang Freyberg, erstellt und kann beim Kulturzentrum Ostpreußen, Schloßstr. 9, 91792 Ellingen, Telefon (09141) 86440 oder info@kulturzentrum-ostpreussen.de. für 5 Euro plus  Porto und Verpackung erworben werden.

Veröffentlicht am 29.11.2017
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