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Unermüdlich für Ostpreußen

Ostpreußische Landesvertretung tagte in Wuppertal – Historiker Sebastian Kubon erhielt Gierschke-Dornburg-Preis
Konzentriert bei der Arbeit: Der LO-Vorstand Bild: J.H.

Wie in jedem Jahr Anfang November, kamen am vergangenen Wochenende die Mitglieder der Ostpreußischen Landesvertretung (OLV) in Wuppertal zusammen. Vereins­rechtlich ist das Treffen die Mitgliederversammlung der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) und deren oberstes Beschlussorgan, das für grundsätzliche Entscheidungen und die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes zuständig ist. Politisch gesehen nimmt sie die Rolle eines Exilparlaments der vertriebenen Ostpreußen wahr. Da grundlegende Weichenstellungen bereits bei den letzten Versammlungen beschlossen worden waren und auch der Bundesvorstand erst im vergangenen Jahr neu gewählt worden war, standen überwiegend Routineangelegenheiten wie die Entgegennahme der Berichte, die Entlastung des Vorstandes und die Verabschiedung der Haushalts- und Wirtschaftspläne auf der Tagesordnung der zweitägigen Versammlung im Internationalen Evangelischen Tagungszentrum „Auf dem Heiligen Berg“.
Nach der Begrüßung durch den LO-Sprecher Stephan Grigat und der Totenehrung sorgte Dawid Banach, evangelischer Pfarrer in Suwalki und Goldap, mit seinem Geistlichen Wort für andächtige Momente. Die Ostpreußen in der Heimat, versicherte Banach, hätten zwar ihr Vaterland verloren, nicht aber ihren ostdeutschen Geist. Ihre Herzen schlügen im ostpreußischen Rhythmus. „Wir machen weiter“, lautete Banachs Versprechen. Am Beispiel eines mitgebrachten preußischen Kavalleriesäbels, der kürzlich auf einem Dachboden in Ostpreußen gefunden worden war, charakterisierte er die Ostpreußen: Der verrostete Säbel sei zwar äußerlich zerstört, habe aber nichts von seiner Schönheit und Pracht verloren. So seien auch die Ostpreußen, bei allem, was geschehen sei, edel geblieben. Anschließend richtete Heinrich Hoch, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, ein Grußwort an die Delegierten.
Zu den angenehmsten Pflichten eines Vereinsvorsitzenden gehören Ehrungen, die Grigat in diesem Jahr gleich zweimal vornehmen konnte. Zunächst verlieh er dem Historiker Sebastian Kubon für dessen überwiegend auf Grundlage der Bestände des Historischen Staatsarchivs Königsberg, heute Teil des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz in Berlin, erstellte und als ausgezeichnet bewertete Dissertation „Die Außenpolitik des Deutschen Ordens unter Hochmeister Konrad von Jungingen (1393–1407)“ den von der Dr. Herbert und Marga Gierschke-Stiftung ausgelobten Gierschke-Dornburg-Preis. Diese mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird in der Regel alle drei Jahre verliehen „für wissenschaftliche Leistungen, die dazu beitragen, dass die gewaltigen 1000-jährigen Leistungen und Leiden der Deutschen im Osten Europas in der Geschichtswissenschaft nicht vergessen und aus dem historischen Zusammenwirken der Staaten und Völker in Osteuropa immer wieder Lehren für die Zukunft gezogen werden“.
Die zweite Ehrung ging an die Lycker Kreisvertreterin Bärbel Wiesensee. Sie wurde für ihr engagiertes Wirken für Ostpreußen mit dem Silbernen Ehrenzeichen der LO ausgezeichnet. Den Weg zur Kreisgemeinschaft Lyck fand sie 2007, und nur zwei Jahre später wurde sie in den Kreisausschuss gewählt. Sie übernahm zunächst die Aufgaben der Protokollführerin, bevor ihr das Amt der Archivwartin übertragen wurde. Seit Oktober 2013 steht sie als Kreisvertreterin an der Spitze der Kreisgemeinschaft.
Nach den Ehrungen und einigen vereinsrechtlichen Formalien informierte Grigat in seinem Tätigkeitsbericht die Delegierten über seine zahlreichen Gespräche mit Politikern, Gremien und Vertretern von Institutionen und Verwaltungen hierzulande und in der Heimat. Er stellte fest, dass es gelungen sei, die LO im vorpolitischen und politischen Raum zu vernetzen. Als einen der wichtigsten Aspekte der Vorstandsarbeit nannte er die Fortführung und Intensivierung dieser Vernetzung. Ein weiteres Thema seines Berichts war seine Tätigkeit im Präsidium des Bundes der Vertriebenen. In diesem Zusammenhang hob er besonders die Besuche bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer hervor. Zudem berichtete er über die erfolgreiche Durchführung des Kommunalpolitischen Kongresses in Allenstein zwei Wochen zuvor. Wie das Deutsch-Russische Forum habe er sich längst als feste Größe etabliert. Besonders erfreut zeigte sich der LO-Sprecher über den großen Erfolg des im vergangenen Jahr erstmals durchgeführten Jahrestreffens. Diese Veranstaltung in Neuss habe mehr politische Beachtung gefunden als die weitaus größeren Deutschlandtreffen in den Jahren zuvor.
Der Bericht des LO-Sprechers wurde, ebenso wie die Berichte des Bundesgeschäftsführers, des Chefredakteurs der Preußischen Allgemeinen Zeitung, der Bundesvorsitzenden der ostpreußischen Frauenkreise, des Referats Heimatpolitik der LO, des Bundes Junges Ostpreußen sowie der Jahresbericht und die Jahresrechnung des Schatzmeisters nach kurzer Aussprache zustimmend zur Kenntnis genommen. Danach war die einstimmige Entlastung des Vorstandes nur noch eine Formsache. Auch der Haushaltsplan für 2018 wurde mit großer Mehrheit verabschiedet.
Ein Novum in der Geschichte der OLV war die Eröffnung des zweiten Sitzungstages mit einem Gottesdienst. Danach standen mehrere Anträge auf der Tagesordnung, über die teilweise leidenschaftlich, aber sachlich und konstruktiv diskutiert wurde – was die Funktionsfähigkeit der OLV als Kontroll- und Gestaltungsorgan beweist. Den Abschluss der Versammlung bildeten die Vorträge von Hubertus Hilgendorff über den Stand der Arbeiten am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg, das am 25. August des kommenden Jahres wiedereröffnet werden soll, und des Direktors des Kulturzentrums Ostpreußen im Deutschordensschloss Ellingen, Wolfgang Freyberg.
In seinem Schlusswort erklärte Grigat, die LO sei „auf Dauer“ angelegt. Wie schon in den Jahren zuvor trat er damit der Annahme entgegen, es gäbe in der LO angesichts des langsamen Dahinscheidens der Erlebnisgeneration irgendwelche Abwicklungstendenzen. Vielmehr werde die LO die Kultur und Geschichte Ostpreußens bewahren und weitertragen. Dabei richte sie sich ausdrücklich auch an die Menschen außerhalb der Schicksalsgemeinschaft der vertriebenen Ostpreußen und deren Nachkommen.    J.H.

Veröffentlicht am 08.11.2017
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