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Willkommen in der Landsmannschaft

Philipp Amthor, jüngster Bundestagsabgeordneter, trat in die LO ein – nur ein Anlass für Feierlaune in Anklam
Volkhaus Anklam: Der Frühling wurde mit einem flotten Revueprogramm begrüßt. 500 Ostpreußen waren dabei Bild: privat

In 27 Jahren haben die Reisegruppen der Ostpreußen aus Mecklenburg-Vorpommern mehr als 60 Mal die Wirkungsstätten von Immanuel Kant in Königsberg aufgesucht. Da wurde es Zeit für den großen Philosophen, einen Gegenbesuch in Anklam abzustatten – wenn auch nur symbolisch. Friedhelm Schülke vom Landesvorstand hat sich bereits viele Jahre mit Kant beschäftigt und war nun kurzerhand in ein passendes Barockkostüm mit Dreispitz, Perücke, Spitzenjabot, Kniebundhose und Schnallenschuhen geschlüpft. Stadtausrufer Wilfried Hornburg, Direktor des Anklamer Museums im Steintor, kündigte den besonderen Gast des Frühlingstreffens am 10. März im gut gefüllten Volkshaus an.
Über 500 Ostpreußen und Freunde der Heimat lauschten gespannt und gebannt, wer und was da kommen sollte. Der Referent schilderte in der Ich-Form das Leben und Werk des weltweit wohl bekanntesten Königsbergers und Ostpreußen, so sein christliches Elternhaus, Bildung und Studium, seine Tätigkeiten als Hauslehrer, Privatdozent und Professor, aber auch die berühmten Tafelrunden, Spaziergänge und Episoden mit seinem Diener Lampe. Auch Kants philosophisches Schaffen kam nicht zu kurz, hier halfen ausgewählte Zitate, sein bahnbrechendes Werk der Aufklärung besser zu verstehen.
Die Ausführungen endeten nicht mit dem Tode Kants, sondern mit den auch heute sichtbaren Würdigungen in Königsberg, zum Beispiel mit seinem 1992 wiederaufgestellten Denkmal am Paradeplatz und dem Kant-Grab von 1924, das den Abriss der Domruine zu Sowjetzeiten verhinderte. Sogar eine große Kopie der Kant-Tafel vom Schlossplatz mit dem wohl bekanntesten Zitat vom „bestirnten Himmel über mir und dem moralischen Gesetz in mir“ hatte der Referent aus Königsberg mitgebracht und präsentierte auch einen großen Bernstein aus der Heimat zu Kants Betrachtungen über eine Inkluse „O wenn du reden könntest, kleine Fliege“.
Der Posaunenchor Bansin/ Usedom umrahmte den Auftritt mit zwei besonderen Chorälen, die jeden Tag um 11 Uhr und um 21 Uhr vom Königsberger Schlosskirchenturm erklangen: Vormittags „Ach bleib mit deiner Gnade“ und abends „Nun ruhen alle Wälder“. Krönung des Vortrages war aber ein gemeinsames Singen mit dem eigens aus Gumbinnen angereisten russischen Kant-Chor unter der Leitung von Tatjana Matwejewa. Der Kammerchor hat bewusst diesen Namen gewählt, weil Kant im Jahre 1746 als Hauslehrer bei dem Pfarrer Andersch in Judtschen (Kanthausen) bei Gumbinnen wirkte.
Das dortige Pfarrhaus – ein Nachfolgebau – wird auf Kosten des russischen Präsidenten Wladimir Putin restauriert. Zusammen mit dem Kant-Chor gab „Immanuel Kant“ alias Friedhelm Schülke sein Solo-Debüt mit dem russischen Volkslied „Iwuschka“. Die Sängerinnen und Sänger hatten aber noch mehr musikalische Grüße aus der Heimat mitgebracht, so ein Lied aus Memel „Die sanft entschlafende Düne“ und das melancholische Stück „Fremd in der Heimat“ – die bewegten Gäste dankten es mit kräftigem Applaus. Auch Politprominenz war zugegen und sparte nicht mit anerkennenden Worten. Der jüngste Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU) mit Direktmandat in Vorpommern-Greifswald begrüßte die Gäste mit „Liebe Landsleute“ – stammt sein Großvater doch aus Bartenstein. Amthor war kürzlich Mitglied der Landsmannschaft geworden und erhielt nun auf der Bühne seinen Ausweis.
Der zuständige Landtagsabgeordnete Matthias Manthei (BMV) ging auf die 1948 im Durchgangslager Löcknitz ankommenden Heimkinder aus Königsberg ein. Bernd Schubert (CDU) vom Büro des Vorpommern-Staatssekretärs sagte dem Verband vor allem finanzielle Unterstützung zu. Kreistagspräsident und Landratskandidat Michael Sack nahm erstmals an einem Ostpreußentreffen teil und gab seiner Freude darüber Ausdruck – Grund genug, mit der obligatorischen Saalrunde selbstgemachten Bärenfangs auf das Wohl der Teilnehmer anzustoßen. Am Nachmittag präsentierte das Fritz-Reuter-Ensemble Anklam neu einstudierte fröhliche Volkstänze und ein flottes Revueprogramm, mit dem nach langem Winter der Frühling bei den Ostpreußen in Anklam begrüßt wurde.
     Manfred F. Schukat

Veröffentlicht am 28.03.2018
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