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Luise soll in den Park Jakobsruh heimkehren

Tilsit plant die Aufstellung einer Kopie des von den Sowjets beseitigten Eberlein-Denkmals am historischen Standort
Vorbild: Das 1900 eingeweihte Marmorstandbild des Bildhauers Gustav Eberlein Bild: Archiv

Königin Luise ist zu einem Mythos geworden und gilt als eine Art Nationalheilige. Die Tilsiter brachten ihr allzeit eine große Verehrung entgegen. Ihr Name war überall in der Stadt präsent. Es gab beziehungsweise gibt eine Königin-Luise-Brücke, ein Königin-Luise-Lyzeum, die Luisenallee, das Luisenhaus und vor allem das Luisendenkmal. Das acht Meter hohe Marmorstandbild war von Gustav Eberlein geschaffen und im Jahre 1900 im Beisein des Kaisers eingeweiht worden. Heute erinnern nur noch ein paar Stufen an den einstigen Standort im Park Jakobsruh.
Das soll nun anders werden. Auch die russischen Bewohner von Tilsit lieben Luise, sie sprechen von ihr als der „Königin der Herzen“. Als man vor sechs Jahren die 200. Wiederkehr des Tilsiter Friedensschlusses feierte, war mit Nachdruck der Wunsch vernehmbar, das Denkmal als symbolträchtiges Wahrzeichen der Stadt wieder zu errichten. Gemeinsam mit der litauischen Partnerstadt Tauroggen wurde das Projekt „Vom Tilsiter Frieden zur Konvention zu Tauroggen“ initiiert, das eine Touristenmeile für Geschichtsliebhaber vorsieht. In Brüssel, wo man um die Einbeziehung der EU-Anrainerstaaten bemüht ist, fand das Vorhaben Zustimmung und finanzielle Unterstützung. Insgesamt wurden dafür 2,89 Millionen Euro bereitgestellt, rund eine Million davon für die russische Seite. Diese braucht nur ein Zehntel dieses Betrages als Eigenanteil beizusteuern.
Der Wiedererrichtung des Denkmals stand nun nichts mehr im Wege. Die Firma „Nasledie AG“ aus Sankt Petersburg gewann die Ausschreibung und hat versucht, das Kunstwerk originalgetreu nach alten Fotos und Zeichnungen im Drei-D-Verfahren zu rekonstruieren. Eine genaue Beschreibung des Kunstwerkes war einer Dissertation von Gabriele Paetzold über Leben und Werk des Bildhauers Gustav Eberleins zu entnehmen, wo es hieß „Die Marmorfigur der Königin Luise, drei Meter hoch, steht auf einem Rundpostament – von einer Girlande umrankt. Im Haar trägt sie ein Diadem, über das hochtaillierte Empire-Kleid breitet sich der herabwallende Hermelinmantel. Das Kunstwerk besteht aus carrarischem Marmor, die Gesamthöhe beträgt zirka acht Meter.“
Eine verkleinerte Version des Denkmals wird in Kürze den russischen Einwohnern und Stadträten von Tilsit präsentiert. Erst nach deren Zustimmung wird ein Muster in den Originalmaßen aus Kunststoff gefertigt. Nach diesem Modell entsteht dann die endgültige Ausführung aus Marmor.
Zurzeit laufen im Park Jakobsruh die Baugrunduntersuchungen und die Vorbereitungen für das Fundament. Der Park soll sein früheres Antlitz mit Flaniermeilen, Rabatten, Bänken und Laternen erhalten. Die Aufstellung des Denkmals ist anlässlich des 207. Jahrestages des Tilsiter Friedensschlusses im Juli 2014 vorgesehen. Sie wird umrahmt sein von einem festlichen Zeremoniell. Zahlreiche militärhistorische Vereine aus Europa werden sich bei einer Parade ein Stelldichein geben und der Einweihung einen festlichen Glanz verleihen. Die Feierlichkeiten gehen einher mit einer internationalen Historikerkonferenz zum Thema „Vom Tilsiter Frieden zur Konvention zu Tauroggen“ und mit einer Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum.
Mit gespannter Aufmerksamkeit blickt man dem Ereignis entgegen. Die Stadt wird an Anziehungskraft gewinnen und ihr historisches Antlitz aufpolieren, auch wenn die offiziellen russischen Stellen sie bis jetzt immer noch „Sowjetsk“ nennen und Lenin versucht, seine Stellung zu halten. 
H. Dz.

Veröffentlicht am 02.10.2013
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