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Blauer Fisch sorgt für Aufregung

Nach Bürgerprotesten: »Uferverschönerung« musste vom Königsberger Schlossteich entfernt werden
Fiel bei der Bevölkerung durch: Als Fisch getarnter Wassereinlauf am Ufer des Schlossteichs Bild: J.T.

Königsbergs Bürger zeigen für die Einfälle ihrer Stadtoberen zur Verschönerung ihrer Metropole bisweilen wenig Verständnis. Nach der umstrittenen Kant-Skulptur musste nun auch eine neue Fischskulptur von ihrem ursprünglich vorgesehenen Platz weichen.

Seit Kurzem gibt es in Königsberg eine neue ungewöhnliche Installation, die bei den Bürgern sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen hat. Am Ufer des Schlossteichs hatte die Firma „Gidrokomfort“ (Wasserkomfort), der die Pflege des Gewässerufers obliegt, einen großen blau-weiß gestreiften Metallfisch aufgestellt. Auf der einen Seite ziert ihn die Aufschrift „Märchen leben unter uns“ und auf der anderen Seite „Den Kaliningradern von der Firma Gidrokomfort“. Die Skulptur ist ein Geschenk der Firma an die Stadt.
Vitalij Kawriga heißt der Künstler, der den Fisch erschaffen hat. Er fertigt verschiedene Figuren aus Metall und Holz zur Verschönerung touristischer Orte an. Es war seine Idee, auf diese Weise einen Wasserzulauf in den See zu verschönern. Die Länge der Metallkonstruktion beträgt fünf Meter und sie ist 1,70 Meter hoch.
Bürgermeister Alexander Jaroschuk hatte die Genehmigung zur Aufstellung der Skulptur gegeben. Doch kaum hatte der blaue Fisch seinen Platz am Schlossteich eingenommen, löste er emotionale Reaktion bei der Gebietsregierung aus. Gouverneur Anton Alicha-now sagte: „Ich finde, das ist ein Albtraum. Was ist das überhaupt für ein Märchen … eine Zeichen-trickfigur von Hoffmann?“ Der Chefarchitekt der Stadt, Wjatscheslaw Genne, war von dem Aussehen der Skulptur auch nicht begeistert und meinte, es sei besser, den Fisch woanders aufzustellen. Jaroschuk selbst verriet nicht, ob ihm der blaue Fisch gefällt und hob hervor, dass dies überhaupt keine Bedeutung habe. Er entschied dann aber, den Fisch vom Ufer des Schlossteichs zu entfernen und ihn dem staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender „Kaliningrad“ zu schenken. Er soll neben dem Springbrunnen beim Sendergebäude einen Platz finden.
Allerdings ist noch ungewiss, ob das auch sein endgültiger Standplatz sein wird. Viel eher sieht es so aus, als ob Königsberg nun neben der umstrittenen Kant-Figur eine zweite Wander-Skulptur hat, für die lange nach einem geeigneten Platz gesucht werden muss.
Einerseits wäre es ja ratsam gewesen, wenn sofort bei einer Sitzung des Kulturrates des Gouverneurs über die Installation des blauen Fischs entschieden worden wäre, inwieweit seine ästhetische Erscheinung mit der umgebenden Landschaft übereinstimmt. Andererseits hat die Geschichte mit der Kant-Skulptur gezeigt, dass es im Rat keine Spezialisten für Kunst oder Bildhauerei gibt, die ihre Position professionell begründen könnten, sondern dass sie ihre Entscheidung allein aufgrund ihrer persönlichen Gefühle fällen.     Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 10.01.2018
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