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Keine Schätze im Mauerwald

Archäologische Untersuchungen endeten mit einem Misserfolg – Historischer Lehrpfad geplant
Hier soll ein historischer Lehrpfad entstehen: Führerhauptquartier bei Görlitz, Kreis Rastenburg Bild: Andrzej Otrebski/CF

Nach zwei Forschungsaktionen in den Fundamenten des Bunkersystems, zu dem auch die Wolfschanze, das ehemalige Führerhauptquartier, zählt, endete die Suche im Mauerwald nach einem unterirdischen Raum mit einem Misserfolg.

Die beiden Suchen wurden in einem der rund 30 Bunker im Mauerwald durchgeführt. Die Erkundungen dauerten jedes Mal viele Stunden. Sie waren angeordnet worden, nachdem bei Georadaraufnahmen ein mysteriöser Raum im Innern der Fundamente mit einer Mauerdicke von 80 Zentimetern verortet worden war. So wurden Bohrungen im Stahlbetonfundament mit einer Dicke von rund sieben Metern durchgeführt. Doch selbst in  vier Metern Tiefe stießen die Forscher nur auf kompakten Beton.
Dieser Fehlschlag enttäuschte sowohl die Organisatoren der Erforschung wie auch die Presse, Touristen und Enthusiasten, hatten sie doch mit einem großen Werbe-Erfolg gerechnet. Über die Suche berichteten nämlich polnische, russische und weißrussische TV-Sender und viele andere Medien. Dadurch war das touristische Interesse am Mauerwald sprunghaft gestiegen. Täglich kamen mehrere Hundert Touristen, um die Bunker und eventuell das zum Vorschein kommende Bernsteinzimmer zu sehen.
Doch weder das Bernsteinzimmer noch andere Schätze wurden im Mauerwald gefunden. Doch  ist hier das ehemalige Quartier des Oberkommandos der Wehrmacht, das die am besten erhaltene Kommandozentrale des Dritten Reiches im südlichen Ostpreußen darstellt. In der Nähe der Bunker befindet sich eine weitere touristische Attraktionen: Adolf Hitlers Hauptquartier „Wolfsschanze“ in Görlitz bei Rastenburg, in der es demnächst ein Novum geben soll: Anfang des Jahres beschlossen die Betreiber der Staatlichen Wälder, dort einen historischen Lehrpfad einzurichten. Der Weg soll die tragischen Folgen der NS-Ideologie für Deutschland, Polen und Europa in einen breiteren historischen Kontext stellen.
Das Museum des Zweiten Weltkriegs hatte bereits im Jahr 2013 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur ein Projekt der Außenausstellung vorbereitet. Ein Streit mit dem Mieter der Wolfsschanze hat jedoch bislang die Umsetzung dieses Plans verhindert. Die Vertreter der Staatlichen Wälder sind bereit, den Lehrpfad organisatorisch und finanziell zu unterstützen. Sie wollen ein kleines Museum mit Multimedia-Projektionen, Licht und Musik schaffen und Touristen den Reichtum der umgebenden Natur zeigen. Der Mauerwald ist unter anderem ein Schutzgebiet für Raubvögel und Fledermäuse.
Die Arbeiten werden noch in diesem Jahr beginnen. Das genaue Datum der Bereitstellung der neuen Anlage ist wegen der noch laufenden Rechtsstreitigkeiten mit dem Mieter unbekannt. Es ist wahrscheinlich, dass das Amt der Staatlichen Wälder das Projekt in Görlitz ohne den Mieter weiter ausführen wird.
Historiker des Kollegiums vom Museum des Zweiten Weltkriegs hatten bereits 2012 einen Brief an den damaligen Premierminister Donald Tusk geschrieben. Sie betonten die besondere Bedeutung der Wolfsschanze. Einer der Unterzeichner, der inzwischen verstorbene Pro-fessor Władysław Bartoszewski, sagte damals, dass ein solches historisches Objekt wie in Görlitz nicht länger in den Händen eines Mieters bleiben solle. Der stellvertretende Direktor des Museums Janusz Marszalec meint, dass die neue Ausstellung nicht nur eine Touristenroute zu den architektonischen Bauten des ehemaligen Quartiers von Adolf Hitler sein sollte. Ihm zufolge sollte es „eine praktische kurze Information über den größten und schreck-lichsten Konflikt des 20. Jahrhunderts“ sein.
Die Wolfsschanze im ostpreußischen Görlitz ist eine der größten Touristenattraktionen von Masuren und zieht jährlich bis zu 200000 Touristen aus der Rebpublik Polen und anderen Ländern  an.    Leszek Chaburski

Veröffentlicht am 15.03.2017
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