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Königsberger Denkmäler gerettet

Nach jahrelangem Streit um Eigentumsfragen: »Kämpfende Auerochsen« und Schiller-Denkmal saniert
Symbolisieren den Rechtsstreit: Gauls Auerochsen vor dem ehemaligen Königberger Landgericht Bild: J.T.

Königsberg wird fein herausgeputzt: Dazu gehört auch die Restaurierung berühmter Sehenwürdigkeiten wie die „Kämpfenden Auerochsen“ und das Schiller-Denkmal vor dem Dramentheater.

Sie liegen nicht weit entfernt voneinander, die beiden Sehenswürdigkeiten in Königsberg, die die „Kämpfenden Auerochsen“ und das Schiller-Denkmal vor dem Dramentheater. An beide wurden vor Kurzem aufwändige Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Die offizielle Bezeichnung für die Arbeiten lautet: „Die Umsetzung von prioritären Maßnahmen zur Erhaltung eines Objekts des kulturellen Erbes – Skulptur Kämpfende Auerochsen“. Die Kosten dieser Erhaltungsmaßnahmen beliefen sich auf umgerechnet knapp 5000 Euro. Die Bronzeskulptur war im Jahr 1911 von dem berühmten Bildhauer August Gaul geschaffen worden. Nach 1945 wechselten die Auerochsen zweimal ihren Standort, bis sie Anfang der 1970er Jahre an ihren historischen Aufstellungsort zurückkehrten.
Vor ein paar Jahren wurde der Platz um die Skulptur herum neu gestaltet, aber um den Erhalt des Denkmals selbst entwickelten sich bürokratische Schwierigkeiten. Es gab keine Möglichkeit, staatliche Haushaltsmittel für die Reparatur des Objekts zu bekommen. Es galt als verwaist, da weder die Stadt noch die Region noch irgendeine Organisation das gesetzliche Eigentum an der Skulptur innehatte. Obwohl bereits im Jahr 2007 einer Entscheidung der Gebietsregierung zufolge die Skulptur „Kämpfende Auerochsen“ den Status eines Kulturguts von regionaler Bedeutung erhalten hatte, wurde erst im April dieses Jahres bekanntgegeben, dass der Staatliche Schutz von Kulturgütern die endgültigen Eigentumsrechte erhalten hatte. Der entsprechende Verwaltungsvorgang hatte über zwei Jahre gedauert. Mit dem Ergebnis, dass die „Kämpfenden Auerochsen“, der Gedenkkomplex für die „1200 Gardisten“ und das „Friedrich-Schiller-Denkmal“ offiziell der Russischen Behörde für Staatseigentum unterstellt wurden.
Erst dann konnten auch Reparaturarbeiten an den „Kämpfenden Auerochsen“ durchgeführt werden. Die Sockelnähte sind nun erneuert und die Schäden, die durch Korrosion und während der Kampfhandlungen 1945 entstanden waren, sind repariert.
Während der touristischen Hauptsaison in diesem Sommer blieb die beliebte Skulptur verhüllt. Neugierige Touristen versuchten trotzdem hin und wieder, hinter die Plane zu schauen, mit der das Denkmal vor neugierigen Blicken geschützt war. Erst Anfang September wurde die Skulptur wieder zur Besichtigung freigegeben.
Die zweite Sehenswürdigkeit, die sich einer „Verjüngungskur“ unterziehen musste, war das Schiller-Denkmal. Die Skulptur zu Ehren des deutschen Dichters, Philosophen und Dramatikers wurde von Stanilaus Cauer, der 1910 seinen Sitz in Königsberg hatte, geschaffen. Schiller war zwar nie in Königsberg gewesen, doch zum 100-jährigen Bestehen des städtischen Operntheaters wurde bei den Feierlichkeiten 1910 dessen Drama „Wilhelm Tell“ aufgeführt. Das Denkmal war ein Geschenk zum Geburtstag des Theaters. Ein Hafenarbeiter des Königsberger Hafens hatte Cauer Modell gestanden. Reiseleiter erzählen gerne, dass es der „proletarische Ursprung“ gewesen sei, der das Denkmal vor der Zerstörung während des Sturms auf Königsberg und später in der Sowjetzeit gerettet hat. Damals soll jemand in russischer Sprache auf das Postament geschrieben haben „Nicht schießen! Das ist einer von uns!“ Das Denkmal erhielt nur einige unbedeutende Beschädigungen durch Granatsplitter auf seiner Oberfläche.    
    Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 08.11.2017
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