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Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten

Die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit veranstaltete am Dirschausee ihr diesjähriges Fest
Engagierter Nachwuchs: Auftritt einer Tanzgruppe Bild: D.K.

Anfang Juni hat die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit bereits zum 27. Mal den Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten veranstaltet. Genauso wie in den letzten Jahren wurde für die Feierlichkeiten ein einzigartiger Ort gewählt – die Kosakensiedlung Ataman, die in einer wunderschönen Umgebung am Dirschausee gelegen ist. Nicht ohne Bedeutung für die Organisatoren war die Tatsache, dass die Besitzer der Kosakenniederlassung,  Justyna Mozol-Kuper und Włodzimierz Kuper, eine sehr gelungene Zusammenarbeit mit nationalen Minderheiten verkörpern. Die Eheleute sind nämlich Vertreter der lemkischen und der  ukrainischen Minderheit. Deswegen ist es beinahe zur Tradition geworden, dass sie Jahr für Jahr Gastgeber des Festes sind und dass ihr zu einer kosakischen Staniza stilisierter Treffpunkt und zugleich Unterhaltungsort eine wunderschöne Atmosphäre vermittelt und alle Gäste einfach verzaubert.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Musikauftritte der eingeladenen Minderheitengruppen, die ihr Können auf einer großen Bühne zeigten. Für die Musik sorgten hauptsächlich die jugendlichen Mitglieder der ukrainischen Minderheitengruppe des Ensembles Harazd sowie die litauische Tanz- und Gesanggruppe Seina, die beim Litauischen Haus in Seine tätig ist. Während die Ukrainer dem Publikum mit energetischen Klängen von Folk-Rock viel Vergnügen bereiteten, unterhielten die litauischen Künstler die Teilnehmer des Festes mit ihren Volkstänzen und Gesängen, die von Instrumentalmusik begleitet wurden. Den kulturellen Teil des Festes bereicherten auch andere Gruppen, die verschiedene Minderheiten vertraten. Das waren unter anderem die deutsche Gruppe Companieros aus Oppeln oder die Tanz- und Gesanggruppe Ermland. Zu sehen auf der Bühne waren auch die Tanzgruppe Saga aus Bartenstein, die in ostpreußischen Trachten auftrat, die Gruppe Wodohraj der ukrainischen Schule in Bartenstein, die Kindergruppe Roma von der Grundschule Nr. 2 in Allenstein und der Chor der Neidenburger Gesellschaft der Deutschen Minderheit.
Abgesehen von den Bühnenauftritten waren auch Zelte aufgestellt, in denen verschiedene Minderheitengruppen ihre Informationsstände hatten. Dank der präsentierten Publikationen und Flugblätter konnte man sich mit der Tätigkeit der einzelnen Organisationen vertraut machen. Manche von ihnen stellten ihre Trachten, Bilder, Handwerksarbeiten vor, sodass man vieles hautnah zum Anfassen erleben und neue Erfahrungen durch das Ausprobieren von leckeren Regionalgerichten gewinnen konnte.
Es stellt sich die Frage, was man mit solch einem Tag, an dem mehrere Minderheitengruppen zusammenkommen, zu erzielen beabsichtigt. Es geht vor allen Dingen darum, die Integration der Minderheiten voranzubringen, was in der gegenseitigen Unterstützung und Kooperationsbereitschaft münden soll. Die Darstellung des kulturellen Schaffens, der gemeinsame ökumenische Gottesdienst, der Informations- und Erfahrungsaustausch, die Begegnungen von Aktivisten regionaler Minderheiten mit allen Gästen, Gespräche über die aktuellen Fragen in der regionalen Minderheitenpolitik machen den Tag der nationalen und ethnischen Minderheiten zu einem einzigartigen Ereignis, das schon längst in der ganzen Woiwodschaft auf große Resonanz stößt, wovon die steigenden Besucherzahlen zeugen.
Besonders erfreulich war die Anwesenheit zahlreicher Vertreter lokaler Behörden. Es erschienen unter anderem der stellvertretende Oberbürgermeister der Stadt Allenstein Ryszard Kuc, die Sejmabgeordnete Urszula Pas-ławska, der Honorarkonsul der Bundesrepublik in Allenstein Wojciech Wrzecionkowski, der Beauftragte des Marschalls der Woiwodschaft Ermland-Masuren für nationale und ethnische Minderheiten, Wiktor Marek Leyk, und der Vorsitzende der Stadtgemeinschaft Allenstein, Gottfried Hufenbach. In ihren Reden zur Eröffnung des Festes betonten sie einstimmig, dass die kulturelle Vielfalt von Ostpreußen einzigartig und nicht zu unterschätzen sei. Jahrhunderte der komplizierten Geschichte sowie zahlreiche menschliche Schicksale von hervorragenden Persönlichkeiten hätten dazu geführt, dass auf diesem Gebiet so viele Minderheiten, so viele Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und reicher Kulturen miteinander friedlich auskämen.
Es sei an der Zeit, das kulturelle Mosaik von Ostpreußen weiter zu pflegen, wozu die Durchführung des Festes der nationalen und ethnischen Minderheiten in Allenstein einen wichtigen Beitrag leiste.
Zweifelsohne ist der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit das Wohlergehen der Minderheiten eine Herzenssache. Seit 27 Jahren verfolgt sie die Mission, die nationale Identität von unterschiedlichen Minoritätengruppen zu stärken sowie sich für die kulturelle Differenzierung des südlichen Ostpreußens zu engagieren. An dieser Stelle muss man erwähnen, dass das jährlich wiederholte Projekt ohne finanzielle Förderung des polnischen Ministeriums für Inneres und Verwaltung, der Kommunalverwaltung der Stadt Allenstein sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen nicht zustande gekommen wäre. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Behörden sowohl auf der lokalen als auch auf der staatlichen Ebene die Entwicklung von Minderheiten begünstigen und bei der Umsetzung ihrer Unternehmungen behilflich sind.
    Dawid Kazanski

Veröffentlicht am 04.07.2018
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