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Vom Fischdorf bis zum Kneiphof

Nach Fertigstellung der Hohen Brücke: Sicher zu Fuß entlang des Pregelufers
Wieder frei: Pregelbrücke fügt sich ins Stadtbild ein Bild: J.T.

Die Hohe Brücke in Königsberg sollte planmäßig eigentlich zum Sommeranfang 2017 fertiggestellt sein. Die Inbetriebnahme verzögerte sich jedoch durch den Bau eines Fußgängertunnels unter der Zufahrt zur Brücke aus Richtung Lomse. Für den Bau des Fußgängertunnels war aus dem Haushalt des Gebiets umgerechnet gut eine Million Euro bereitgestellt worden. Die Länge des Bauwerks beträgt 28 Meter, die Breite etwas über vier Meter, die Höhe knapp drei Metern. Besucher der Stadt können nun vom Fischdorf aus am Pregelufer entlanggehen bis zum neuen Stadion, bei dem es jedoch keinen Fußweg gibt.
Bei der Bauplanung für die Hohe Brücke war der Fußgängertunnel noch nicht vorgesehen, obwohl der ehemalige Gouverneur Nikolaj Zukanow auf dessen Bau bestanden hatte. Die Brücke selbst ist drei Meter breiter geworden. Es gibt vier Fahrstreifen, zwei in jede Richtung, ebenso wie Trottoires auf beiden Seiten. Neben der Brücke ist auch die Kreuzung Kneiphöfische Langgasse und Lindenstraße erneuert worden. Die Rekonstruktion der Hohen Brücke ist im Rahmen der Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft erfolgt.
An dieser Stelle existierte bereits im Jahr 1520 eine Brücke. 1938 wurde sie abgetragen, und daneben eine neue Brücke errichtet –, die heutige. Es sei daran erinnert, dass die Brückenreparatur bereits 2016 begonnen wurde. Da die Brücke zu zirka 80 Prozent marode war, musste im Laufe der Arbeiten die tragende Konstruktion erneuert werden. Ein erheblicher Teil der Arbeiten wurde unter Wasser durchgeführt, und die Taucher, die die Überwachung der Stützstrukturen der Brücke durchführten, sahen sich einer Überraschung gegenüber. Ein Riesen-Wels, der den Fluss Pregel bewohnte, hatte eines der Fundamente der Brücke als Wohnung gewählt. (Die PAZ berichtete). Das immerhin zwei Meter lange Tier war nach Schilderung der Taucher nicht sonderlich erfreut über den unerwarteten Besuch. Aber weder die Taucher und Besucher, noch die herangeeilten Oberen der Stadt und der Region konnten den Wels aus der Ruhe bringen. Er blieb an Ort und Stelle. Es entstanden Gerüchte, dass der Fisch bereits vor der sowjetischen Eroberung dort gelebt habe und sich als Beschützer der Brücke sehe.
Als alle Versuche, den Wels zu vertreiben, nichts brachten, mischte sich Zukanow entschieden in die Sache ein. Er versprach, den Wels notfalls höchstpersönlich mit einem Unterwasser-Jagdgewehr zu vertreiben. Seine mutige Ankündigung hat er dann doch nicht in die Tat umgesetzt, weil er seine neue Dienststelle in St. Petersburg antrat. Nach einiger Zeit verschwand der Wels von selbst. Möglich, dass er nun, nach dem Ende der Bauarbeiten, „nach Hause“ zurückkehren wird.
Die WM-Fans können derweil die Pregel-Promenade vom neuen Stadion durch einen Fußgängertunnel bis zur Kant-Insel nutzen.    
    Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 08.06.2018
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