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		<title>Ostpreussen.de</title>
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	<description>Hier finden Sie Meldungen und Artikel rund um Ostpreußen.</description><language>en</language><image>
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	<title>Stück für Stück Erinnerung</title>
	<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/stueck-fuer-stueck-erinnerung.html</link>
<description>Flucht und Vertreibung: 100 Objekte für das Deutschlandhaus</description><content:encoded><![CDATA[
	<p class="bodytext">Die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung zeigt im Rahmen der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst bis zum 1. Juli im Deutschlandhaus die Ergebnisse eines Sammlungsaufrufs nach persönlichen Erinnerungsstücken an Flucht, Vertreibung und den Verlust der Heimat.</p>
	<p class="bodytext">In Zusammenarbeit mit der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst hatte die Stiftung im März einen Sammlungsaufruf herausgegeben, der sich an Betroffene von Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration sowie deren Nachfahren in Deutschland und Europa wandte. Unter dem Titel „Stück für Stück erinnern“ werden jetzt etwa 100 Objekte gezeigt, die der Stiftung dauerhaft zur Verfügung gestellt wurden. Fluchtgepäck und -transportmittel, Fotografien und Tagebücher, schriftliche Aufzeichnungen und spätere Verarbeitungsformen erzählen von rund 30 Familienschicksalen.</p>
	<p class="bodytext">Die Zusammenarbeit der 7. Berlin Biennale und der Stiftung ist ein Beitrag zu einem der zentralen Themen dieser Biennale: Politiken und Kulturen der Erinnerung. Die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wendet sich mit dieser Kooperation an eine internationale Öffentlichkeit, um ihr ihre Themen näher zu bringen und das künftige Ausstellungs- und Dokumentationszentrum im Deutschlandhaus schon heute bekannter zu machen. Für die geplante </p>
	<p class="bodytext">Dauerausstellung sollen weitere thematisch und regional ausgerichtete Sammlungsaufrufe folgen.</p>
	<p class="bodytext"> Bei der Präsentation der Objekte handelt es sich um die letzte Veranstaltung im Deutschlandhaus vor dem für 2013 geplanten Beginn der Umbauarbeiten. In einigen Jahren soll das Deutschlandhaus als Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrum der Stiftung neu eröffnet werden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
	<p class="bodytext"><b>Mit auf der Flucht</b><br />Stiftung zeigt 100 Erinnerungsstücke</p>
	<p class="bodytext">Zur&nbsp; Präsentation von persönlichen Erinnerungsstücken Vertriebener durch die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung im Rahmen der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst vom 27. April bis zum 1. Juli 2012 im Deutschlandhaus erklärt BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB: „Ich begrüße, dass die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung die ihr auf einen Sammlungsaufruf hin von Vertriebenen überlassenen persönlichen Erinnerungsstücke öffentlich präsentiert. So wird ein vielschichtiges deutsches und europäisches Schicksalsthema emotional näher gebracht. </p>
	<p class="bodytext">Die etwa 100 persönlichen Gegenstände wie Fluchtgepäck und -transportmittel, Fotografien, Tagebücher und schriftliche Aufzeichnungen, die der Stiftung dauerhaft zur Verfügung gestellt wurden, bilden einen wertvollen Schatz der Erinnerung. Dadurch wird schlaglichtartig die damalige Situation der Millionen betroffenen Menschen beleuchtet. </p>
	<p class="bodytext">Das Interesse an der eigenen Geschichte – auch an Flucht und Vertreibung – ist auch bei der jungen Generation spürbar. </p>
	<p class="bodytext">Es ist zu hoffen, dass zahlreiche Schulklassen die Gelegenheit wahrnehmen und sich mit diesem Teil deutscher Geschichte auseinandersetzen.</p>
	<p class="bodytext">Die Ausstellung „Stück für Stück erinnern“ ist noch bis zum 1. Juli 2012 im Deutschlandhaus, Stresemannstraße 90, 10963 Berlin zu sehen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
	]]></content:encoded>
<pubDate>Wed, 09 May 2012 10:31:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>30 Jahre Kulturzentrum Ostpreußen</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/30-jahre-kulturzentrum-ostpreussen.html</link>
<description>Festliche Jubiläumsveranstaltung mit umfangreichem Rahmenprogramm im Deutschordensschloss Ellingen</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext"><b>Mit einem feierlichen Festakt und einem umfangreichen Rahmenprogramm beging das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen sein 30-jähriges Bestehen. Zugleich wurde an die Gründung des Fördervereins vor 15 Jahren erinnert.</b></p>
<p class="bodytext">„Nur etwa zwei Jahre sollte ich den Vorsitz des Fördervereins für das Kulturzentrum Ostpreußen übernehmen“, so Katharina Fürstin von Wrede zum 15-jährigen Bestehen des Vereins. Sie leitet den Verein heute noch, da sie immer wieder das Vertrauen der Mitglieder bekam. Der am 10. Mai 1997 gegründete Förderverein hat sich die Aufgabe gegeben, die Arbeit des Kulturzentrums Ostpreußen im Ellinger Deutschordensschloss ideell und materiell sowie die Zusammenarbeit mit Künstlern, Jugendlichen und Einrichtungen in Ostpreußen zu unterstützen. Ziel ist es ebenfalls, jungen Menschen ostpreußischer Abstammung die Geschichte Ostpreußens und damit auch ihrer Familien näherzubringen und wachzuhalten.</p>
<p class="bodytext">Katharina von Wrede sieht den Sinn des Vereins als erfüllt an. Für Ankäufe von Exponaten, Büchern, historischen Karten, Erstellung einer aktuellen Homepage und Unterstützung bei Restaurationen hat der Verein, der aktuell 116 Mitglieder besitzt, in all den Jahren rund 42000 Euro zur Verfügung gestellt. Ein besonderes Lob ging an Gründungsmitglied Brigitte Hildebrandt. Sie hat das Amt der Schriftführerin inne und sich jahrelang um die Organisation von Reisen nach Ostpreußen gekümmert. Zu ihrem Leidwesen, so von Wrede, mussten die Ellinger Trakehner-Tage nach dreimaliger Durchführung mangels Sponsoren wieder eingestellt werden. Für die Zukunft sagte sie der Kultureinrichtung die weitere Unterstützung des Vereins zu.</p>
<p class="bodytext">Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Ostpreußischen Kulturstiftung und Altsprecher der Landsmannschaft Ostpreußen (LO), Wilhelm v. Gottberg, bewunderte die große Fangemeinde des Kulturzentrums, welches aber ohne die Hilfe von Vorstand und Stiftungsrat der Kulturstiftung seinen Bildungsauftrag nicht in dieser Form wahrnehmen könne. Der Stiftungsratsvorsitzende würdigte die Hilfe des Freistaates Bayern, denn die Erinnerung an den Osten des ehemaligen Deutschen Reiches sei nicht nur eine Aufgabe der ehemaligen Bewohner, sondern aller Deutschen. Als Beispiele für die Unterstützung der Landsmannschaft nannte v. Gottberg den Zuschuss in Höhe von damals 750000 Mark für das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg, zudem stamme der Grundstock der Ostpreußischen Kulturstiftung in Höhe von 150000 Euro rein aus privaten Zuwendungen. Die Stiftung habe das Kopernikus-Haus in Allenstein erworben, dessen Ausbau wiederum der Freistaat Bayern übernommen habe. Somit werde klar, dass nicht nur der Staat, sondern die Vertriebenen selbst eine hohe finanzielle Leistung zur Bewahrung von Wissen und Kulturgut bringen. Die 750-jährige Geschichte Ostpreußens könne nicht durch eine Augenblicksempfindung beiseite geschoben werden, so v. Gottberg, sie dürfe auch nicht als historisch abgeschlossene Zeit betrachtet werden. Dies zudem, da Ostpreußen eine andere Geschichte als das übrige Reichsgebiet habe. Die Missionierung, der dortige geistige Freiraum, die Gründung des Herzogtums und der Universität Königsberg waren die Basis für den Aufstieg Preußens zur Führungsmacht in Deutschland. Dabei war Ostpreußen nur wenige Jahre, erst ab 1871, Teil des Deutschen Reiches. Wilhelm v. Gottberg wünschte dem Kulturzentrum in Ellingen eine gedeihliche Zukunft, vor allem, weil unter der Leitung von Wolfgang Freyberg die grenzüberschreitende Arbeit sehr gut funktioniere.</p>
<p class="bodytext">„Ich war 1985 das erste Mal in Ostpreußen“, sagte der Landesvorsitzende der LO in Bayern und als Schatzmeister Mitglied des Bundesvorstandes, Friedrich-Wilhelm Böld aus Augsburg. Als Mitglied der Bekenntnisgeneration hatte er zuvor den Eindruck: „Die spinnen, die Alten!“, wenn diese sagten: „In Ostpreußen ist der Himmel blauer, die Wolken weißer und die Luft klarer.“ Nach seiner ersten Reise konnte er den Eindruck bestätigen. Seither setzt er sich gegen Unkenntnis und Desinteresse an der deutschen Geschichte ein, die Kenntnisse werden in Ellingen von Wolfgang Freyberg und seinem Team aufbereitet. Das Wissen müsse in authentischer Form unbedingt den kommenden Generationen vermittelt werden. Dies gelinge umso mehr, als nun im Rahmen der Völkerverständigung die heutige Bevölkerung der dortigen Gebiete durch Ausstellungen über ihre Geschichte informiert wird und aktuelle Ausstellungen von dort in Deutschland gezeigt werden.</p>
<p class="bodytext">Neben den Grußwortrednern konnte Wolfgang Freyberg, Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, zum Jubiläum der musealen Einrichtung im Ellinger Barockschloss zahlreiche weitere Gäste begrüßen. Darunter waren neben Ellingens Bürgermeister Walter Hasl der Stellvertreter des mittelfränkischen Bezirkstagspräsidenten Alexander Küßwetter, das Vorstandsmitglied der Sparkasse Mittelfranken Rita Smischek und Dekanin Ingrid Gottwald-Weber aus Weißenburg. Für den Bund der Vertriebenen war der Kreisvorsitzende Herbert Müller anwesend, die LO vertraten die Vorsitzenden der Gruppen Ansbach, Heidi Bauer, und Weißenburg-Gunzenhausen, Dr. Jürgen Danowski. Die musikalische Ausgestaltung der Feierstunde hatten der Bariton Christoph von Weitzel und die Gitarristin Heike Matthiesen übernommen, die die Besucher mit Liedern wie dem von Heinrich Eichen geschriebenen „Abends treten Elche aus den Dünen“ oder dem „Ännchen von Tharau“ erfreuten. Die Feierstunde endete mit dem gemeinsam gesungenen „Ostpreußenlied“.</p>
<p class="bodytext"><b>Zum Rahmenprogramm</b>: Den Festvortrag zum Jubiläum hielt Professor Frank-Lothar Kroll von der Technischen Universität Chemnitz. Er beleuchtete dabei unter dem Titel „Mythos Friedrich – Preußens großer König in der deutschen Erinnerungskultur“, wie der König, sein Leben und sein politisches Wirken in verschiedenen Zeiträumen in Deutschland und auch vom Ausland betrachtet wurde und wird.</p>
<p class="bodytext">Heute ist Friedrich II. von Preußen in Deutschland kein Mythos mehr. Letztmals wurde er in der DDR in den 1970er Jahren als Urheber einer imperialistischen deutschen Gewaltpolitik dargestellt. Dabei wurden seine Kritik an der Kirche, seine positive Haltung zu Russland sowie seine Kultur- und Wissenschaftsförderung als Vorbild aufgezeigt. Im Rahmen dieser „Erbeaneignung“ wurde sogar noch 1981 ein Reiterdenkmal von ihm „Unter den Linden“ aufgestellt. Kroll sah dies aber als geschichtliche Umdeutung, da Fried-rich schon zu Zeiten der NS-Herrschaft als „erster Nationalsozialist“ dargestellt wurde. In Frankreich hatte Friedrich ursprünglich ein positives Bild, das sich nach der Niederlage gegen Deutschland 1871 wandelte. Ab dieser Zeit wird er als vorläufiger Verursacher dieses Verlustes dargestellt. Großbritannien sah in Friedrich im 19. Jahrhundert den strengen, aggressiven Herrscher, der Königsmythos hatte. Diese Haltung und die Darstellung des preußischen Königs in der NS-Zeit führten nach Krolls Worten aber dazu, dass nach dem Zweiten Weltkrieg auch England die Abschaffung des preußischen Staates betrieb.</p>
<p class="bodytext">Als Beitrag der Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen der LO las Marie-Luise Rossius zum Thema „Der Alte Fritz“ aus Briefen und Anekdoten des Preußenherrschers. Umrahmt wurde dieser Vortrag von Kompositionen des Königs, die vom Ensemble „flores musicales“ aus Ellingen vorgetragen wurden.</p>
<p class="bodytext">Dorothea Bjelfvenstam aus </p>
<p class="bodytext">Stockholm, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Schweden kam, las aus ihrem Buch „Man nannte uns Hitlermädchen“ Passagen über ihre Erlebnisse bei der Kinderlandverschickung von Königsberg nach Oelsnitz in Sachsen.</p>
<p class="bodytext">Eine Buchvorstellung behandelte das Werk „Ostpreußen – Biografie einer Provinz“ des Autors Hermann Pölking-Eiken. Die Weißenburger Buchhandlung Meyer hatte einen Büchertisch ganz zum Thema „Preußen und Friedrich der Große“ eingerichtet. </p>
<p class="bodytext">Klaus Weigelt, stellvertretender Vorsitzende der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft und Vorsitzender der Stadtgemeinschaft Königsberg, ergänzte die derzeit im Kulturzentrum Ellingen gezeigte Sonderschau zum 125. Geburtstag des Schriftstellers Ernst Wiechert mit weiteren Gedanken und neuesten Bildern aus dessen Geburtsort.</p>
<p class="bodytext">Für das leibliche Wohl sorgte neben der Mannschaft des Kulturzentrums auch die Ansbacher Gruppe der Landsmannschaft Ost- und Westpreußen unter ihrer Vorsitzenden Heidi Bauer. Sie boten Gebäck nach original ostpreußischen Rezepten an und Jürgen Danowski erläuterte, wie man das „zweigängige Menü“ des „Pillkaller“ (Doppelkorn mit Leberwurst und Senf) richtig genießt. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Wed, 09 May 2012 10:25:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Pfusch am Bau trotz Denkmalschutz</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/pfusch-am-bau-trotz-denkmalschutz.html</link>
<description>Cafébetreiber erschlich sich offenbar Genehmigung für Umbau − Staatsanwaltschaft soll ermitteln</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext"><b>Die Staatsanwaltschaft in Königsberg ermittelt gegen den Betreiber eines Cafés am Tierpark wegen Verstoßes gegen Denkmalschutzauflagen. Mitten am Tag, während zahlreiche Gäste es sich an den Tischen des Cafés „Sjeschka“ gemütlich gemacht hatten, stürzte plötzlich eine Wand des Gebäudes ein.</b></p>
<p class="bodytext">Hatte ein privater Investor sich arglistig Genehmigungen für den Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes erschlichen, oder sind die ausstellenden Behörden einfach nicht ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen? </p>
<p class="bodytext">Was sich da in Königsberg ereignete, hätte die Szene eines Spielfilms sein können: Menschen saßen gemütlich im Café „Sjeschka“ zusammen, als plötzlich lautes Gepolter zu hören war und die Wände zur zum Tiergarten gerichteten Seite sich bewegten. Die verwirrten Besucher verließen fluchtartig den Raum und retteten sich ins Freie. So etwas hatten die Königsberger seit langem nicht erlebt. Warum stürzte das vor fast 80 Jahren erbaute Gebäude plötzlich ein?</p>
<p class="bodytext">So unerwartet war der Einsturz jedoch nicht. Auf der Hufenallee [Prospekt Mira] in Königsberg, unmittelbar am Eingang zum Zoo, befindet sich ein Gebäudekomplex, der 1935 gebaut wurde. In einem Teil davon ist die Kasse des Tiergartens untergebracht, in dem restlichen – größeren – das Café „Sjeschka“. Für gewöhnlich halten sich auch an Wochentagen viele Besucher dort auf. </p>
<p class="bodytext">Um den Einsturz ranken sich viele Ungereimtheiten. Sie beginnen im Jahr 2005, als ein Teil des Grundstücks, auf dem sich der Zoo befindet, auf ungeklärte Weise dem Café-Besitzer übertragen wurde. Die seit Ende vergangenen Jahres amtierende Zoodirektorin Swetlana Sokolowa hat versucht herauszufinden, welchen Grund es für diese Übertragung gab, aber in den verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung konnte ihr niemand eine schlüssige Antwort geben. </p>
<p class="bodytext">Der Café-Besitzer wollte das Gebäude, an dem schon einmal 1966 von den Sowjets Veränderungen vorgenommen wurden, die möglicherweise die Statik verändert haben, umbauen und es vergrößern. Und das, obwohl es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, an dem Veränderungen ohne entsprechende Genehmigung gar nicht durchgeführt werden dürfen. Nach der Version der Leiterin des Dienstes zum Schutz von Objekten des Kulturerbes in der Stadt, Larissa Kopzewa, hatte der Café-Besitzer sie davon überzeugt, dass er vom Kulturamt der Stadtverwaltung das notwendige Einverständnis bereits eingeholt habe. Da das Gebäude unter der Obhut der Gemeinde steht, war sie davon ausgegangen, dass die Gemeinde die Bauarbeiten auch kontrollieren würde. Deshalb stellte Larissa Kopzewa am 1. Dezember 2011 eine Genehmigung zum Umbau des Gebäudes aus, bescheinigte das Vorliegen sämtlicher notwendiger Dokumente, besonders des Pachtvertrags und der Baupläne, denen 2009 der Chefarchitekt der Stadt und der damalige Leiter des Denkmalschutzes bereits zugestimmt hatten. Auch ein Grundstücksplan lag bei.</p>
<p class="bodytext">Die Kulturbehörde der Stadt Königsberg dementierte jedoch, jemals eine Baugenehmigung erteilt zu haben, und verwies stattdessen auf eine Auflage zum besonderen Schutz des Gebäudes, die der Leiter der Kulturbehörde und der Besitzer des Cafés am 5. April 2010 unterzeichnet hatten. Entsprechend dieser Verordnung hätte der Cafébetreiber nur dann die notwendige Genehmigung erhalten, wenn er alle erforderlichen Anträge gestellt und Unterlagen eingereicht hätte. Er habe aber gar nicht alle Anträge gestellt. Darüber hinaus fragen sich nun die Stadtvertreter, wie es sein kann, dass eine untergeordnete Abteilung der Stadtregierung, und dann noch ausgerechnet die Behörde zum Schutz von Objekten des Kulturerbes, eine Genehmigung zum Umbau erteilen konnte, ohne die vorgeschriebene Kontrolle zu garantieren.</p>
<p class="bodytext">Die Denkmalschutzbehörde des Königsberger Gebiets hat dem Café-Betreiber umgehend nach dem Einsturz der Wände auferlegt, alle Bauarbeiten sofort einzustellen, um weitere Beschädigungen am Gebäude zu verhindern. </p>
<p class="bodytext">Die Gebietsregierung reagierte mit Unverständnis auf die Untätigkeit der Stadtregierung, die sich ihrerseits nicht in der Pflicht sieht. Niemand kann genau sagen, wie und auf welche Weise der Café-Eigentümer an die Baugenehmigung gekommen ist. Aufgrund unklarer Verteilung der Zuständigkeiten und der Pflichtvergessenheit von Beamten sind im Königsberger Gebiet auch zahlreiche andere Architekturdenkmäler dem Untergang geweiht.</p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Wed, 09 May 2012 10:18:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Reges Leben auf allen Etagen</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/reges-leben-auf-allen-etagen.html</link>
<description>»100 Jahre Stadthalle» in Königsberg mit buntem Programm eröffnet − Museum dankt PAZ-Lesern</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext"><b>Die Ausstellungseröffnung „100 Jahre Stadthalle“, die Ende März mit einer großen Abendveranstaltung gefeiert wurde, war aus Sicht der Veranstalter ein großer Erfolg. Zahlreiche Personen aus Politik, Musik, Literatur und der Heimatforschung nahmen daran teil.</b></p>
<p class="bodytext">Am Abend des 23. März hatte es niemand eilig, nach Hause zu gehen, und so dauerte die feierliche Eröffnung der Ausstellung zum 100. Jubiläum der Königsberger Stadthalle bis Mitternacht. Auf allen Etagen des Museums brodelte das Leben. Neben klassischer Musik waren Volksweisen und Chansons zu hören, Theaterstücke wurden aufgeführt und wissenschaftliche Referate vorgetragen. Während der Führungen wurden den Besuchern neue Fotobände zur Geschichte Königsbergs präsentiert und vieles mehr. </p>
<p class="bodytext">Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Im ersten wird die Geschichte der Stadthalle bis zum Jahr 1945 erzählt. Hier ertönt eine Aufnahme mit einem Werk des Komponisten Hans Pfitzner, das auch während der Eröffnung gespielt wurde.</p>
<p class="bodytext">Im zweiten Saal geht es um den Wiederaufbau in den Jahren 1980 bis 1990, als klar wurde, dass hier das Staatliche Museum für Geschichte und Kunst untergebracht werden sollte, dessen Interieur nun bis 2013/14 einer sorgfältigen Renovierung unterzogen werden soll. Um den Wiederaufbau der Stadthalle rankt sich eine Anekdote: Es gab einen Beschluss der Kommunistischen Partei der Stadt, das halbzerstörte Gebäude abzureißen. Dank der Initiative des damaligen Chefs der Stadtverwaltung, Viktor Denisow, wurde die Rekonstruktion der Stadthalle in den Dokumenten als „Wiederaufbau eines gewöhnlichen Gebäudes auf der Straße Klinitscheskaja“ deklariert. Niemand aus der Moskauer Parteiführung ahnte, dass im Inneren der Umbau für ein Museum vonstatten ging. Der Bau wurde von verschiedenen Staatsfirmen mit Material versorgt, so dass die Stadthalle schließlich erhalten blieb und heute eines der größten Museen des Gebiets beherbergt.</p>
<p class="bodytext">Dass die Jubiläumsschau solch ein großer Erfolg werden konnte, ist nicht zuletzt auch den Lesern der PAZ zu verdanken, die den in Folge 5 (Seite 13) veröffentlichten Aufruf um Mithilfe ernstgenommen haben und Vizedirektor Anatolij Walujew mit Informationsmaterial versorgten. Anatolij Walujew dankt auf diesem Wege allen, die geholfen haben. Sein E-Mail-Postfach füllte sich unmittelbar nach der PAZ-Veröffentlichung mit Fotos und anderen Dokumenten. Große Unterstützung hat das Projekt auch durch die Stadtgemeinschaft Königsberg erfahren – hier waren Lorenz Grimoni und Va­lentina Fischer besonders aktiv – sowie durch Wolfgang Freyberg, den Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen. Heino Neumauer vom Museum für Ur- und Vorgeschichte in Berlin konnte ebenso Material beisteuern wie Hans-Jörg Froese, Vorstandsmitglied der Landsmannschaft Ostpreußen und Vorsitzender der Prussia-Gesellschaft. Im Gebiet unterstützten zahlreiche Archive die Arbeit. Max Popow steuerte aus seiner Privatsammlung großformatige Fotografien und erhalten gebliebene originale Veranstaltungsprogramme der Stadthalle bei.</p>
<p class="bodytext">Alles in allem ist die Ausstellung „100 Jahre Stadthalle“ ein Beispiel dafür, wie fruchtbar eine deutsch-russische Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet sein kann. Die Austellung ist noch bis zum Ende des Jahres zu sehen.</p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Tue, 08 May 2012 11:22:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Verdienstvoller Ostpreuße wurde abberufen</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/verdienstvoller-ostpreusse-wurde-abberufen.html</link>
<description>Nachruf auf Dr. Herbert Beister − Preußenschildträger der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Am 23. April wurde Dr. Herbert Beister – im 88. Lebensjahr stehend – aus dieser Welt abberufen. Der Verstorbene hat für seine Heimat Ostpreußen und für sein Vaterland Deutschland segensreich gewirkt. Der Bundesvorstand der LO würdigt mit dem nachstehenden Bericht das Lebenswerk des Ostpreußen.</p>
<p class="bodytext">Am 30. Dezember 1924 kam Herbert Beister in Königsberg (Pr.) zur Welt. Die in seinem Elternhaus gelebten preußischen Tugenden garantierten ihm gleichwohl eine harmonische Kind- und Jugendzeit. Wie fast alle seines Jahrgangs wurde er als Siebzehnjähriger zum Militär eingezogen.&nbsp; Beister wurde nach einer Grundausbildung zum Piloten ausgebildet und leistete danach als Jagdflieger Kriegsdienst. </p>
<p class="bodytext">Am Ende des Krieges kam der Königsberger in amerikanische Gefangenschaft, die glücklicherweise nicht lange währte. In Norddeutschland fand er seine Familie wieder. Mit Fleiß und Energie erwarb er als Autodidakt die Hochschulreife. Dies gelang, obwohl der junge Mann zur Existenzsicherung ganztags arbeitete. </p>
<p class="bodytext">Herbert Beister studierte anschließend in Oldenburg und Darmstadt Bautechnik mit Schwerpunkt Tiefbau. Das Studium schloss er erfolgreich mit der Prüfung zum Dipl.-Ing. im Hoch- und Tiefbau ab. </p>
<p class="bodytext">Sein Berufsweg begann in Duisburg. Beim Wiederaufbau des Reviers konnte Beister seine analytische Begabung, aber auch seine Fähigkeit zur Menschenführung unter Beweis stellen. Es ging schnell voran mit dem Königsberger. </p>
<p class="bodytext">1956 sehen wir ihn in Indien, wo er für die Firma Krupp ein Hüttenwerk baut. Wieder in Deutschland, wechselt er 1961 zur „Gutenhoffnungshütte“ (GHH). Hier trifft er mit dem Ostpreußen Dietrich Wilhelm v. Menges zusammen. Dessen Aufstieg zum Spitzenmanager der Altbundesrepublik kann er begleiten. Die beiden Ostpreußen werden Freunde. 1961 wird er wieder mit einem Großprojekt betraut. Er baut in Peru ein Hüttenwerk. 1966 errichtet er in Indonesien eine Reifenfabrik. Hier trifft er mit dem Staatspräsidenten des Landes Suharto zusammen, der ihn bittet, einen Masterplan für die Entwicklung der Schwerindustrie seines Landes zu erstellen. Dieser Plan, der unter der Mitwirkung Beisters entsteht, bringt einen Schub hin zur technischen Entwicklung Indonesiens und schafft viele Arbeitsplätze für das Land, aber auch für Deutschland. Beister wird in diesen Jahren „Entwicklungshelfer“ auf höherer Ebene und Mitinitiator für das Wirtschaftswunder der Altbundesrepublik. </p>
<p class="bodytext">1970 wird er Geschäftsführer von Ferrostahl, einer Tochtergesellschaft der GHH. Nun betreibt er die Akquisition weltweit. Dabei kann er zahlreiche Aufträge für deutsche Unternehmen sichern. Neue Arbeitsplätze werden geschaffen.</p>
<p class="bodytext">1973 ist der Verstorbene auch in der damals noch bestehenden Sowjetunion erfolgreich. Seinen Wunsch, etwas für Nordostpreußen und seine Vaterstadt Königsberg zu tun, konnte er noch nicht realisieren, gleichwohl blieb dieser Wunsch im Blick. 1989 war es dann soweit. Mit Sondergenehmigung des sowjetischen Außenministeriums reisten Beister und sein langjähriger Weggefährte Fried v. der Groeben nach Königsberg. Die dort geführten Gespräche führten zu einem ersten Joint Venture zwischen Deutschland und dem Königsberger Gebiet. Die verschlossene Tür zu Königsberg wurde entriegelt, noch ließ sie sich nicht öffnen. Beisters Bemühungen sie zu öffnen hatten am 1. März 1991 Erfolg, der eiserne Vorhang für die Pregelmetropole fiel. 1990, nach dem zweiten Besuch in Königsberg, gründeten die drei Freunde Herbert Beister, Fried v. der Groeben und Dietrich Wilhelm v. Menge die gemeinnützige „Stiftung Königsberg“. Bereits 1991 beschloss die Stiftung, mit der sehr willkommenen Unterstützung des BMI, das Deutsch-russische Haus in Königsberg zu errichten. Im März 1993 wurde dieses Haus durch den damaligen Parlamentarischen Staatssekretär im BMI, Horst Waffenschmidt, eingeweiht, Königsberg wurde von einer enormen Aufbruchstimmung erfasst. Das Deutsch-russische Haus ist heute ein bedeutender kultureller Faktor in Königsberg. Seine Initiatoren haben dem deutsch-russischen Normalisierungsprozess damit gehörig Schubkraft gegeben.</p>
<p class="bodytext">Ebenfalls 1991 wurde Beister durch sein Unternehmen mit der Federführung der Erstellung einer Aluminiumhütte in Nigeria beauftragt. Das zeigt, wie arbeitsintensiv der Alltag des Verstorbenen war. Wieder wurden zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Dafür erhielt er von der staatlichen Universität des Landes den Ehrendoktortitel.</p>
<p class="bodytext">Entscheidend mitverantwortlich war er auch beim Prozess, der zum Wiederaufbau des Domes in Königsberg führte. Dazu gründete er mit Fried v. der Groeben und einigen anderen die Arbeitsgemeinschaft „Wiederaufbau des Domes“, der die „Stiftung Königsberg“ sowie die LO, die Stadtgemeinschaft Königsberg und die Gemeinschaft evangelischer Ostpreußen (GeO) angehörten. Die entscheidenden Finanzmittel für den Wiederaufbau wurden vom BMI, von der Zeit-Stiftung und von der russischen Regierung erbracht. Auch etliche Ostpreußen gaben dazu.</p>
<p class="bodytext">Frühzeitig nahm der Königsberger Beister auch Verbindung zur staatlichen russischen Universität in Königsberg auf. Er initiierte durch uneigennützige Hilfeleistung für die Hochschule einen Modernisierungsprozess. Beister organisierte die Lieferung moderner EDV und war beteiligt am Austausch von Gastprofessuren. Dafür ehrte ihn die Königsberger Universität mit einem weiteren Ehrendoktortitel. Dr. Beister wurde in den 90er Jahren zum Motor der wiederzubelebenden deutsch-russischen Freundschaft.</p>
<p class="bodytext">Das historische Herzog-Albrecht-Denkmal am Dom ist Anfang des neuen Jahrhunderts wiedererstanden. Es ist Beisters Verdienst. Er hat die Finanzierung des Projekts – abgesehen von einem Zuschuss der LO – ganz selbst übernommen. </p>
<p class="bodytext">Es ist nicht so, dass die bewundernswerte Lebensleistung des hier zu würdigenden Königsbergers durch Glück oder die Zeit-umstände zu erklären sind. Das Fundament dazu wurde in seiner Kindheit gelegt durch eine Erziehung, die sich an den preußischen Tugenden orientierte. Fleiß und Pflichterfüllung, aber auch Selbstdisziplin, Gemeinsinn und Verantwortungsbewusstsein sind dazu die Orientierungspunkte. Beister hat in seinem langen beruflichen Wirken sich und seiner Familie manches Opfer abgefordert. Gleichwohl, seine Familie war für ihn immer Regenerationsort und Kraftquelle. Dies war so bis zu seiner Abberufung. </p>
<p class="bodytext">Dr. Beister war etliche Jahre stellvertretender Vorsitzender der Stadtgemeinschaft Königsberg. Er war viele Jahre bis zu seinem Tod Mitglied der Ostpreußischen Landesvertretung (OLV). Ebenfalls bis zuletzt war er Mitglied im Kuratorium der Stiftung Königsberg, die in den Stifterverband der deutschen Wissenschaft eingebracht wurde.</p>
<p class="bodytext">Die Landsmannschaft Ostpreußen ehrte Dr. Beister im November 2003 mit der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens. 2008 erhielt er die höchste Auszeichnung der LO, den nur ganz selten verliehenen Preußenschild. In der Begründung für diese Verleihung heißt es: „Wir ehren Herrn Dr. Beister in dankbarer Anerkennung für seine in überzeugender preußischer Gesinnung und Haltung geleisteten Dienste für Ostpreußen und das deutsche Vaterland. Dabei sind seine Verdienste um den deutsch-russischen Normalisierungsprozess und sein unermüdliches Bestreben, Königsberg in das europäische Zusammenwachsen einzubeziehen, besonders hervorzuheben.“</p>
<p class="bodytext">Dr. Beister hat vorbildlich gewirkt. Dabei blieb er bis zu seinem Tod den einfachen Ostpreußen auf das Herzlichste verbunden. Er hatte für alle, die an ihn herantraten, ein offenes Ohr. Er wird uns fehlen. Königsberg hat einen nicht zu ersetzenden Förderer verloren. Wir trauern mit seinen Angehörigen um Dr. Herbert Beister.</p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Thu, 03 May 2012 16:45:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Geschichte des Ordens im Kurzfilm</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/geschichte-des-ordens-im-kurzfilm.html</link>
<description>Kulturzentrum Ostpreußen beherbergt neue Exponate − Modernisierung in Planung</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Ein neues Ausstellungsstück bereichert die Sammlungen des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen. Mit einer modernen Medienstation wird den Besuchern die Geschichte des Deutschen Ordens in Kurzform erläutert. 2012 sind Modernisierungen der Museumsräume geplant.</p>
<p class="bodytext">„Von Jerusalem bis Königsberg – Der Deutsche Orden und Ostpreußen“ heißt der nur wenige Minuten lange Film, der in der neuen Medienstation im Kulturzentrum Ostpreußen im Ellinger Deutschordensschloss die Geschichte des Ordens zeigt. Dieser beginnt bei der Gründung aus einer Spitalgemeinschaft während des Dritten Kreuzzuges in das Heilige Land um 1198 bei Akkon. Die Ordensritter widmeten sich dort karitativen Aufgaben. Der Bericht erläutert die Aufgabe der Stützpunkte im Heiligen Land, die folgende Konzentration im Baltikum mit der dortigen Christianisierung und der Gründung des Deutschordensstaates bis hin zur Umwandlung in ein weltliches Fürstentum im Zuge der Reformation. Heute, 800 Jahre nach der Gründung, kümmern sich seine rund 1000 Mitglieder wieder der barmherzigen und wohltätigen Hilfe am Mitmenschen.</p>
<p class="bodytext">Neu in der Sammlung des Kulturzentrums ist auch eine Bronzeplastik von Käthe Kollwitz, die der 1906 in Mannheim geborene und 1969 in Hamburg verstorbene Bildhauer Gustav Seitz geschaffen hat. Seitz war Mitglied der 1947 gegründeten fränkischen Künstlergruppe „Der Kreis“ und hat seine Werke auf der „documenta“ ausgestellt. Die neu mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen erworbene Bronzeplastik entwarf Seitz 1957/58 und ließ sie nur in zehn Exemplaren gießen. Sie ist eine verkleinerte Ausgabe des im Herbst 1960 in Berlin-Prenzlauer Berg auf dem Kollwitzplatz aufgestellten Denkmals. </p>
<p class="bodytext">Bei der Vorstellung der Medienstation und der neuen Bronzeplastik erläuterte Museumsdirektor Wolfgang Freyberg dem anwesenden Ellinger Bürgermeister Walter Hasl sowie den weiteren Besuchern Umbaupläne innerhalb der Schauräume des Schlosses. So soll der 280. Jahrestag des Zuges der Salzburger Exulanten auf ihrem Weg durch die Region zum Anlass genommen werden, den diesen Themenkomplex betreffenden Raum zu modernisieren. „Während sie in Weißenburg gut bewirtet und in Ellingen in Ruhe gelassen wurden, bewarf man sie in Pleinfeld mit Kot und Steinen“, so Freyberg über den Durchzug der protestantischen Glaubensflüchtlingen auf ihrem Weg nach Preußen, wo sie Aufnahme fanden.</p>
<p class="bodytext">Zudem soll auch der zweite Ausstellungsraum zum Thema „Bernstein“, in dem wertvolle Schmuckstücke gezeigt werden, gefällig umgestaltet werden. &nbsp;&nbsp;</p>
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<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 12:43:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Palmnicken führt Beliebtheitsskala an</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/palmnicken-fuehrt-beliebtheitsskala-an.html</link>
<description>Seebäder Cranz und Rauschen fallen zurück − Investoren haben rechtzeitige Modernisierungen verschlafen</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext"><b>Schon bald wird in den Seebädern an der Ostsee die diesjährige Badesaison eröffnet. Zwar wurden die Sturmschäden, die die Herbststürme verursachten, zum großen Teil beseitigt, doch gibt es noch viel zu tun. Die Seebäder Cranz und Rauschen bekommen zudem Konkurrenz.</b></p>
<p class="bodytext">Wie kann es gelingen, möglichst viele Touristen ins Königsberger Gebiet zu locken? Diese Frage beschäftigt dieser Tage auch die Politik. Das Augenmerk richtet sich vor allem auf die Infrastruktur in den Badeorten. Vor kurzem fand in Cranz eine Konferenz der Gebietsregierung statt, auf der geklärt werden sollte, inwieweit die Seebäder und ihre umliegenden Orte auf die diesjährige Badesaison vorbereitet sind. Daneben wurde auch über die langfristige Perspektive gesprochen.</p>
<p class="bodytext">Gouverneur Nikolaj Zukanow setzte als Ziel, schon in zwei Jahren 1,5 Millionen Touristen zu bewirten. Das wären dreimal mehr als im vergangenen Jahr. Den rosigen Plänen steht eine Realität gegenüber, die deutlich zeigt, dass noch sehr viel getan werden muss, um die Ziele des Gouverneurs realisieren zu können.</p>
<p class="bodytext">Die Mehrheit der Russen, die ins Königsberger Gebiet reisen, hält sich am Wasser auf. Im Augenblick stehen jedoch beispielsweise von den 30 als Badezonen ausgewiesenen Strandabschnitten in Rauschen lediglich drei zur Verfügung. In Palmnicken gibt es ein anderes Problem. Hier ist zwar der Strand in Ordnung, der übrigens der breiteste Sandstreifen in der Region ist, dafür sind die Freizeitangebote bislang äußerst unterentwickelt. Dennoch hat Palmnicken inzwischen Rauschen den Rang bei den Besucherzahlen abgelaufen. </p>
<p class="bodytext">Rauschen hat mit der schleppenden Errichtung eines Theaters zu kämpfen. Auch der Lift von Rauschen ist ins Gerede gekommen. Das Symbol des Kurorts ist marode geworden, weil es in den vergangenen Jahren kaum gewartet wurde. Besonders seit das Kriegssanatorium den Lift teilweise an einen Privateigentümer verkauft hat, sind sämtliche Nutzungsfristen abgelaufen, denn der neue Eigentümer hat kein Geld für die nötigen Modernisierungen. Für dieses Jahr ist außerdem geplant, die Seilbahn zum Strand für vorbeugende Wartungsarbeiten zu schließen. Vor allem ältere Besucher werden den Abstieg zum Strand über die steilen Treppen wohl eher meiden. Damit die Kursaison nicht buchstäblich „baden“ geht, wird der Fahrstuhl deshalb wohl mit öffentlichen Geldern repariert werden.</p>
<p class="bodytext">Palmnicken kann sich über diese Entwicklung freuen. Die Stadt verhandelt zurzeit mit den Grenzbehörden darüber, die Beschränkung der grenznahen Zonenregelung für Ausländer wegfallen zu lassen. Die Zunahme des Tourismus stellt Palmnicken vor eine Entscheidung: Kann sie auf die Steuereinnahmen in Höhe von umgerechnet gut fünf Millionen Euro jährlich aus dem Bernsteinabbau zugunsten eines wachsenden Tourismus mit der Perspektive auf Milliarden-Investitionen verzichten? Und hätten diese Investitionen nicht schon früher kommen müssen?</p>
<p class="bodytext">Ein Großteil der für die beschlossene Spielzone bestimmten Grundstücke liegt nicht weit von Palmnicken entfernt und befindet sich im Besitz verschiedener Investoren. Zudem sind die Verträge so abgeschlossen, dass der Eigentümer erst bei Inbetriebnahme des darauf zu errichtenden Objekts steuerpflichtig wird. Insofern beeilt sich niemand mit dem Bau. Die Regierung hat deshalb die Absicht, einen Teil dieser Verträge aufzuheben, das Spielzonen-Projekt zu modernisieren und für seine Entwicklung aus dem Regierungshaushalt umgerechnet über 103 Millionen Euro zu beantragen. </p>
<p class="bodytext">Die Gebietsregierung fordert von den Städten ein Konzept für die Entwicklung des Tourismus. Wer die interessantesten Ideen vorlegen kann, erhält eine Finanzierungszusage. Pillau hat für die Realisierung gemeinsamer Projekte mit der Baltischen Flotte bereits umgerechnet rund 52 Millionen Euro zusätzlich beantragt. Pillau, die westlichste Stadt des Königsberger Gebiets, würde sich für den Tourismus besonders eignen. Die Stadt hat dem Gouverneur bereits einen Entwicklungsplan für die kommenden fünf Jahre vorgelegt. Zu den Vorschlägen gehören eine zehn Kilometer lange Promenade aus Holz, auf der auch ein Fahrradweg entstehen soll, ein Stadion für Wassersport, ein Yachthafen sowie ein eigenes Tourismuszentrum. </p>
<p class="bodytext">Zukanow gab zu bedenken, dass man sich vor diesen ehrgeizigen Ideen zunächst einmal um die Gasversorgung, Straßenreparaturen sowie den Bau von Schulen und Kindergärten kümmern müsse. Auch müsse mit dem Verteidigungsministerium darüber verhandelt werden, dass nicht genutzte Flächen in Pillau der Stadt übergeben werden.</p>
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<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 12:26:00 +0200</pubDate>
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<title>Faszination Wasservögel</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/faszination-wasservoegel.html</link>
<description>Preisträger der Allensteiner Universität stellt Fotografien in Ellingen aus</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Kunstvolle großformatige Farbfotos von Andrzej Waszczuk begeisterten die Besucher der ersten Sonderschau dieses Jahres im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen. Zudem informierte Dr. Eberhard Schneider über das gefährdete Poldergebiet bei Queetz. Unter dem Titel „Das Ermland – ein Vogelparadies“ stellte das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen die erste Sonderschau dieses Jahres vor. Dort werden großformatige Farbfotografien des polnischen Fotografen Andrzej Waszczuk gezeigt. Auf den Bildern sind zumeist Wasservögel im Lauf der vier Jahreszeiten, eingebunden in eine stimmungsvolle Landschaft, zu sehen. Sie stammen allesamt aus dem Poldergebiet um das ostpreußische Dorf Queetz [polnisch Kwiecewo], in dem Waszczuk auch geboren ist. Der gelernte Schreiner, der schon immer leidenschaftlich gerne mit dem Fotoapparat unterwegs war, machte sich 2005 als freischaffender Fotograf selbstständig. Die Erfolge seiner kunstvollen Werke aus der Tierwelt und der Landschaftsfotografie gaben dem Künstler recht, denn er konnte bereits 2008 seinen ersten Bildband mit dem Titel „Waldportrait“ veröffentlichen. 2009 folgte „Hundert Ansichten von Ermland“ und im letzten Jahr erschien „Das Ermland – ein Vogelparadies“, aus dem auch Fotos der Ausstellung stammen. Für dieses Buch erhielt der 46-Jährige den Preis als beste Publikation des Jahres 2011 über Ermland und Masuren, der von der Universität in Allenstein vergeben wurde. Der heute in Guttstadt [Dobre Miasto] lebende Fotograf hat in den vergangenen Jahren zudem Fotoausstellungen in der Galerie Rynek in Allenstein, in Chateauroux in Frankreich sowie in Barrafranca in Italien gestaltet.</p>
<p class="bodytext">Die Fotografien Waszczuks in der Ausstellung zeigen unter anderem Kraniche, Schwäne, Silberreiher, Stockenten, Weißbart-Seeschwalben und Schwarzstörche. Abgebildet sind die Vögel in der Morgen- oder Abenddämmerung, bei der Nahrungsaufnahme oder im Flug. Sebastian Menderski vom Polnischen Bund für Vogelschutz (PTOP) bezeichnete Waszczuk als einen „guten Geist“ im Naturschutzgebiet. Seine oft langen dortigen Aufenthalte, bei denen die vielen guten Fotos entstehen, verhindere oftmals unerlaubtes Fischen und die illegale Jagd nach Vögeln. Er hoffe, dass das Vogelparadies in unverändertem Zustand erhalten werden kann. Ein besonderer Ausstellungsraum ist dem Poldergebiet bei Queetz, in dem die Fotografien entstanden, gewidmet. Diese 120 Hektar große Region ist nach Ansicht von Dr. Eberhard Schneider aus Göttingen, Vorsitzender des Vogelschutz-Komitees in der Gesellschaft zur Förderung des Vogelschutzes, Natur-, Tier- und Lebensschutzes, sehr stark von der industriellen Landwirtschaft bedroht. </p>
<p class="bodytext">Der Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen, Wolfgang Freyberg, dankte dem Polnischen Bund für Vogelschutz sowie dem Fotografen Andrzej Waszczuk für deren Unterstützung. Dabei betonte er, dass die Ausstellung in Ellingen diesmal vollständig aus aktuellem Material aus Ostpreußen bestehe, also die gute Zusammenarbeit auch von Ost nach West funktioniere. Die Qualität der in Allenstein hergestellten großformatigen Fotos stehe denen deutscher Labors in keiner Weise nach. Zudem sprach der Direktor des Kulturzentrums seinem Mitarbeiter Bernhard Denga seinen besonderen Dank aus, der den Kontakt zu Waszczuk hergestellt und die Ausstellung im Wesentlichen vorbereitet hatte. Neben den Vertretern der Landsmannschaften aus ganz Bayern begrüßte Freyberg besonders die Vertreter von Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz, die zu der Ausstellungseröffnung erschienen waren.</p>
<p class="bodytext">Die Foto-Ausstellung „Das Ermland – ein Vogelparadies“ - bei der auch der Bildband von Andrzej Waszczuk erworben werden kann - im Kulturzentrum Ostpreußen, Schloßstraße 9, 91792 Ellingen ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Informationen gibt es ferner über Telefonnummer (09141) 86440, Fax (09141) 864414 oder über die Internetseite www.kulturzentrum-ostpreussen.de.</p>
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<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 13:52:00 +0200</pubDate>
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<title>Weben begleitete ihr Leben</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/weben-begleitete-ihr-leben.html</link>
<description>Ostpreußisches Landesmuseum ehrt Irene Burchert mit Dauerausstellung</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Zu den in der Landsmannschaft Ostpreußen stets besonders gepflegten Traditionen gehört das textile volkskundliche Vermächtnis. Seit 40 Jahren gibt es die Seminarreihe „Erhalten und Gestalten“, in der Techniken, Muster und Geschichte aus der ostpreußischen Tradition weiter vermittelt werden. Seit gut 60 Jahren werden die Traditionen der textilen Volkskunst gepflegt, also seit zwei Generationen. Zu den vielen Menschen, die sich für diese Arbeit eingesetzt haben, gehörte auch Irene Burchert, die diese Techniken mit Händen und mit dem Geist gepflegt hat. </p>
<p class="bodytext"> Als Irene Grunwald am 7. Dezember 1923 im Dorf Tolnicken im Kreis Allenstein geboren, wuchs sie auf dem elterlichen Hof auf. Von dort ging sie im Rahmen der hauswirtschaftlichen Lehre zunächst auf die Landwirtschaftsschule in Allenstein mit dem Ziel, Landwirtschaftslehrerin zu werden. Weiter führte sie ihr Weg nach Lyck an die Webschule, die 1939 gegründet wurde. Was dort unter der Leitung von Bertha Syttkus gelernt und gelebt wurde, prägte sie für ihr ganzes Leben. Doch die Zeit in der Heimat fand gegen Ende des Zweiten Weltkrieges für Irene Grunwald ein jähes und schreckliches Ende. Sie wurde im Januar 1945 nach Sibirien verschleppt und musste gut vier Jahre in Tscheljabinsk und Kopeisk in Lagern zubringen, bis sie im April 1949 entlassen wurde und in den Westen Deutschlands gelangte. Sie heiratete, gründete eine Familie und kümmerte sich viele Jahre um Familie und Haus in Kühren bei Preetz/Holstein. </p>
<p class="bodytext">Die Zeit in Lyck auf der Webschule hatte Irene Burchert nicht vergessen. Schon bald nach 1949 nahm sie wieder Verbindung zu ihrer einstigen Lehrerin Bertha Syttkus auf, die inzwischen eine Weberei in Osnabrück aufgebaut hatte. Auch sie hatte nichts mitnehmen, nichts retten können aus Ostpreußen als ihr Wissen, ihr Können und ihre Liebe zu den textilen Traditionen des heimatlichen Landes. Aus diesem Schatz teilte sie gern mit, organisierte die Trachtenarbeit in der entstehenden Landsmannschaft Ostpreußen und hielt Seminare ab. In diese Arbeit gab sich auch Irene Burchert ein, nachdem die sonstige Arbeit im Haus nicht mehr ihre ganze Zeit beanspruchte. </p>
<p class="bodytext">Anfang der 1970er Jahre übernahm sie einen Webstuhl aus der stillgelegten Weberei Syttkus und begann darauf zu arbeiten. Stoffe für Trachten, für Decken und andere dekorative Textilien entstanden. Sie arbeitete Doppelgewebe und Jostenbänder in ostpreußischer Tradition. Schließlich wurde sie auch eine wesentliche Stütze landsmannschaftlicher Kulturarbeit auf Messen und in den Seminaren. Sie setzte fort, was Bertha Syttkus altersbedingt nicht mehr allein schaffen konnte. In ihrem Haus in Kühren war nicht nur ihre eigene Werkstatt eingerichtet, hier unterrichtete sie auch Schülerinnen. „Webstube Lyck im Haus Allenstein“ nannte sie diese Einrichtung. Besonders erwähnt werden muss noch das Engagement von Irene Burchert im Ostpreußischen Landesmuseum. Fast 20 Jahre lang war sie immer wieder seit 1990 dort zu Webvorführungen, Seminaren in Bandweben für Kinder und Erwachsene sowie jeweils Anfang November auf dem Museumsmarkt dort. Ein Höhepunkt ihrer Arbeit für die ostpreußische textile Volkskunst war sicherlich die von ihr wesentlich mit gestaltete Ausstellung „Textile Volkskunst Ostpreußens“. Nicht zuletzt lebte diese Veranstaltung von ihren ausstellungsbegleitenden Aktivitäten und einer Reihe schöner Leihgaben aus der privaten Sammlung Irene Burcherts. </p>
<p class="bodytext">Bleibendes Zeugnis der intensiven Sammel- und Dokumentationsarbeit ist das 2003 veröffentlichte Buch von Irene Burchert: Textile Volkskunst Ostpreußen. Es steht in seiner Art bislang einzig da und zeugt von dem umfangreichen Wissen und der Liebe seiner Autorin zu diesem Teil der Kulturgeschichte ihrer Heimat, der sie lebenslang verbunden blieb. Ihre größte Liebe und Freude blieb dann beim Weben, zuletzt auch beim Doppelgewebe. 2007 konnte&nbsp; Irene Burchert noch einen kleineren Band über ostpreußische Jostenbänder vorlegen. Er ist ganz der praktischen Arbeit gewidmet und belegt eigentlich das Feld, in dem die Verfasserin ungezählten Menschen, älteren und vor allem auch jungen, durch Anleitung und Vorbild die Liebe zu dieser Handarbeitstechnik und den Inhalten ihrer Gestaltung vermitteln konnte. </p>
<p class="bodytext">Am 18. Juni 2011 starb Irene Burchert. Ihre vielen Arbeiten in Privatbesitz erinnern an sie im In- und Ausland. Ihre Sammlung gelangte ins Ostpreußische Landesmuseum, in dem schon seit Jahren ihr großer Webstuhl in der Dauerausstellung steht und an die textile Volkskunst Ostpreußens ebenso erinnert wie an alle jene, die in Jahrzehnten daran mitgewirkt haben, dass dieses Kulturgut weiterlebt.</p>
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<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 13:44:00 +0200</pubDate>
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<title>„Herkules“ wird restauriert</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/herkules-wird-restauriert.html</link>
<description>Alte Skulpturen erfreuen sich großer Beliebtheit – Cauer-Figuren wiederentdeckt</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Der Bildhauer Stanislaus Cauer hat auf seinem Gebiet in Königsberg eine Ära geprägt. Das haben auch die heute dort Lebenden erkannt. Seit einigen Jahren werden noch erhalten gebliebene Plastiken von ihm restauriert. Aktuell soll die Herkules-Skulptur, welche die Schleu­se des Hammerteichs ziert, vor dem Verfall gerettet werden.</p>
<p class="bodytext">Seit mehreren Jahren haben sich einige besonders aktive Kulturschützer in Königsberg auf die Fahne geschrieben, das Werk des berühmten Bildhauers Stanislaus Cauer zu restaurieren und so vor dem Verfall zu schützen. Der Künstler war ab 1907 Professor für Bildhauerei an der Königsberger Kunstakademie und hat einige Jahrzehnte in der Pregelmetropole gewirkt. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Werke, die Denkmäler, Brunnen und Straßen zierten. Aus dieser Vielzahl sind jedoch nur noch wenige erhalten geblieben. </p>
<p class="bodytext">Zunächst erblickten Cauers „Putten“ nach langen Restaurierungsarbeiten von Spezialisten aus St. Petersburg erneut das Licht der Welt. Heute können die Besucher des Ozeanmuseums das Ergebnis in Augenschein nehmen. Hinter dem Brunnen steht eine Reihe weiterer Skulpturen wie „Nach dem Bade“ aus weißem Marmor, die der Künstler in den Jahren 1905/1906 schuf und dann von Berlin nach Königsberg brachte. </p>
<p class="bodytext"> Lange Zeit stand die Skulptur unter freiem Himmel im Hof des Hauses der Künstler gegenüber dem Puppentheater. Seit ihrer Restaurierung befinden sich die Originale in der Königsberger Künstlergalerie. </p>
<p class="bodytext"> Vor kurzem wurde eine weitere berühmte Arbeit Cauers als restaurierungswürdig eingestuft, es handelt sich um die Skulptur „Herkules“. Das Kulturdenkmal steht auf der „Liste der zu schützenden Objekte des kulturellen Erbes mit regionaler Bedeutung“. Die Herkules-Skulptur aus Muschelkalk entstand in den Jahren 1912/1913. Sie schmückte die Schleuse des Hammerteichs. Heute ist es der Ort, an dem der Hammerweg [Prospekt Mira] endet und die Straße Rathslinden [Bassejnaja] beginnt. </p>
<p class="bodytext"> Die Schleuse befindet sich im Augenblick in einem für den Straßenverkehr gefährlichen Zustand. Deshalb ist eine Sanierung dringend notwendig geworden. Der Teil zwischen der Brücke und der Straße ist sogar vom Einsturz bedroht. Der Putz bröckelt zwar schon seit langem ab und die Stützmauern sind vom Verfall bedroht, aber jetzt ist das Fundament der Straße in Gefahr. Weil die Schleusenmauern nun dringend repariert werden müssen, geriet auch die Cauer-Skulptur wieder in Erinnerung. </p>
<p class="bodytext"> Die Rekonstruktionsarbeiten sollen schrittweise in mehreren Etappen erfolgen. Zunächst werden die Wände stückweise abgetragen, später dann die Treppen. Danach sollen Bauarbeiter und Restaurateure versuchen, die Ziegelsteinmauer aus der Vorkriegszeit zu befestigen. Nach Fertigstellung der Vorarbeiten wird die Herkules-Skulptur endgültig wieder hergestellt werden.</p>
<p class="bodytext"> Bleibt zu hoffen, dass die Figur nachher nicht das gleiche Schicksal ereilen wird wie das Denkmal für die „Liquidatoren der Folgen der atomaren Katastrophe“, für das erst im vergangenen Jahr sechs Millionen Rubel (rund 155000 Euro) aus dem Haushalt der Stadt zur Verfügung gestellt worden waren. Es sollte das Andenken an 3000 Menschen ehren, die 1986 ins havarierte Atomkraftwerk nach Tschernobyl gefahren waren, um die Folgen der Katastrophe zu bekämpfen. Es wurde auf dem Deutschordensring [Gwardejskij Prospekt] aufgestellt und schon jetzt sind erste Verfallsspuren zu sehen. Der Grund ist ein völlig banaler: Eile und eine gleichgültige Haltung seiner Erbauer gegenüber ihrer Arbeit lassen Denkmäler moderner Bauart schon nach kurzer Zeit wieder verfallen.</p>
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<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 13:41:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Kampf für ein Stück altes Königsberg</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/kampf-fuer-ein-stueck-altes-koenigsberg.html</link>
<description>Mit dem Oberrollberg 2/4 ist eines der letzten älteren Häuser aus der Vorkriegszeit vom Abriss bedroht</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext"><b>Die offizielle Internetseite der Königsberger Stadtverwaltung lässt einen Abriss des in der Altstadt stehenden Gebäudes befürchten. Doch es regt sich Widerstand unter den Bewohnern. </b></p>
<p class="bodytext">Das Gebäude ist Ende des 18. Jahrhunderts erbaut worden und liegt in einer Ecke Königsbergs, in der sich die Atmosphäre und das Kolorit des alten Königsbergs erhalten haben. Heute sind in dem Gebäude, an dem seit Jahrzehnten keine Reparaturen mehr durchgeführt wurden, die Büros einiger Firmen, aber auch von Nichtregierungsorganisationen (NGO) untergebracht. Als der Leiter einer dieser Organisationen über die offizielle Internetseite der Stadtverwaltung davon erfuhr, dass das Gebäude zum Verkauf an möglichst einen Investor angeboten wird, hat ihn dieses zutiefst beunruhigt. Wenn ein einzelner Käufer das Haus erwerben würde, wäre nämlich damit zu rechnen, dass dieser es nicht restaurieren, sondern eher abreißen lässt, um ein Grundstück in bester Lage im Stadtzentrum für eigene Zwecke nutzen zu können. </p>
<p class="bodytext">Die Vertreter aller im Oberrollberg [Copernicusstraße] 2/4 untergebrachten NGOs beschlossen deshalb, sich für den Erhalt des Gebäudes einzusetzen, indem sie beantragten, es in die Liste der zu erhaltenden Architekturdenkmäler aufzunehmen. Ein neuer Eigentümer müsste dann die Richtlinien des Denkmalschutzes einhalten und sich zum Erhalt des Gebäudes in seiner ursprünglichen Form verpflichten. Ein Abriss wäre damit nicht mehr möglich.</p>
<p class="bodytext">Daraufhin dementierten die Abgeordneten des Kreisrates der Stadt Königsberg das Gerücht, dass das alte Königsberger Gebäude abgerissen werden solle. Die Abteilung der staatlichen Denkmalschutzbehörde bei der Regionalregierung beteuerte, es sei schon seit langem vorgesehen, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen, und deshalb auch eine Akte mit den notwendigen Dokumenten erstellt worden. Nun ist geplant, das Haus von Spezialisten aus Moskau oder St. Petersburg begutachten zu lassen. Wenn sie ihre staatliche kulturhistorische Expertise erstellt haben, soll die endgültige Entscheidung über den Zustand und den Wert des Hauses fallen. </p>
<p class="bodytext">Der Kulturbeauftragte des Gouverneurs ging noch einen Schritt weiter. Er regte an, nicht nur das eine Gebäude, sondern auch die angrenzenden Nachbarhäuser aus der Vorkriegszeit unter Denkmalschutz zu stellen.</p>
<p class="bodytext">Der Oberrollberg, in dem das Haus steht, liegt in einem der ältesten Stadtteile der Altstadt, deren Besiedlung bereits im 14. Jahrhundert begann. Auf der Anhöhe in der Nähe des Pregels entstanden Häuser und später auch die Straße Oberrollberg. Der Stadtteil wuchs schnell und war im 19. Jahrhundert fast vollständig mit kleinen Häusern bebaut, die von Zeit zu Zeit umgebaut wurden.</p>
<p class="bodytext">Einige Historiker glauben, dass sich unter dem Gebäudefundament noch Kellerräume oder Reste noch älterer Häuser befinden, die von kulturhistorischem und stadtgeschichtlichem Interesse sein könnten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 12:13:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Gedenktag und mehr</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/gedenktag-und-mehr.html</link>
<description>CDU/CSU-Bundestagsfraktion lädt Sprecher ein</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Auf Einladung von Klaus Brähmig, MdB, Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und Deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nahm der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen (LO), Stephan Grigat, an einer Sitzung der Gruppe in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft im ehemaligen Reichstagspräsidentenpalais in Berlin teil. Grigat stellte den Unionsabgeordneten Struktur und Ziele der LO vor. Im Anschluss gab es einen vertieften Meinungsaustausch. Besprochen wurden die Themen Zwangsarbeiterentschädigung, Gedenktag für Vertriebene, Staatsangehörigkeitsfragen und die Unterstützung der Deutschen Volksgruppe in Ostpreußen. Brähmig sicherte der LO Unterstützung zu. Einigkeit bestand darin, die Zusammenarbeit zu vertiefen und dieses erste Treffen dieser Art regelmäßig zu wiederholen.&nbsp;&nbsp; </p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 12:11:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Ein rauschendes Fest</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/ein-rauschendes-fest.html</link>
<description>Gute Laune bei Bärenfang und Heimatklang</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Es war&nbsp; ein rauschendes Fest – das Frühlingstreffen der Ostpreußen am 3. März im Anklamer Volkshaus. Die Halle war mit Forsythien, frischem Tannengrün, den Fahnen und Schildern aller 40 ostpreußischen Heimatkreise geschmückt. Der BdV-Vorsitzende Manfred Schukat begrüßte&nbsp; fast 600 Landsleute und Gäste. Der Vormittag begann mit einem Konzert des Posaunenchors Bansin. Das geistliche Wort zum Tag sprach Pfarrer Siegfried Barsch aus Züssow über die Passions- und Osterzeit. In der folgenden Totenehrung wurde besonders des kürzlich verstorbenen Dr. Karl Nehls gedacht, der vor 21 Jahren die Landsmannschaft Ostpreußen in Anklam mitbegründete und BdV-Ehrenmitglied war. Der Anklamer Vize-Bürgermeister Dr. Detlef Butzke lobte in seinem Grußwort, dass der BdV in Anklam vor allem Verständigung und Versöhnung mit Polen, Tschechen und Russen praktiziert. Festredner der Veranstaltung war Dr. Fred Mrotzeck vom Historischen Institut der Universität Rostock, der die Geschichte der Vertriebenen in Mecklenburg-Vorpommern erforscht. Der ausgewiesene Kenner thematisierte auch die „Ilja-Ehrenburg-Straße“ in Rostock – benannt nach einem sowjetischen Propagandisten, der offen zum Mord an allen Deutschen aufrief. Solch ein Straßenname verträgt sich schlecht mit einer Ehrenbürgerschaft für den Bundespräsidenten Joachim Gauck. Es folgte das Gedenken der Bombardierung von Swinemünde am 12. März 1945 mit über 20000 Opfern, darunter vielen Flüchtlingen aus Ostpreußen. Zur Feier des Tages wurden die Gäste mit einer Saalrunde Bärenfang überrascht. Mit dieser ostpreußischen Spezialität stießen die Besucher auf das Wohl einiger Geburtstagskinder&nbsp; an. Nach dem Mittagessen mit Königsberger Klopsen erfreute das Fritz-Reuter-Ensemble Anklam die Ostpreußen mit einem bunten Strauß von Revue- und Volkstänzen, spanischer Folklore und Musik der 20er Jahre. Inzwischen war aus dem fernen Gumbinnen [Gussew] der russische Kant-Chor&nbsp; angekommen. Ein Achsschaden an einem der Kleinbusse hätte den Auftritt fast verhindert. Unter der Leitung von Tatjana Matwejewa boten die Sängerinnen und Sänger ein mehrstündiges Programm russischer. internationaler Volkslieder und geistlicher Choräle, aber auch deutscher und vor allem ostpreußischer Volks- und Heimatlieder. Dafür erhielten sie stürmischen Beifall. Beim Ostpreußenlied „Land der dunklen Wälder“ fassten sich die Landsleute und der Chor spontan an den Händen. Die ungeteilte Anerkennung aller galt auch wieder den 40 ehrenamtlichen Helfern und Mitarbeitern des BdV Anklam, die mit der festlichen Dekoration, dem Einlass, der Essenausgabe, dem Büchertisch und dem Verkauf von Bärenfang und Getränken für einen harmonischen Verlauf sorgten. &nbsp;&nbsp; </p>
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<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 12:09:00 +0200</pubDate>
</item><item>
<title>Königsberger Kater auf neuem Platz</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/koenigsberger-kater-auf-neuem-platz.html</link>
<description>Bürgermeister Alexander Jaroschuk will durch neue Grünflächen die Lebensqualität in der Stadt erhöhen</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext"><b>Weil Königsbergs Bürgermeister Alexander Jaroschuk dem Bauboom in der Stadt etwas entgegensetzen wollte, entstehen zwischen Betonbauten kleine Grünflächen. Dadurch ist die Stadt um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden. </b></p>
<p class="bodytext">Seit Jahren mussten Grünflächen neuen Bürogebäuden, Einkaufszentren und Wohnsiedlungen weichen. Hinter Metallzäunen wuchsen innerhalb kürzester Zeit Betonmonster, die den Bewohnern älterer Häuser den Blick ins Freie versperren. Viele Grün- und Freiflächen verschwanden. Selbst dort, wo sich Kindergärten befinden, mussten sie dem Bauboom weichen. </p>
<p class="bodytext">Doch in letzter Zeit kommen die Stadtoberen zu der Einsicht, dass Ausgleichsflächen notwendig sind. So steht auf dem Programm die Wiederherstellung von Plätzen und Grünflächen, auf denen nicht nur Eltern mit Kindern sich erholen oder auch Sport an frischer Luft treiben können. Obwohl die Luft in Königsberg laut einem Vergleich russischer Städte so frisch nicht ist. </p>
<p class="bodytext">Bürgermeister Alexander Jaroschuk hat sich persönlich der Suche nach Ausgleichsflächen angenommen. Er sagte, es sei höchste Zeit, solche Orte einzurichten. Er nannte dies sein soziales Projekt. „Ich möchte, dass Mütter und Großmütter mit ihren Kindern beziehungsweise Enkeln einen Ort haben, an dem sie spazieren gehen, wo Verliebte sich treffen können, an dem die Jugend angenehm und nutzbringend ihre Freizeit verbringt, ältere Menschen sich mit anderen an einem schönen Flecken der Stadt unterhalten können.“ Jaroschuk wandte sich an die Bürger um Mithilfe bei der Suche nach geeigneten Orten. Das erwies sich als schwierige Aufgabe, weil viele Plätze der Stadt schon bebaut und die meisten anderen bereits an Investoren zwecks Bebauung vergeben worden sind. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die gefundenen Plätze sich meist außerhalb des Stadtzentrums befinden.</p>
<p class="bodytext">Dennoch hat sich im Zentrum ein neuer Platz gefunden. Er befindet sich an der Kreuzung der Schrötterstraße [ul. Krasnaja] mit dem Hansaring [Prospekt Mira] in der Nähe des Stadtparks. Um den erweiterten Bürgersteig von etwa 20 Schritt Länge und Breite, auf dem sich fünf Bänke befinden, als neuen „Platz“ erkennen zu können, bedarf es jedoch einiger Phantasie. Um den Charakter eines Platzes zu verstärken, ließ die Stadt eine Skulptur in der Mitte aufstellen: Sie soll einen Kater darstellen, der drei Vögel jagt. Einen hat er bereits gekrallt. Im vergangenen November hatte die Stadt eine Ausschreibung für die Gestaltung des Platzes an der Straßenkreuzung veröffentlicht. Darin hieß es, der Kater solle in der Pose eines jagenden Tiers dargestellt sein, dessen Größe der eines ausgewachsenen Katers entsprechen solle, die Größe eines Vogels solle ein Dutzend Zentimeter betragen. Trotz dieser genauen Wunschbeschreibung konnten viele Bürger deren Umsetzung in der Skulptur nicht auf Anhieb erkennen. Einige fanden, sie sähe einem Hirsch oder einem Tiger ähnlich, da sie so aggressiv und blutrünstig erscheine. Besonders befremdet reagierten Leute mit kleinen Kindern. Anstelle des guten Königsberger Katers erscheint hier ein blut­rünstiges Raubtier. Noch verwunderter sind die Vorübergehenden, wenn sie hören, dass sich die Skulptur in der Mitte eines Platzes befinden soll, denn diesen hatten sie gar nicht bemerkt.</p>
<p class="bodytext">Die Bauarbeiten am Platz dauerten zwei Monate, die Kosten betrugen umgerechnet gut 25000 Euro. Bald soll auf dem Platz ein japanischer Kuchenbaum gepflanzt werden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
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<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 10:17:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>»Die Masuren sind die Indianer Masurens«</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/ostpreussen/nachrichten/artikel/die-masuren-sind-die-indianer-masurens.html</link>
<description>Polnischer Politiker äußerte sich im Ostheim zu Masuren und Ermländern sowie Flucht und Vertreibung</description><content:encoded><![CDATA[
<p class="bodytext">Viktor Marek Leyk, Chef der Kanzlei und Minderheitenbeauftragter des Marschalls der Woiwodschaft Ermland und Masuren in Allenstein sowie bekennender Masure, hat der Bundesrepublik Deutschland einen Besuch abgestattet. Er folgte einer Einladung nach Bad Pyrmont ins Ostheim, wo er als Referent an dem von der Kreisgemeinschaft Lyck organisierten Seminar „Masuren, Geschichte und Sprache“ teilnahm. Der polnische Gast referierte über das Thema ,,Ermland und Masuren von 1945 bis heute“, was das sensible Thema von Flucht und Vertreibung implizierte, denen er Einzigartigkeit bescheinigte: „Ostpreußen wurde im Laufe von sechs Monaten, in der Zeit vom Herbst 1944 bis zum Frühjahr 1945, zum einzigen Ort, wo sich ein derartiger Exodus der Bevölkerung abspielte.“. </p>
<p class="bodytext">Leyk betonte, dass bereits ein Jahr vor Kriegsende im Rahmen der polnischen Exilregierung das „Büro der Westlichen Territorien“ entstanden sei, das Beamte und Lehrer darauf vorbereitet habe, in der Zukunft eine polnische Verwaltung in Ostpreußen aufzubauen. Ein Hindernis sei Josef Stalin gewesen, der den nördlichen Teil Ostpreußens mit Königsberg bis an den Pregel gefordert habe. Ab März 1945 habe die polnische Verwaltung das Leben im südlichen Ostpreußen organisiert. Die innerostpreußische Grenze zwischen dem polnisch und dem sowjetisch verwalteten Teil sei am 16. August 1945 festgelegt worden. Der Referent sprach vom Schicksal der verbliebenen deutschen Bevölkerung und den Schikanen, denen sie ausgesetzt waren. Das einzige Heilmittel, allem zu entgehen, sei es gewesen, einen Ausreiseantrag zu stellen. Sein politisch korrekter Kommentar lautet: „Das war der Preis für den Beginn des Zweiten Weltkrieges durch das Dritte Reich.“ </p>
<p class="bodytext">Leyk sprach die Vermutung aus, dass heute in der Woiwodschaft Ermland und Masuren noch etwa 6000 Masuren und 3000 Ermländer leben, obwohl es dort laut der Volkszählung von 2002 nur 25 Masuren und keinen einzigen Ermländer gibt – dafür aber immerhin 34 Amerikaner. Auf diese Weise bestätige sich die Aussage, dass die Masuren die Indianer Europas seien. Er bemerkte, eine Feststellung bei der Landsmannschaft gehört zu haben: ,,Ihr habt die Region Masuren, wir haben die Einwohner Masurens.“ Was er dabei unter Masuren und Ermländern versteht, hatte er schon zu Beginn seines Referates anklingen lassen. In diesem Zusammenhang sprach er von Siedlern aus Masowien und später Zentralpolen, die den südlichen Teil von Preußen besiedelt hätten, und dem masurischen Dialekt als traditionellem Identitätsmerkmal. Den Unterschied zwischen Ermländern und Masuren machte er dabei an der Konfession – hier katholisch, dort lutherisch – und am Siedlungsgebiet – hier Ermland, dort Masuren – fest.</p>
<p class="bodytext">In seinem historischen Abriss über die Nachkriegsgeschichte in der Gegenwart angelangt, kam Leyck auf Polens Souveränität und Demokratie, seine Mitgliedschaft in Nato und Europäischer Union sowie auf die Bundesrepublik als dessen größten wirtschaftlichen und politischen Partner zu sprechen. Auch sprach er von den ethnischen Minderheiten und der großen religiösen Vielfalt. Als wichtigste Branchen der Region hob er die Landwirtschaft, die Möbelindustrie, die Reifenherstellung sowie den Tourismus und den damit verbundenen Bau kleinerer wie größerer Hotels hervor. Desweiteren erwähnte er die guten Partnerschaften zwischen Städten und Landkreisen seiner Woiwodschaft und der Bundesrepublik, wobei er die Verdienste der landsmannschaftlichlichen Verbände und der deutschen Volksgruppe hierum betonte.</p>
<p class="bodytext">Zum Schluss sagte Leyk: ,,Die nächste Generation von Nachkriegssiedlern will sich auch ,Masuren‘ nennen, und das bedeutet, dass Masuren eine gute Marke ist, sowohl bei uns, als auch bei Euch.“ Danach zeigte er den Seminarteilnehmern einen Touristikwerbefilm über Masuren. Der Gast aus Ostpreußen beendete sein Referat mit einer Diashow über seine Familiengeschichte, in die sich ein Stück weit deutsch-polnische Geschichte auf tragische Weise widerspiegelt. Der Großvater väterlicherseits des am 10. Mai 1951 in Ortelsburg geborenen polnischen Politikers, der evengelische Laienprediger Gottlieb (Bogumil) Leyk, hat sich während der Volksabstimmung 1920 für die polnische Seite eingesetzt. Deswegen wurde er anschließend von den Deutschen schikaniert. Nach der Flucht vor den Russen starb er am 11. Oktober 1945 in München. Sein Vater Emil, auch Aktivist für die polnische Seite, wurde dann während des Zweiten Weltkrieges Hauptmann in der deutschen Wehrmacht, zuletzt beim 7. Reserve-Pionier-Batallion in München. Nach dem Krieg ging er nach Ostpreußen zurück. Dort hatte er es als ehemaliger deutscher Offizier unter den Polen nicht leicht. </p>
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<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 10:13:00 +0100</pubDate>
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