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		<title>Ostpreussen.de / Preußische Allgemeine Zeitung</title>
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	<description>Hier finden Sie Meldungen und Artikel der Preußischen Allgemeinen Zeitung und rund um Ostpreußen.</description><language>en</language><image>
		<title>Ostpreussen.de / Preußische Allgemeine Zeitung</title>
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	<title>Klaus Kinski auf Helgoland</title>
	<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/klaus-kinski-auf-helgoland.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
	<p><b>Helgoland </b>- Einen ganz besonderen Schatz können Freunde der Fotografie und der Filmkunst bis Ende Juni auf der Insel Helgoland heben. Dort präsentiert das Museum Helgoland eine Ausstellung mit über 100 Exponaten zu Leben und Werk des Schauspielers Klaus Kinski. Unter dem Titel „Ich bin so wie ich bin“ illustrieren Fotografien, Dokumente und Plakate das bewegte Leben des 1926 als Nikolaus Günther Nak-szinski geborenen Schauspielers. Der von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ einmal als „nervös-begabter Exzentriker“ be-zeichnete Mime war für jeden Skandal gut. Er galt als die Idealbesetzung für Bösewichte, sei es in Edgar-Wallace-Verfilmungen der 1960er Jahre, sei es in Western oder Gruselfilmen. Aufsehen erregte er nicht nur mit dem Streifen „Aguirre, der Zorn Gottes“ von Werner Herzog (1972), auch seine „rotzfrechen“ Auftritte in Fernseh-Talkshows sind unvergessen. &nbsp;&nbsp;&nbsp; <br /><br /></p>
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<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 10:18:00 +0100</pubDate>
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<title>Zurück nach Europa</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/zurueck-nach-europa.html</link>
<description>Vor 20 Jahren wurde Litauen wieder unabhängig und demokratisch</description><content:encoded><![CDATA[
<p><b>Am 11. März 1990 proklamierte das frei gewählte Parlament in Wilna (Vilnius), der Seimas, Litauen als erste Sowjetrepublik zum souveränen Staat. Der bisherige „Oberste Sowjet“ wurde zur verfassungsgebenden Versammlung umfunktioniert. </b><br /><br />Zu diesem Zeitpunkt war es noch mehr als ungewiss, wie die Machthaber der Sowjetunion und die in Litauen stehenden Einheiten der Roten Armee reagieren würden. Der damalige Staatspräsident Michail Gorbatschow strebte eine Veränderung im System selbst an und lehnte jede Dis­kussion über eine eventuelle Unabhängigkeit, das heißt Entlassung aus der Sowjetunion, ab. Wegen der Hoch-Zeit der Perestroika war zudem noch keine Unterstützung der Bestrebungen im Baltikum durch westliche Staaten erkennbar. Deren Regierungen scheinen in einer Moskau-zentrierten „Gorbi-Manie“ verhaftet gewesen zu sein und wollten nicht durch forsches Vorgehen in der baltischen Frage Gorbatschows Gegner stärken.<br />Mutige litauische Patrioten demonstrierten im Januar 1991 vor dem Parlament, sowie am und im Fernsehturm von Wilna (Vilnius). Am 13. Januar 1991 fanden 13 unbewaffnete friedliche Demonstranten den gewaltsamen Tod, als pro-sowjetische militärische Kräfte erfolglos versuchten, die noch junge Demokratie zu stürzen. Dieses Ereignis bewegte auch westliche Skeptiker der Unabhängigkeitsbewegung zum Umdenken und öffnete letztlich den Weg zur Anerkennung Litauens und zur Schaffung einer parlamentarischen Demokratie. Als erster Staat erkannte Island mittels Telegramm Ende Januar 1991 das wiedererstandene Litauen an. Dieses wichtige schriftliche Zeugnis hat bis heute einen Ehrenplatz im Kabinettssaal in Wilna (Vilnius) und wird voller Stolz präsentiert. Die durch ein Referendum am 25. Oktober 1992 angenommene Verfassung Litauens brachte letztlich den zirka 3,3 Millionen Einwohnern einen demokratischen Staat.<br />Nach der Überwindung der jahrzehntelangen Isolierung vom Westen und dem Beitritt zur Europäischen Union (EU) sowie zur Nato befindet sich Litauen heutzutage in einem gemeinsamen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts. Ergänzend dient als wichtiges Mittel zum Auf- und Ausbau von internationalen Kontakten sowie auch zur Unterstützung der verschiedenen nationalen Minderheiten in Litauen die Kulturpolitik. <br />Die Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland ist vielfältig. Einzelne Bundesländer und Kommunen sowie deutsche Institutionen, Verbände und Vereine nehmen dabei, auch aufgrund der historischen Gegebenheiten, eine besondere Position ein. So wird auch die zahlenmäßig nur noch kleine deutschstämmige Minderheit in Litauen seit der Öffnung des Landes über die auswärtige deutsche Kulturpolitik, die Förderung nationaler Minderheiten in Ost- und Südwesteuropa sowie durch zahlreiche Vereine und Privatpersonen unterstützt. Ideelle, finanzielle und organisatorische Unterstützungen erfahren die deutschen Vereine in Memel (Klaipeda) und Heydekrug (Silute), der Verein „Wolfskinder“, einzelne Kirchspiele sowie auch nicht organisierte deutschstämmige Bewohner im Memelland. Seit der Öffnung des Landes leisten die Deutsche Botschaft und das Goethe-Institut in Wilna, die Landsmannschaft Ostpreußen und die Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise sowie Privatpersonen in einem „Netzwerk der Unterstützung“ unermüdlich Hilfe. Dies hat der deutschen Volksgruppe die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse sowie kulturelle Ereignisse wie die jährlich veranstalteten mehrwöchigen Deutschen Kulturtage in Memel ebenso wie periodische Treffen, Austauschprogramme und Liederfeste ermöglicht. So ist es auch gerade für den Verein der Deutschen in Memel eine Frage des Selbstverständnisses, dass das Simon-Dach-Haus ganzjährig als Domizil der Fürsorge und Kultur geöffnet ist. Der deutschen Bevölkerungsgruppe gelingt es so, die Pflege der deutschen Kultur und Sprache in der angestammten Heimat im heutigen Litauen zu erhalten und auch bekannt zu machen.<br />Inzwischen wird auch in litauischen Publikationen und offiziellen Vorträgen immer häufiger erwähnt, dass Memel und das die Stadt umgebende Memelland vormals überwiegend von Deutschen besiedelt war. So findet der Besucher von Memel heutzutage Informationsstehlen in Litauisch, Deutsch und Englisch, auf denen auch die Geschichte beschrieben ist. Auch die Selbstverständlichkeit der Darstellung der historischen Wahrheit gehört in ein gemeinsames Europa.&nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>
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<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 00:56:00 +0100</pubDate>
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<title>Giftgas- Forschung für das NS-Regime</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/giftgas-forschung-fuer-das-ns-regime.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
<p>Vor 100 Jahren, am 11. März 1910, wurde Robert Havemann in München geboren. Der bekennende Kommunist hatte sich Mitte der 60er Jahre kritisch zur Art der Herrschaftsausübung in der DDR geäußert und galt seither als Regimekritiker. Vom Kommunismus hat er sich jedoch nie distanziert. <br />Seit 1929 studierte Havemann Chemie in München, wechselte dann nach Berlin. Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits ein Linksradikaler, blieb er nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Lande und promovierte 1935. Wegen Mitgliedschaft in der Spionageorganisation „Rote Kapelle“ wurde er 1943 zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde allerdings nicht vollstreckt, weil seine laufenden Forschungsarbeiten als kriegswichtig galten. Sein 1952 geborener Sohn Florian hat ihn deswegen in seinem 2007 erschienenen Werk „Havemann“ schwere Vorwürfe wegen seiner Beteiligung an der Giftgasforschung gemacht. <br />Nach Kriegsende versuchten die Sowjets Havemann am Kaiser-Wilhelm-Institut in Westberlin dauerhaft zu installieren, was aber misslang, weil ihn die US-Amerikaner nach ihrer Machtübernahme in diesem Sektor entließen. Er wechselte an die Ost-Berliner Humboldt-Universität, wo er 1950 die Leitung des Instituts für Physikalische Chemie übernahm. Havemann arbeitete von 1946 bis ins Jahr 1963 mit dem KGB und dem Ministerium für Staatssicherheit zusammen. <br />Trotzdem fiel er bei der Partei in Ungnade. Anlass war seine systemimmanente Kritik an Partei und Staat. Am 12. März 1964 beschloss die SED-Parteiorganisation an der Ost-Berliner Humboldt-Universität, ihn aus der Partei auszuschließen. Am selben Tag entzog man ihm auch seine Professur. 1965 erhielt er ein Berufsverbot und am 1. April 1966 wurde er aus der Akademie der Wissenschaften der DDR ausgeschlossen. <br />Als Wolf Biermann 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde, wandte sich Havemann in einem persönlichen Schreiben an Erich Honecker, den er während seiner Haftzeit im Zweiten Weltkrieg kennengelernt hatte. Daraufhin verhängte das Kreisgericht Fürstenwalde am 26. November 1976 einen unbefristeten Hausarrest gegen ihn, der drei Jahre später wieder aufgehoben wurde. Fortan wurde sein Wohnhaus in Grünheide bei Berlin „nur“ noch von der Stasi überwacht. Anscheinend wurde im Zuge dieser Überwachung auch Angela Merkel fotografiert, wie sie sich dem Havemann-Grundstück nähert. <br />Nach seinem Tod 1982 und verstärkt nach der Widervereinigung wurde Robert Havemann als Ikone des demokratischen Widerstands in der DDR zelebriert, eine Ehre, die angesichts seiner Biographie nur bedingt gerechtfertigt erscheint.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br /><br /></p>
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<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:17:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>Unvergessene Königin der Herzen</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/unvergessene-koenigin-der-herzen.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
<p><b>Eine Ausstellung im Schloss Charlottenburg bildet den Auftakt zu zahlreichen Veranstaltungen, mit denen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) der Königin Luise von Preußen in ihrem 200. Todesjahr 2010 gedenkt. Die Sonderausstellung im Neuen Flügel des Schlosses geht der Entstehung des Mythos „Luise“ nach.<br /></b><br />Als Mädchen war sie eine „wilde Hummel“, wurde „Jungfer Husch“ genannt und man sprach von „unserer tollen Luise“. Gut 30 Jahre später war sie die Königin, die alle verehrten und die sich nicht scheute, auch den Ministern die Leviten zu lesen. Vor 200 Jahren, am 17. März 1810, schrieb sie eine Denkschrift an das Ministerium, in der sie eindringlich mahnt, Preußen nicht verloren zu geben. Nur wenige Monate später starb Luise von Preußen in Hohenzieritz.<br />Die damalige Welt war erschüttert. Selbst ein gestandener Mann wie Gebhardt Lebrecht Blücher, preußischer Feldmarschall und Schlachtenlenker, schämte sich seiner Rührung nicht. „Ich bin wie vom Blitz getroffen“, rief er aus. „Der Stolz der Weiber ist also von der Erde geschieden! Gott im Himmel, sie muss also für uns zu gut gewesen sein.“<br />„Der plötzliche Tod Luises traf Preußen 1810 auf einem historischen Tiefpunkt wie ein Blitzschlag“, so die Berliner Ausstellungsmacher. „Die verschiedenen Rollen der Königin als Schönste der Frauen, als tugendhafte und ,bürgerlich‘ lebende Mutter und Gattin, als politisch aktive, national denkende und ,standhafte‘ Königin, als Märtyrerin, Heilige und nationaler Schutzgeist sowie ihre kaiserzeitliche Instrumentalisierung als ,imperialistische‘ Reichsgründerin werden thematisiert. Unter dem Motto ,Luise heute‘ wird die aktuelle Relevanz der historischen Figur aufgezeigt, deren Bedeutung und Einfluss auf kulturgeschichtliche Zusammenhänge nach wie vor eine breite Öffentlichkeit anspricht.“<br />Einzelne Lebensstationen und wichtige Rollen der Königin zeigen die Person hinter dem Mythos. Über 350 Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Dokumente, darunter Meisterwerke von Karl Fried-rich Schinkel, Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch, laden in der Ausstellung im Neuen Flügel zu einer Annäherung an das Leben und Nachleben von Königin Luise ein. <br />Ein weiterer Höhepunkt ist die so genannte Luisenwohnung im Obergeschoss des Neuen Flügels. Nach der Rück-kehr des Königs-paars aus seinem ostpreußischen Exil im Frühjahr 1810 wurde die Wohnung nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel geschaffen. Sie wurde entsprechend der erhaltenen Inventarlisten von 1800 und 1810 nahezu authentisch rekonstruiert. Fast 90 Prozent der originalen Möbel, handbemalte Seidentapeten, nach alten Entwürfen neu gefertigt, Pariser Gobelins und Kunstwerke aus dem Besitz Friedrich Wilhelms III. spiegeln die klassische Schönheit der früheren Bewohnerin. Die Einrichtung stellt ein Glanzlicht während der Ausstellungsdauer und darüber hinaus dar.<br />Ein weiterer Gang führt zum Mausoleum, das Luises Grabstätte und die bedeutende Marmorsarkophag-Skulptur von Christian Daniel Rauch beherbergt. Anlässlich des Luisenjahres wurde die Sarkophagskulptur gereinigt und restauriert. Nun ist sie zum ersten Mal seit ihrer Aufstellung 1814 wieder öffentlich zu besichtigen, ein Besuch, der normalerweise&nbsp; Angehörigen des Hauses Hohenzollern vorbehalten ist. Außer Luise haben hier mit Friedrich Wilhelm III. sowie deren Sohn Wilhelm I. und dessen Ehefrau Augusta auch andere Mitglieder der Familie ihre letzte Ruhe gefunden. Es sei „nicht nur Grab- und Gedenkstätte Luises, sondern versinnbildlicht als historisch gewachsener, authentischer Kult-ort mit seinen verschiedenen Bauphasen exemplarisch die Entwick-lung des Luisenmythos im Kontext der preußischen und deutschen Geschichte auf engstem Raum“, erläutert Rudolf G. Scharmann, Leiter des Schlosses Charlottenburg und einer der Kuratoren der Luisen-Ausstellung.<br />Wer zum Abschluss des Rundgangs auch noch die Luiseninsel besucht und an einem der Lieblingsplätze der Königin verweilt, der mag ihr gerade dort nahe sein. Nach dem Tod seiner Gemahlin hatte Friedrich Wilhelm III. an dieser Stelle einige Skulpturen aufstellen lassen: einen Bronzeabguss der Venus von Medici und einen des Kapitolinischen Amor nach Lysippos. Ergänzt werden die sinnreichen Arbeiten von einer Büste der Königin, die Christian Daniel Rauch erst nach dem Tod Luises fertigte. „Sie verleihen“, so Scharmann, „der Insel die Aura überzeitlichen Gedenkens an eine ewig währende königliche Liebe, bei der Amor nur noch mit seinem Bogen spielt, aber nicht mehr auf Herzen zielt.“<br />Als die „Königin der Herzen“ starb, fanden Dichter wie Achim von Arnim sowie Heinrich von Kleist und auch der aus dem ostpreußischen Tilsit stammende Max von Schenkendorf tröstende Worte für den König, aber auch das Volk, das sie vermisste: „Herr und König, schau nach oben, wo sie leuchtet gleich den Sternen, wo in himmelsweiten Fernen alle Heiligen sie loben“ (Schenkendorf). Mit solchen Versen haben nicht zuletzt auch die Dichter zum Mythos Luise beigetragen.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br /><br /></p>
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<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 10:13:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>»Du bist Ostpreuße, ein Masure«</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/du-bist-ostpreusse-ein-masure.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
<p>Ostpreußen und seine Geschichte haben den langjährigen ARD-Korrespondenten und Leiter des „heute“-Journals, Wolf von Lojew-ski, nie losgelassen. Geboren 1937 in Berlin, wuchs er als Sohn eines Redakteurs im ländlichen Masuren auf. 2007 war er erneut mehrere Monate in seiner alten Heimat unterwegs. Zwischenzeitlich hat von Lojewski die Quintessenz seiner Rundreise auch zu Papier gebracht und im vergangenen Jahr unter dem Titel „Meine Heimat – deine Heimat – Begegnungen in Ostpreußen“ veröffentlicht. Es ist eine lehrreiche Reportage, durchsetzt mit Anekdoten und eigenen Erinnerungen, die man auch als eine lebhafte Erzählung mit vielen Zwischentönen bezeichnen könnte. Wolf von Lojewski interessierten ganz besonders Begegnungen mit Menschen. Viele, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Ostpreußen kamen, hatten ein schweres Los. Dabei geht von Lojewski auch auf die Umstände seiner eigenen glücklichen Rettung ein. Im Januar 1945 flüchtete er mit seiner Familie von Allenstein aus im Treck. Sie schafften es über das zugefrorene Haff und weiter bis nach Danzig. „Du bist ein Ostpreuße, ein Masure!“, diese Worte seiner Eltern hat er nicht vergessen. In seinem Bücherschrank steht ein seltenes Exemplar mit Märchen und Sagen der Pruzzen. Diese Welt ging unter, als die Kreuzritter in den Osten kamen. Sein Vater hat die alten Überlieferungen als 22-Jähriger zusammengetragen und unter dem Titel „Im Rauschen des Memelstromes“ veröffentlicht. „Ich wollte diesen Strom einfach mal rauschen hören“, schreibt von Lojewksi. <br />Gern lässt man sich als Leser zu den Schauplätzen der Reise mitnehmen, die in Frauenburg ihren Auftakt nahm und nach Königsberg führte sowie zur Kurischen Nehrung, ins südliche Litauen, nach Masuren und ins Ermland. Wohin er auch kam, fielen ihm die Veränderungen seit seinem letzten Besuch auf. Die EU ist in Richtung Osten gewachsen, Grenzen sind weggefallen. Andere wurden neu errichtet. In Frauenburg, polnisch Frombork, beobachten die Menschen mit Sorge, dass der Nordosten Ostpreußens, die „russische Insel im Meer der EU“, von Mos-kau aus immer strenger regiert wird. Ein alter Herr, einer der letzten Deutschen in Frauenburg, berichtete dem Autor: Die jungen Leute in dem seinerzeit zu 80 Prozent zerstörten Ort hätten keine Ahnung mehr, worum es gegen Ende des Krieges eigentlich ging, als so viele Menschen auf der Flucht über das zugefrorene Haff auf entsetzliche Weise ums Leben kamen. <br />In Königsberg begegnete von Lojewski dem russischen Oberst Odinzew, der die Rettung des Domes initiiert hat. Dieser russische Außenposten sei aufgeblüht, jedenfalls bis zur Finanzkrise, erfuhr er von einer jungen Hochschuldozentin. Die Stadt sei „Tummelplatz für Investoren und Spekulanten.“. Traurig stimmende Beobachtungen hat er in Gerdauen machen müssen. Das Zentrum verfällt unaufhaltsam. Auch auf dem verwilderten Staatsgut in der Nähe von Angerapp/Darkehmen ist das Elend heute noch größer als vier Jahre zuvor. Wenig ergiebig hingegen verlief das Gespräch, das Wolf von Lojewski in Hamburg mit dem aus Lyck stammenden Schriftsteller Siegfried Lenz führte. Man hätte auf die Wiedergabe verzichten können. Der Autor betont aber, dass sie beide die bei vielen Heimatvertriebenen gewiss umstrittene Überzeugung teilen: „Der Weg, den Willy Brandt einst vorgegeben hat, hat Europa das Glück und die Gnade beschert, dass aus Gegnern Nachbarn und Verbündete werden konnten und dass all diese Sorgen von gestern in der öffentlichen Diskussion keine Rolle mehr spielen.“&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br />&nbsp; <br /><i>Wolf von Lojewski: „Meine Heimat, deine Heimat – Begegnungen in Ostpreußen“, Lübbe, Gladbach 2009, geb., 235 Seiten, 19,99 Euro</i><br /><br /></p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 10:11:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>Meiser verliert Straßenstreit</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/meiser-verliert-strassenstreit.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
<p><b>München </b>− Trotz zahlreicher Proteste darf die Münchner Meiserstraße in Katharina-von-Bora-Straße umbenannt werden. Das hat der bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Damit gab er dem Münchner Stadtrat Recht, der den früheren evangelischen Landesbischof Hans Meiser (1881−1956) nicht mehr als Straßenpatron haben wollte. Ihm wird von linken Kritikern eine antisemitische Äußerung von 1926 vorgeworfen, trotz seiner späteren Opposition gegen das NS-Regime. Gegen die Umbenennung hatte Meisers Enkel Hans Christian Meiser geklagt. &nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:06:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>Rot-grüne Dame auf dem Schachbrett</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/rot-gruene-dame-auf-dem-schachbrett.html</link>
<description>Die Reaktionen auf die Alkoholfahrt von Margot Käßmann als Lehrstück über Medien, Politik und Kirche</description><content:encoded><![CDATA[
<p>Mit ihrem schnellen Rücktritt hat Ex-Bischöfin Margot Käßmann auch ihren Kritikern Respekt abgenötigt. Die Tonlage, in der die Medien dann über den Vorgang berichtet haben, zeigt indes das Ausmaß der Politisierung der EKD und ihres höchsten Amtes. Das ureigene religiöse Anliegen ist in den Hintergrund getreten.<br /><br />Nur etwa 36 Stunden, von Montag Abend bis Mittwoch Morgen vergangener Woche, dauerte das Mutmaßen über den weiteren Weg Margot Käßmanns: Würde sie sich als EKD-Ratspräsidentin und Bischöfin von Hannover halten können? Wollte sie das überhaupt noch? <br />Am Mittwoch morgen verkündete Käßmann ihren Verzicht auf beide Leitungsämter (nicht „alle Ämter“, wie sie ungenau sagte) und machte damit „reinen Tisch“. Bemerkenswert in den Stunden davor war, dass Käßmann öffentliche Unterstützung zum Bleiben nicht etwa von Bischofskollegen, sondern von Politikern erhalten hatte: Allen voran Wolfgang Thierse, aber auch Katrin Göring-Eckardt – etwas weniger eindeutig – Claudia Roth, ermutigten sie zum Durchhalten. Da war klar: SPD und Grüne betrachten Frau Käßmann als „eine der ihren“, als rot-grüne Dame auf dem Schachbrett der deutschen Politik. <br />Dieser Eindruck wurde durch die Tonlage der Berichterstattung der großen deutschen Medien bestätigt und verstärkt. Kommentare und Berichte charaktersierten viele Medien und Autoren weit stärker als die an sich dargestellte Margot Käßmann.<br />Wie weit beispielsweise die ehemals konservative „Welt“ in die linksliberale Mitte gerückt ist, zeigt der Kommentar „Der Weg der Frauen“. Autorin Andrea Seibel schrieb über Käßmann in einem Atemzug mit Merkel allen Ernstes als eine der „ersten Frauen in Führungspositionen“. Gerade so, als hätte es Maria Theresia, Benazir Bhutto und Margaret Thatcher nie gegeben. Eine reine „Gender“-Geschichte, die religiöse Fragen mit keinem Wort erwähnte, also noch nicht einmal abfällig oder ironisch.<br />Von ganz anderem Anspruch war da der Kommentar „Artistin der Fehlbarkeit“ von Reinhard Bingener in der „Frankfurter Allgemeinen“. „Authentizität“ sei die zentrale Kategorie von Käßmanns geistlichem Wirken gewesen und den Fehltritt ihrer Alkoholfahrt hätte wohl eher als jeder andere „in die eigene Biographie integrieren können“. Käßmann, so jedenfalls die Einschätzung der „FAZ“, habe ihr Amt gegen den Willen des EKD-Rates aufgegeben. „Mit ihrem Rücktritt verliert die Kirche einen ihrer faszinierendsten religiösen Akteure“, schließt Bingener und changiert dabei zwischen Hochachtung und wohl auch der Irritation darüber, in welchem Ausmaß das Subjektiv-Persönliche heute die Außendarstellung einer Großkirche prägt und dabei das objektive Sein der Kirche, also ihr dogmatisches und liturgisches Wesen zurückgetreten ist.<br />Noch ganz anders schrieben – mit einem Tag mehr Abstand zum&nbsp; Ereignis – die Autoren des „Spiegel“ über den Vorgang. Mit der Überschrift „Der gefeierte Rück-tritt“ war – eher gegen die Tatsachen – etwa zu lesen, Frau Käßmann sei vor ihrem Rücktritt „mit Spott und Häme übergossen“ worden. „Ihr schneller, schnörkelloser Rücktritt macht sie zum Maßstab“, so das Blatt. Tiefe Ahnungslosigkeit über das christliche Bischofsamt offenbart der Satz: „Ein Prominenter wird schnell zum Vorbild erhoben, er muss sich besser benehmen als alle anderen...“ Dass die lebensgefährdende Alkoholfahrt etwas mit Schuld zu tun hat, weiß auch der „Spiegel“ und schließt: „Mit dem Fall Käßmann ist erneut die Frage aufgerufen, wie eine Gesellschaft und wie einzelne Mitglieder mit Schuld und Sühne umgehen. Es ist ein sehr deutsches Thema, weil die Schuld aus Holocaust und Weltkrieg hierzulande immer wieder Debatten ausgelöst hat.“ Wohl keine konservative Zeitung hätte es sich erlauben könne, eine solche Gedankenverbindung herzustellen. Doch bei der bösen Assoziation mit dem Massenmord bleibt der „Spiegel“ nicht stehen. „0,6 Liter Wein ergeben bei meinem Körpergewicht die 1,54 Promille“, zitiert er eine unter Experten höchst umstrittene Rechung von Frau Käßmann, die für andere Medien seit Tagen nicht mehr erreichbar war. Der „Spiegel“ berichtet von massenhaft abgegebenen Blumen vor ihrem Haus und weinenden Anrufern in der Bischofskanzlei.<br />Alles, was traditionsbewusste Christen an ihr nicht verstehen, scheint das Hamburger Magazin zu feiern: „Käßmann gehört einer Generation von Theologen an, die den Auftrag der Kirche weniger in spiritueller Anleitung der Gläubigen sehen, sondern im weltweiten ,Engagement‘... ihre Erweckungs-orte sind Mutlangen, Brokdorf und der Bonner Hofgarten... In ihrer radikalen Subjektivität, für die das eigene Empfinden zum Maßstab der Weltbeurteilung wird,&nbsp; vertrat Käßmann eine dezidiert moderne Theologie...“ Aus der Sicht des „Spiegels“ stehe es der Kirche gut an, Frau Käßmann angemessen zu versorgen, etwa bei kirchlichen Organisationen in aller Welt: „Überall wäre man froh über einen Star wie Käßmann.“<br />Mit keinem Wort ging das Blatt auf die pikante Frage ein, ob Käßmann wirklich zum ersten Mal in ihrem Leben alkoholisiert am Steuer saß und ob ihre Darstellung von einem Glas Prosecco und zwei Gläsern Weißwein denn überhaupt stimmt. Vielleicht muss man das auch nicht nach einem solchen (vorläufigen?) Karriereende, doch in anderen Fällen hat gerade der „Spiegel“ ähnliche Zurückhaltung nicht geübt. <br />Andere Medien thematisierten diese Fragen offensiver. Nachdem die „Welt“ bereits am Tag vor dem Rück-tritt die Schätzung veröffentlichte, nur jede 600. Alkoholfahrt werde entdeckt, schrieb der „Focus“ in völlig anderer Tonlage als die Hamburger Konkurrenz vom „sagenhaften Wert von 1,54 Promille“. Das Münchner Magazin gab die Einschätzung der Polizisten wieder, Frau Käßmann habe auf dem Revier „keinerlei Ausfall-erscheinungen“ gezeigt und sachlich reagiert. „Jemand der selten Alkohol trinkt und ... mit 1,5 Promille ins Auto steigt, wäre schlicht und ergreifend nicht in der Lage, das Fahrzeug zu bedienen“ schreibt das Magazin und zitiert einen Verkehrspsychologen, wer mit einem solchen Wert „kaum Ausfallerscheinungen“ an sich wahrnehme, sei „mit Sicherheit ein ,gewöhnter Alkoholkonsument‘“. &nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 09:34:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>Polen beharrt auf US-Raketen</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/polen-beharrt-auf-us-raketen.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
<p><b>Warschau </b>− Nun werden doch Patriot-Luftabwehrraketen und 100 US-Soldaten in Polen stationiert. Eigentlich hatte US-Präsident Barack Obama aufgrund Verstimmungen in Moskau den Plan seines Vorgängers George W. Bush fallen gelassen, doch dies hatte wiederum die Polen brüskiert. „Verrat! Die USA haben uns an Russland verkauft und uns ein Messer in den Rücken gestoßen. Wie naiv waren wir!“ titelte die polnische Zeitung „Fakt“, nach Obamas Rückzug Ende letzten Jahres. Und auch Präsident Leck Kaczynski sah den Bau des Raketenschildes als Test für die Bündnistreue der USA. Nachdem Washington einen Rückzieher vom Rückzieher machte und nun bis 2012 im ostpreußischen Mohrungen nahe der russischen Exklave Königsberg Patriot-Raketen stationiert werden sollen, reagierte der Kreml überraschend entspannt. Die Anlage habe offensichtlich defensiven Charakter und werde nicht als Bedrohung betrachtet, hieß es aus Moskau. &nbsp;&nbsp;&nbsp; <br /><br /></p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:06:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>Gegen alle Widerstände</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/gegen-alle-widerstaende.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
<p>Etwa 14 Millionen Menschen sind nach 1945 aus dem deutschen Osten geflohen oder vertrieben worden; zwei Millionen haben Flucht und Vertreibung nicht überlebt. Es ist eine der unglaublichsten Leistungen, dass das kriegszerstörte Deutschland zwölf Millionen aufnehmen und integrieren konnte. <br />In jüngster Zeit findet das schwere Leben der Vertriebenen in der neuen Umgebung verstärktes Interesse. So hat der Historiker Andreas Kossert in einem vielbeachteten Buch von der „Kalten Heimat“ gesprochen. Die in Stuttgart arbeitende Redakteurin Hilke Lorenz zeigt jetzt an elf Familienschicksalen (übrigens fast durchweg Frauen), wie sehr Flucht und Vertreibung über Generationen hinweg prägend bleiben.<br />Da ist das Schicksal der Familie aus Memel, die mit viel Energie im Westen wieder zu Wohlstand kommt. Eine Familie aus der Königsberger Gegend kann trotz aller äußeren Erfolge den Kummer über die erlittenen Verluste nicht verwinden. Wieder eine andere Familie, aus Schuttschenofen (Kreis Neidenberg) im Ruhrgebiet gelandet, sieht sich derart massiven Vorbehalten der Einheimischen gegenüber, dass sie lange Zeit ihre Herkunft geheim hält. Wieder andere Schicksale betreffen Familien aus Schlesien, Ost-Brandenburg, Pommern, Böhmen und Bessarabien.<br />Fast alle prägt das Trauma von Verlust, von Vergewaltigungen und Tod. Ferner die bedrückenden Erfahrungen in der neuen Umgebung: Wohnen unter primitivsten Umständen, Vorbehalte und Miss-trauen der einheimischen Bevölkerung (besonders in Süddeutschland), mitunter, wenn man in der DDR gelandet war, eine erneute Flucht in den Westen. <br />Die Lebenswege verlaufen ganz unterschiedlich: Manche Frauen setzen sich mit den Erfahrungen intensiv auseinander und lösen sich von der Vergangenheit; andere, vor allem die Älteren, kommen nie so richtig im Westen an. Gespräche über die alte Heimat bleiben lange Tabu, erst mit den Enkeln können die jetzt sehr alt gewordenen Frauen offen über alles sprechen. Die Autorin bringt anrührende Beispiele für das Hereinholen der alten Heimat in die neue:&nbsp; Das Häuschen, das man sich schon in den 50er Jahren (!) bauen kann, wird „Kleinschlesien“ genannt; ein&nbsp; notdürftig hergerichtetes Gärtnerhaus bekommt ein „Fleckchen Ostpreußen“; nach Reisen in die alte Heimat und aufgrund alter Unterlagen werden Haus und Hof stilgerecht im PC rekonstruiert. <br />Wer ein ähnliches Schicksal erlitten hat, wird sich in vielem, was Hilke Lorentz berichtet, wiederfinden. Manches mag man anders sehen, etwa ob die Ressentiments der Einheimischen wirklich so groß waren (hatten sie doch oft selbst nichts zu beißen) oder ob man so deutlich von Ausblendung der Vertriebenengeschichte in der Historiographie sprechen kann. Richtig ist diese Feststellung: „Wenn Heimat nicht mehr da ist, um identitätsstiftend zu wirken und eine verbindende Klammer um Menschen zu legen, übernimmt die Verlusterfahrung diese Aufgabe.“ Das mag auch das nach wie vor große Zusammengehörigkeitsgefühl von Schlesiern, Pommern und Ostpreußen erklären. &nbsp; <br /><br /><i>Hilke Lorenz: „Heimat aus dem Koffer – Vom Leben nach Flucht und Vertreibung“, Ullstein, Berlin 2009, 300 Seiten, 19,90 Euro</i><br /><br /></p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:05:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>Deutschland beliebt wie nie</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/deutschland-beliebt-wie-nie.html</link>
<description></description><content:encoded><![CDATA[
<p><b>Washington </b>– Laut einer Umfrage des „German Information Center“ vom Dezember ist Deutschland in den USA so beliebt wie nie seit der ersten Erhebung dieser Art. 48 Prozent der 1051 befragten US-Bürger hatten demnach einen guten oder ausgezeichneten Gesamteindruck von Deutschland. Eine zuvor veröffentlichte Umfrage der britischen BBC unter 13000 Menschen in 21 Ländern kürte Deutschland obendrein im zweiten Jahr in Folge zum beliebtesten Land der Welt. &nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>
]]></content:encoded>
<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:04:00 +0100</pubDate>
</item><item>
<title>Ein leiser EKD-Chef?</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/ein-leiser-ekd-chef.html</link>
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<p><b>Hannover </b>- Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich ist ein Mann der leisen Töne. Anders als Nikolaus Schneider, der den EKD-Ratsvorsitz derzeit offensiv anstrebt und von linksliberalen Medien hofiert wird, agiert Fried­rich lieber hinter den Kulissen. An die Spitzenpositionen – Fried­rich ist auch leitender Bischof der lutherischen Landeskirchen (VELKD) – hat er sich nie gedrängt. Der Landesbischof ist ein Mann des Ausgleichs – und genau das könnten die evangelischen Landeskirchen derzeit gut gebrauchen. &nbsp;<br />Denn in den nur 120 Tagen Amtszeit von Margot Käßmann wurde viel Porzellan zerschlagen, sei es im ökumenischen Dialog oder in politischen Tagesfragen. Unter Friedrichs Führung würde es ohne Frage leiser werden um die EKD. „Brücken bauen“ nennt Friedrich sein wichtigstes Anliegen und meint damit die Verbindungen innerhalb und außerhalb der Kirche, zwischen Reformierten und Lutheranern sowie zwischen den Konfessionen. Den Schlüssel zu den von Käßmann krachend zugeschlagenen Türen zur orthodoxen und katholischen Kirche hätte wohl eher Johannes Friedrich als Nikolaus Schneider in der Hand.<br />Landesbischof Friedrich ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Auf vielen Feldern tritt er für die Bedürfnisse von Familien ein, die unter einer „Doppelbelastung von Berufstätigkeit und Kindererziehung“ litten. Kindern gebühre oberste Priorität: „Kinder sind nicht nur die Zukunft, sondern die Gegenwart unserer Kirche.“ Es fehle allerdings heute an religiöser Sozialisation in den Familien. Nur noch selten würde abends miteinander gebetet oder eine bib­lische Geschichte vorgelesen,&nbsp; bedauert der Familienvater. &nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>
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<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:02:00 +0100</pubDate>
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<title>Griechische Gold-Lüge</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/griechische-gold-luege.html</link>
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<p><b>Athen </b>– Die Deutschen hätten Griechenlands Zentralbankgold 1941 gestohlen und nie zurückgegeben. Dies behauptete Vizeregierungschef Theodoros Pangalos&nbsp; gegenüber der britischen BBC. Stimmt nicht, wie das „Handelsblatt“ herausfand. Laut Recherche der angesehenen Wirtschaftszeitung wurden die 18,86 Tonnen Goldes noch vor Eintreffen der Wehrmacht in Athen evakuiert&nbsp; und nach London verbracht, von wo sie nach Kriegsende nach Griechenland zurückkehrten.&nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>
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<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:01:00 +0100</pubDate>
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<title>Skandal verzweifelt gesucht</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/skandal-verzweifelt-gesucht.html</link>
<description>Medienberichterstattung über die Bundeswehr auf Diskreditierung fixiert − Führungsakademie im Visier</description><content:encoded><![CDATA[
<p><b>Die Bundeswehr wird kritisiert, weil sie einen afrikanischen Offizier ausgebildet hat, der später zum Kriegsverbrecher wurde. Den Anklägern geht es jedoch nicht um den Kriegsverbrecher, sondern um die Bundeswehr. Zurückgehaltene Fakten belegen diese These.</b><br /><br />„Bundeswehr bildet Kriegsverbrecher aus.“ So berichtete es zumindest das ARD-Magazin „Fakt“. Ein schlimmer Vorwurf, wenn er sich denn erhärten ließe. Stein des Anstoßes ist Hauptmann Moussa Dadis Camara, Chef der Militärjunta in der schwarzafrikanischen Republik Guinea, der Ende 2008 unblutig die Macht in dem zerrütteten Land übernommen hatte. Da er sich aus Geheimhaltungsgründen bei der Vorbereitung des Putsches der im Lande kaum geläufigen deutschen Sprache bediente, wird die Machtübernahme als „deutscher Putsch“ bezeichnet. Galt er zunächst als besonnener Staatsmann, der seinem Land Demokratie versprach, regierte er bald zunehmend autoritär. Ende 2009 kam es zu Unruhen, die er brutal niederschlagen ließ. Dabei wurde er schwer verletzt und lebt seitdem in Marokko.<br />Als Staatspräsident zeigte er sich gern in Uniform mit dem Barettabzeichen der deutschen Fallschirmjäger und prahlte mit seiner militärischen Ausbildung in Deutschland. Für die „Fakt“-Redakteure ist die Junta somit „ein Netzwerk aus alten Zeiten in Deutschland“, dessen Kampf gegen die Opposition „die Handschrift des Offizierschülers aus Deutschland“ trägt. Eine „blut-rünstige Militärjunta mit Wurzeln in Deutschland“ also. Ganz so, als ob die Bundeswehr Speziallehrgänge für Putschisten und Despoten anböte.<br />Dadis Camara hat tatsächlich vor Jahren als guineischer Offizier in Deutschland die Offizierschule des Heeres und weiterführende Lehrgänge besucht. Damit ist er kein Einzelfall. Die deutsche Offizier- und insbesondere die Generalstabsausbildung genießen seit vielen Jahren weltweit einen herausragenden Ruf. Die Lehrgangsplätze sind bei allen Nato-Staaten außerordentlich begehrt. Um auch Offizieren aus Ländern, die nicht der Nato oder der EU angehören, eine Teilnahme an der Ausbildung in Deutschland zu ermöglichen, schließt die Bundesregierung seit Jahrzehnten Kooperationsabkommen mit zahlreichen Ländern aus allen Erdteilen. Welchen Staaten eine solche Ausbildungskooperation angeboten wird, entscheidet das Auswärtige Amt. Die Bundeswehr hat darauf keinen Einfluss. Und welche Offiziere in Deutschland ausgebildet werden, entscheiden ausschließlich die Regierungen der Entsendeländer.<br />An der Führungsakademie in Hamburg gibt es seit 1962 den „Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung“, der prinzipiell jeder Nation offen steht, die nicht dem Bündnis angehört. Die zehnmonatige Ausbildung hat neben der militärischen Fachausbildung das Ziel, dem Lehrgangsteilnehmer einen umfassenden Eindruck von Deutschland und der Bundeswehr zu geben. Einen breiten Raum nimmt daher die politische Bildung ein, um den Lehrgangsteilnehmern die Werte von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu vermitteln. Die ausländischen Offiziere zeichnen sich in der Regel durch hohe Intelligenz und Bildung, Aufgeschlossenheit und Engagement aus. Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer machen sie zumeist rasch in ihren Streitkräften Karriere. So haben in den vergangenen knapp 50 Jahren Tausende Offiziere aus über 100 Nationen die Generalstabsausbildung in Hamburg absolviert. Darunter waren und sind auch Offiziere aus Guinea. Wegen der dort herrschenden politischen Verhältnisse lässt das Auswärtige Amt die Kooperation mit dem Land allerdings auslaufen. Das aber verschweigt „Fakt“ geflissentlich.<br />Dieser Fall und die jüngste Skandalberichterstattung über angeblich entwürdigende Rituale in der Truppe werfen ein weiteres Schlaglicht auf den Umgang vieler Medien mit den Streitkräften. Jahrzehntelang war das beiderseitige Verhältnis von Distanz und Miss-trauen geprägt. Die „Abschreckungsarmee“ hatte keinen Nachrichtenwert. Mediales Interesse fand sie nur, wenn über Fehlentwicklungen oder Skandale berichtet werden konnte. Die Militärs haben, durch die negative und bisweilen sogar feindliche Berichterstattung verunsichert, lange den Kontakt zu den Medien gemieden. Erst durch die Auslandseinsätze ist das Interesse der Medien gewachsen. Die Bundeswehr wiederum ist nunmehr bemüht, deren gesteigertes Informations- und Analysebedürfnis durch eine offene Informationsarbeit zu befriedigen.<br />Dennoch versucht ein bestimmter Stimmungs- und Sensationsjournalismus immer wieder, negativ über die Bundeswehr zu berichten, auch um diese kampagneartig gegen die Regierung zu instrumentalisieren. Fotos von Soldaten, die mit Totenköpfen posieren, zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht, lassen die Präsentation des lange erwarteten Weißbuchs in den Hintergrund treten und bringen den Minister in Erklärungsnot. Zudem differenzieren viele Medien nicht hinreichend zwischen dem Minister als gewähltem Politiker und den Soldaten, die ihren Auftrag ausführen und nicht für politische Entscheidungen verantwortlich sind. So wird aus dem Oberst Klein, der offensichtlich eine falsche militärische Entscheidung getroffen hat, ein „durchgeknallter Obrist“, der für das ganze Elend in Afghanistan verantwortlich gemacht wird. Und zu ihm gesellen sich jetzt angeblich ebenso durchgeknallte Soldaten, die Menschen verachtende Rituale zelebrieren.<br />Es gibt viel Positives über die Bundeswehr zu berichten. Dennoch werden viel lieber Negativschlagzeilen produziert. Frei nach dem Motto: Selbst dann, wenn das Ereignis keinen Nachrichtenwert hat, ist es allemal für eine Skandalgeschichte gut. &nbsp;&nbsp; <br /><br /></p>
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<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 09:55:00 +0100</pubDate>
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<title>Symbol der Nation</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/symbol-der-nation.html</link>
<description>Von Hans Heckel</description><content:encoded><![CDATA[
<p>Im Volk zählt die Bundeswehr zu den höchstangesehenen Institutionen des Landes. Das scheint bestimmte Teile der Medien heftig zu wurmen. Sie nutzen jeden Anlass, um den deutschen Streitkräften am Zeug zu flicken.<br />Der TV-Reißer über die „Ausbildung von Kriegsverbrechern“ in der Hamburger Führungsakademie (siehe Seite 5) steht in einer Reihe mit anderen Auswürfen einer manipulativen Bericht-erstattung. Man denke an die Aufbereitung der „Vorfälle von Mittenwald“. Rauhe Aufnahmerituale lösten in Teilen von Medien und Politik einen Sturm aus, personelle Konsequenzen bei der Truppe waren die Folge.<br />Dabei sind die Maßstäbe völlig verrutscht. Was soll ein Soldat, der fern von Deutschland sein Leben riskiert und seine Kameraden hat sterben sehen, von einem „Skandal um rohe Schweineleber“ daheim halten, für den ein ganzer Standort zum Hort des Schreckens stilisiert wird? Es nötigt einem zusätzlichen Respekt ab zu sehen, wie souverän die Soldaten der Bundeswehr in Kriegsgebieten operieren, obwohl sie wissen, dass zu Hause gewisse Kreise nur darauf warten, sie an den Pranger zu stellen.<br />Was sind das für Reflexe, die hier wirken? Stammen sie aus pazifistischer Hypermoral? Zum Teil ganz gewiss. Daneben muss die Bundeswehr aber auch darunter leiden, dass sie wie jede Armee als starkes Symbol der Nation an sich wahrgenommen wird. Die (in der Bundesrepublik vielerorts hochentwickelte) Wollust, auf die eigene Nation einzuschlagen, entlädt sich daher an der Bundeswehr besonders gern.&nbsp;</p>
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<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 09:55:00 +0100</pubDate>
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<title>Verschwörung oder Planspiel</title>
<link>http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/verschwoerung-oder-planspiel.html</link>
<description>Türkei: Erdogan lässt Offiziere verhaften − Putsch geplant?</description><content:encoded><![CDATA[
<p>Dass ein türkischer General vor einem zivilen Gericht landen könnte, hätte sich in der Türkei früher niemand vorstellen können. Aber schon seit 2008 läuft der „Ergenekon-Prozess“, in dem 86 hohe Polizei- und Armeeangehörige und einige zivile Persönlichkeiten für zahlreiche politische Morde verantwortlich gemacht werden. Und nun ließ die Regierung&nbsp; eine Reihe aktiver und pensionierter Offiziere festnehmen, denen sie Putschpläne vorwirft. Der verhaftete General Engin Alan war sogar ein Nationalheld – wegen seiner Erfolge im Kampf gegen die Kurden. Einige der Festgenommenen wurden zwar wieder freigelassen, andere aber bereits unter Anklage gestellt.<br />Doch handelt es sich wirklich um eine Verschwörung, wie die Regierung behauptet, oder war es nur ein 2003 an der Kriegsakademie der Armee ausgearbeitetes Planspiel, wie die Armeeführung und die Beschuldigten sagen? Der seit Verbot der Scharia und Abschaffung des Kalifats durch Kemal Atatürk schwelende Machtkampf zwischen sekulären und islamistischen Kräften hat damit jedenfalls eine neue Phase erreicht.<br />Beide Seiten haben triftige und zum Teil persönliche Gründe, einander alles zuzutrauen. So hat die Armee bereits mehrmals massiv in die Politik eingegriffen, um linke und später islamistische Versuche der Machtergreifung zu vereiteln und die kemalistische Linie zu verteidigen – was nach mitteleuropäischen Maßstäben in die Kategorie „Militärputsch“ fiel, aber zu Zeiten des Kalten Krieges dem Nato-Partner „verziehen“ wurde.<br />Necmettin Erbakan, mehrmaliger Ministerpräsident und geistiger Ziehvater von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, wurde 1980 sogar inhaftiert, und auch Erdogan, dessen „Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung“ (AKP) 2001 aus Erbakans Partei hervorging, war 1997 kurzzeitig in Haft.<br />Die Kemalisten wiederum kennen den Werdegang Erdogans und wissen genau, was Europa nicht wahrhaben will: Während Erbakan mit frontalem Streben nach einem „Gottesstaat“ scheiterte, verfolgt Erdogan systematisch dasselbe Ziel, er redet aber nicht darüber. <br />Erleichtert wird es ihm dadurch, dass die EU-Bestrebungen ohnehin zu einer moderaten Rhetorik zwingen und dass in den letzten 20 Jahren ein wirtschaftsstarker islamisch orientierter Mittelstand entstanden ist, der die AKP finanzierte und der nun von dieser mit Regierungsaufträgen belohnt wird.<br />Dem Machtgeflecht der Kemalisten in Armee, Polizei, Justiz, Verwaltung und Wirtschaft, gern als „tiefer Staat“ bezeichnet, steht inzwischen ein zweiter „tiefer Staat“ entgegen, denn es scheint der AKP allmählich zu gelingen, die Institutionen zu unterwandern. Sogar einzelne Generale gelten als verkappte Islamisten, und in der Justiz tobt ein – vermutlich am Ende den Ausschlag gebender – Richtungskampf. In beiden Lagern stützt man sich allerdings auf Prinzipien und verfolgt Ziele, von denen zumindest einige mit den vielbemühten „europäischen Werten“ garantiert unvereinbar sind. &nbsp;&nbsp;&nbsp; <br /><br /></p>
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<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 09:47:00 +0100</pubDate>
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