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Symbol der Nation

Von Hans Heckel

Im Volk zählt die Bundeswehr zu den höchstangesehenen Institutionen des Landes. Das scheint bestimmte Teile der Medien heftig zu wurmen. Sie nutzen jeden Anlass, um den deutschen Streitkräften am Zeug zu flicken.
Der TV-Reißer über die „Ausbildung von Kriegsverbrechern“ in der Hamburger Führungsakademie (siehe Seite 5) steht in einer Reihe mit anderen Auswürfen einer manipulativen Bericht-erstattung. Man denke an die Aufbereitung der „Vorfälle von Mittenwald“. Rauhe Aufnahmerituale lösten in Teilen von Medien und Politik einen Sturm aus, personelle Konsequenzen bei der Truppe waren die Folge.
Dabei sind die Maßstäbe völlig verrutscht. Was soll ein Soldat, der fern von Deutschland sein Leben riskiert und seine Kameraden hat sterben sehen, von einem „Skandal um rohe Schweineleber“ daheim halten, für den ein ganzer Standort zum Hort des Schreckens stilisiert wird? Es nötigt einem zusätzlichen Respekt ab zu sehen, wie souverän die Soldaten der Bundeswehr in Kriegsgebieten operieren, obwohl sie wissen, dass zu Hause gewisse Kreise nur darauf warten, sie an den Pranger zu stellen.
Was sind das für Reflexe, die hier wirken? Stammen sie aus pazifistischer Hypermoral? Zum Teil ganz gewiss. Daneben muss die Bundeswehr aber auch darunter leiden, dass sie wie jede Armee als starkes Symbol der Nation an sich wahrgenommen wird. Die (in der Bundesrepublik vielerorts hochentwickelte) Wollust, auf die eigene Nation einzuschlagen, entlädt sich daher an der Bundeswehr besonders gern. 

Veröffentlicht am 03.03.2010

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