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Das Feuer weitergeben

»Erhalten und Gestalten«: Die 65. Werkwoche der Ostpreußischen Landsmannschaft
Viele Ostpreußinnen und ein Schotte: Trachtenvielfalt bei der Werkwoche Bild: Ursula Kraus

Tradition zu pflegen ist nicht das Bewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. Diese sprichwörtliche Weisheit haben 30 Teilnehmerinnen unserer 65. Werkwoche wieder einmal erlebt. Ostpreußische Handwerkskunst begleitet von Gesang, Volkstanz und Gedichten ist Pflege und Weitergabe kultureller Errungenschaften, arbeitsreich und doch in freudiger gemeinschaftlicher Stimmung. Schön, dass auch fünf Teilnehmerinnen den weiten Weg aus Ostpreußen auf sich genommen haben.
In den Werkgruppen wurde mit Eifer gearbeitet – unbeirrt auch mal eine Nadel „zurückgestrickt“ oder eine Naht wieder getrennt; denn das Ziel aller war natürlich die Gestaltung einer vollkommenen Arbeit. Dass dies auch gelungen ist, wurde in einer öffentlichen Ausstellung der Werkstücke am letzten Tag der Werkwoche unter Beweis gestellt. Davon konnten sich zahlreiche Besucher überzeugen. Musterhandschuhe, doppelt gestrickte Topflappen, feinste Weißstickerei, Trachtenwesten, gewebte Tischläufer, Schals, ein Knüpfbild, Jostenbänder und vieles mehr weckten das Interesse der Besucher, die auch manches erklärt haben wollten und deren Fragen fachkundig beantwortet wurden – zum Beispiel, dass die kunstvoll gewebten Jostenbänder viele praktische Verwendungen fanden, heute aber eher als Schmuck getragen werden.
Unsere Werkleiterinnen waren beim Musterstricken und Weißsticken Gudrun Breuer, beim Trachtenschneidern Daniela Graulich (erstmalig als Schneiderin) unterstützt von Marianne Kopp, beim Weben Liesa Rudel und beim Doppelweben Barbara Lorenzen. Alle Gruppen haben sich bei den Werkleiterinnen herzlich bedankt, die Schneiderinnen sogar mit einem selbst gedichteten Lied nach der Melodie „Wer will fleißige Handwerker seh‘n …“:
Die Stimmung war prächtig; und dazu hat Marianne Kopp in besonderem Maße beigetragen. Schon das morgendliche Singen ließ uns fröhlich in den Tag starten. Entspannungsübungen lockerten tagsüber die Haltung konzentrierter Arbeitspositionen auf und abends verscheuchten Volkstanz und ostpreußische Geschichten und Gedichte die Müdigkeit nach getaner Arbeit.
Nach getaner Arbeit – das war in der Regel erst um 21 Uhr – konnte gemütliches Beisammensein die Stimmung der Gemeinschaft abrunden. Dazu haben auch Liesa Rudels Ehemann Klaus mit einem Film über Werkwochen in Bad Pyrmont und Gudrun Breuer mit Dias einer Ostpreußenreise beigetragen.
Ganz besonders haben wir uns gefreut, dass eine junge Studentin als Tagesteilnehmerin aus Braunschweig mit dabei war und sich sehr interessiert, den Webern und der Volkstanzgruppe angeschlossen hat. Sie kam sogar zum Sonntagsfrühstück und hat sich von allen sehr herzlich verabschiedet. Also: Nachwuchssorgen braucht sich die Werkwoche der Landsmannschaft Ostpreußen nicht machen.
Alles in allem kann ein Rückblick auf die Werkwoche nur bestätigen, dass wir unserem Motto „Erhalten und Gestalten“ in vollem Maße gerecht geworden sind.
Zur Ausstellung am Sonnabend bekamen wir überraschend „Besuch aus Schottland“. „Ännchen von Tharau“ und „Land der dunklen Wälder“ erklangen aus einem Dudelsack und waren ein besonderes ostpreußisch-schottisches Erlebnis. Und da wir an diesem Tag ein Geburtstagskind hatten, folgte auch ein Ständchen.
Ganz herzlichen Dank an die Organisatoren, Kursleiterinnen und Teilnehmerinnen dieser wundervollen Woche. Ein Dank geht auch an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Politischen Bildungsstätte Helmstedt, die uns in hervorragender Weise versorgt haben, und der Stiftung „Zukunft für Ostpreußen“, aus deren Mitteln die Werkwoche gefördert wurde.
Gudrun Breuer, der dieses Mal in Vertretung für Uta Lüttich – in Gedanken immer dabei, genau wie die ehemaligen Werklehreinnen Helga Ständecke und Ute Tenzer – auch die Gesamtleitung oblag, hat abschließend den Erfolg der Woche gewürdigt: „Somit bleibt im Rückblick eine gute Woche mit vielen Gesprächen – eben „schabbern“ und „plachandern“ – neben der Arbeit im Gedächtnis. … Unsere Arbeiten liegen vor uns auf dem Tisch, manche noch nicht ganz vollendet, aber sie zeigen schon ihre Schönheit. Wenn die Arbeit zu Hause nun weitergeführt wird, … wird uns erst bewusst, was wir hier Neues gelernt haben.“ Mit Blick auf die Werkleiterinnen betonte sie: „Ich danke Euch für Euren Einsatz und für die Unterstützung, die ihr mir gegeben habt.“
Und sie schloss mit dem Gedicht „Ostpreußische Handarbeiten“ von Gert O.E. Sattler, das ein Bild auch unserer Arbeit zeigt, wie es besser nicht gemalt werden könnte: „Zaubern konnten die Marjellchens …“.
In freudiger Erwartung blicken wir ins nächste Jahr und hoffen, vom 5. bis 11. Oktober zur
66. Werkwoche wieder zusammenzusein, um das Feuer eines kleinen aber besonderen Teils der ostpreußischen Kultur weiterzureichen.    Ursula Kraus

Veröffentlicht am 23.10.2019
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