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Die Zukunft im Blick

Ostpreußische Landesvertretung tagte in Wuppertal – BdV-Präsident stellte Überlegungen zur Umbenennung des Verbandes zur Debatte
Höchstes Beschlussorgan und Exilparlament: Die OLV Bild: PAZ

Ein klares Bekenntnis zu Ostpreußen – Gutes tun können, Gutes tun wollen und Gutes tun, gemeinsam für Ostpreußen und die Ostpreußen, mit Herz und Verstand.“ So hätte die diesjährige Sitzung der Ostpreußischen Landesvertretung (OLV) am vergangenen Wochen­ende in Wuppertal überschrieben sein können. Vereins­rechtlich ist sie die Mitgliederversammlung der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) und deren oberstes Beschlussorgan. Politisch nimmt sie die Rolle eines Exilparlaments der vertriebenen Ostpreußen wahr.
Für nachdenkliches Schweigen sorgte Dawid Banach, evangelischer Pfarrer in Suwalki und Goldap, mit seinem Geistlichen Wort zu Beginn der Versammlung. Ihm folgte ein Grußwort des Alt-Sprechers der LO, Wilhelm von Gottberg. Der heutige Bundestagsabgeordnete bekannte, sich in diesem Kreis „ein stückweit zuhause“ zu fühlen, stand er doch knapp zwei Jahrzehnte an der Spitze der LO.
In seinem Tätigkeitsbericht informierte Stephan Grigat, Sprecher der LO, die Delegierten über seine Gespräche mit Politikern, Gremien und Vertretern von Institutionen und Verwaltungen in der Bundesrepublik und in Ostpreußen. Dabei betonte er besonders die gute Vernetzung der LO mit Parlamenten und Behörden diesseits und jenseits der politischen Grenzen, die Ostpreußen heute teilen und von uns trennen. Weiter berichtete Grigat über die erfolgreiche Durchführung des Deutsch-Russischen Forums in Insterburg zwei Wochen zuvor und die Veranstaltungen der LO in Ostpreußen, die allesamt als eine feste Größe im Veranstaltungskalender etabliert seien. Zudem berichtete Grigat über seine Tätigkeit im Beirat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung und jene als Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen (BdV).
Auch wenn Grigat einräumen musste, dass es zunehmend schwieriger werde, geeignetes Führungspersonal zu finden, trat er der Annahme entgegen, es gäbe in der LO angesichts des langsamen Dahinscheidens der Erlebnisgeneration irgendwelche Abwicklungstendenzen. Vielmehr bewiesen die Ostpreußen Vitalität, Lebenskraft und Gestaltungswillen. In diesem Zusammenhang erwähnte Grigat die „Zukunftswerkstatt“ der LO. Dabei handelt es sich um ein Seminar mit 20 jüngeren Menschen, die Strategien für die Zukunft der LO entwickeln und so die Weichen für die „LO im Jahr 2050“ stellen wollen.
Der Bericht des Sprechers wurde, ebenso wie die Berichte des Bundesgeschäftsführers, des Chefredakteurs der Preußischen Allgemeinen Zeitung, der Bundesvorsitzenden der ostpreußischen Frauenkreise, des Referats Heimatpolitik der LO, des Bundes Junges Ostpreußen sowie der Jahresbericht und die Jahresrechnung des Schatzmeisters überwiegend ohne Aussprache zustimmend zur Kenntnis genommen. Danach war die einstimmige Entlastung des Vorstandes nur noch eine Formsache. Auch der Haushaltsplan für 2019 wurde einstimmig verabschiedet.
Mit besonderer Spannung erwarteten die OLV-Delegierten am zweiten Sitzungstag die Ausführungen des BdV-Präsidenten Bernd Fabritius zu seinen Überlegungen hinsichtlich einer Änderung der Satzung und des Namens des BdV. Zuvor gab Fabritius einen Überblick über Aufgaben und Ziele des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der er seit April dieses Jahres ist. Dabei machte er deutlich, dass diese weit mehr beinhalteten, als es seine Amtsbezeichnung vermuten ließe. So sei er nicht nur für die Angelegenheiten aller Deutschen, die „eine vertriebenenrechtliche Aufnahme im Bundesgebiet gefunden“ hätten, zuständig, sondern auch für die Belange der deutschen Minderheiten „in den heutigen östlichen Nachbarländern“ ebenso wie für die der nationalen Minderheiten in Deutschland.
Ursprünglich war der 1957 gegründete BdV als Dachverband der deutschen Vertriebenenverbände vor allem für die Verfolgung der Interessen und Belange jener Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den deutschen Ostgebieten und den osteuropäischen deutschen Siedlungsgebieten vertrieben worden waren, zuständig. Doch mit dem Schwinden der Angehörigen der Erlebnisgeneration haben sich seine Aufgaben im Laufe der Zeit sukzessive geändert. Neben Aufgaben, die weggefallen sind, kamen andere hinzu. Zu letzteren gehört beispielsweise die Betreuung der Heimatverbliebenen, ein Tätigkeitsfeld des BdV, an das noch vor drei Jahrzehnten nicht zu denken war.
Als Konsequenz aus dieser Entwicklung hält Fabritius eine Änderung beziehungsweise Ergänzung des Verbandsnamens für angebracht. Denn der Name „Bund der Vertriebenen“ sei, wenn er die Vertreibung als einzige Klammer der Zusammengehörigkeit darstelle, nicht mehr vollständig. Die Vertreibung gehöre zur Identität des Interessenverbandes, allerdings vertrete er mittlerweile viele Menschen, die nie vertrieben wurden, wie eben die Heimatverbliebenen und die deutschen Minderheiten. Das, was der BdV abdecke, sei inzwischen viel mehr als die historische Vertreibung der Deutschen. Deshalb will Fabritius durch eine Präambel zur Satzung „dem rechtlichen Konstrukt eine Seele“ und dem Verband einen zeit- und aufgabengemäßeren Namen geben. Mit konkreten Vorschlägen zu beidem wollte der BdV-Präsident noch nicht aufwarten. Ihm ginge es zunächst darum, eine Debatte über seine Überlegungen anzustoßen. Bei den Delegierten der OLV ist ihm dies gelungen, denn seinen Ausführungen folgte ein reger Gedankenaustausch.    Jan Heitmann

Veröffentlicht am 07.11.2018
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Kommentare

Gottfried Solwig: 7. Dezember 2018, 19:11 Uhr
Es gibt keine Heimatverbliebenen. Es handelt sich z. B. im Falle der deutschen Minderheit in Rumänien um Deutsche deren Anträge als Aussiedler ab Mitte der 90er abgelehnt wurden und für die, die Bundesregierungen der letzteren 20 Jahren keine Gesetzesänderungen anstreben. Sie werden nur deswegen abgelehnt, Weill die Bundesregierung einen individuellen Nachweis eines erlitten Unrechts aufgrund der deutschen Volkszugehörigkeit verlangt. Unter diesen Bestimmungen hätte auch Herr Fabritius keine Aufnahme als Aussiedler in die Bundesrepublik finden können. Außerdem hat der Bund der Vertriebenen nichts mit den Aufgaben des Aussiedlerbeauftragten für nationale Minderheiten zu tun. Diese Ämter standen niemals zuvor unter ein und derselben Führung. Durch die Aufnahme im Bundesgebiet nach 1990 hat im Banat z. B. ein kultureller Kahlschlag stattgefunden und die restlichen Deutschen, die man zwanghaft dort hält, sind seit dem völlig verloren auf sich selbst gestellt. In diesem Zusammenhang von "Heimatverbliebene" zu sprechen zeigt, wie Charakterlos diese Mann ist. Oder heißt es nur noch Mensch?

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