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Kreativer Sprachunterricht in den Sommerferien

»Deutsch mit Socke«: Zwei Germanisten kümmerten sich um die jüngsten Mitglieder der AGDM
Die Teilnehmer zeigen stolz ihre Handpuppen aus Socken Bild: D.K.

Im Zeitraum vom 23. bis zum 27. Juli organisierte die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) bereits das sechste Mal für ihre jüngsten Mitglieder spannende Freizeitangebote. Eine Gruppe von 15 Kindern traf sich im Sitz der Gesellschaft, dem Haus Kopernikus.  
Ziel des Projekts war vor allem, den teilnehmenden Kindern die deutsche Sprache sowie die Geschichte des südlichen Ostpreußens im Besonderen und Deutschlands im Allgemeinen auf eine spielerische Art beizubringen. Der von zwei Germanisten geleitete Ferienhort konzentrierte sich auf sprachdidaktische und geschichtliche Inhalte. Den Lehrern lag etwas daran, den jungen Projektteilnehmern die einfachen Sprachstrukturen zu vermitteln, die im täglichen Bedarf unentbehrlich sind, um mit deutschen Altersgenossen zu kommunizieren. Den Kindern wurden auch verschiedene thematische Wortschatzbereiche nähergebracht. Man brachte ihnen beispielsweise die deutschen Bezeichnungen für Garderobestücke bei. Außerdem konnten die Jungen und Mädchen erfahren, welcher Worte man sich bedient, um in einem Geschäft etwas zu kaufen.
Um den Deutschunterricht kreativ, abwechslungsreich und spielerisch zu gestalten und um den Kindern einen spielerischen Zugang zur deutschen Sprache zu gewährleisten, wurde die Filmreihe des WDR „Deutsch mit Socke“ genutzt. Aufgrund der kurzen Filmszenen, in denen sich zwei Protagonisten Esther und eine Handpuppe namens Socke, über alles Mögliche auf Deutsch unterhalten, konnten sie ihre Deutschkenntnisse verbessern. Was auch immer Esther und Socke im Filmmaterial erlebt hatten, konnten die jungen Schüler nach dem Sehen auf ihre eigene Welt übertragen und mit allen Sinnen vertiefen. So entstanden nach dem Vorbild der filmischen Socke mehrere farbige Sockenpuppen. Mit Scheren, Bastelaugen, viel Pappe, bunten Blättern und Klebepistole ausgerüstet nutzten die Projektteilnehmer ihr Handgeschick und hatten viel Spaß. Außer vorgestellten Präsentationen, Sprach- und Bewegungsspielen, sprachpraktischen Einzel- und Gruppenübungen sowie thematischen Bastelarbeiten konnten sich die Kinder in die Rolle eines Superhelden hineinversetzen und in der sagenhaften Welt der germanischen Mythologie den Versuch wagen, die bedrohte Weltenesche Yggdrasil – den Baum des Lebens zu retten.
Den Workshop, der als Rollenspiel gedacht war, leitete der Geschichtslehrer Szymon Marchlewski. Er war Spielmeister, hatte nicht nur eine narrative Funktion, sondern übernahm auch die Rolle der schwarzen Charaktere. Mal war er eine böse Hexe, mal die Königin der Mäuse, die überwunden werden mussten, damit die mythologische Welt verschont bleibt. Sehr geschickt wurden in die Spielhandlung unterschiedliche Motive aus den ermländischen Legenden eingeflochten, sodass die Kinder eine Prise der regionalen Kultur mitbekamen. Die Schüler konnten sich auch mit der Geschichte der Stadt Alleinstein vertraut machen. Das ermöglichte der Spaziergang mit der Reiseführerin Anna Sowik durch die Altstadt. Man schlenderte am neuen wie auch am alten Rathaus vorbei, besuchte die Kathedrale, bewunderte die alten Bürgerhäuser oder schaute sich die Umgebung der Allensteiner Burg samt deren Innenhof an. Dabei hörten die jungen Stadtbesucher Sowik aufmerksam zu, die viele spannende Details über die Stadtgeschichte erzählte. Während der Führung spielten die Kinder ein Stadtspiel, in dem sie an den besichtigten Orten und Gebäuden gemeinsam Rätsel lösen mussten.
An einem der Projekttage konnten sich die Kinder so fühlen, als ob sie in einer ungewöhnlichen Manufaktur gelandet wären. Die Referentin Alicja Jezierska stellte spannend dar, wie man ein heutzutage unter Jugendlichen sehr populäres Schleim-Spielzeug herstellt. Während der kreativen Werkstatt entdeckten die Kinder aufs Neue Werkstoffe wie Kleber, Brokat, Lebensmittelfarben und Waschmittel und konnten sie zu einem zähflüssigen Schleim verarbeiten. Diese Bastelarbeit bereitete den Teilnehmern große Freude, sodass die Endergebnisse großartig waren. Es ist auch zu betonen, dass neben der kindlichen Kreativität auch die Deutschkenntnisse der Projektteilnehmer vorangebracht wurden, da die Rezepte für ein Slime in deutscher Sprache verfasst wurden.
Das Projekt, bei dem die Schulkinder ihre Interessen entwickeln konnten, wurde von der AGDM mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, des polnischen Ministeriums für Inneres und Verwaltung sowie des Generalskonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Danzig durchgeführt.
    Dawid Kazanski

Veröffentlicht am 15.08.2018
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