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»Licht über Sand und Haff«

Carl Knauf –Maler in Nidden im Kulturzentrum Ostpreußen
Sprach zur Biografie und zum Talent Carl Knaufs: Kurator Bernd Schimpke aus Hamburg Bild: M. Fritsche

Licht über Sand und Haff – Carl Knauf – Maler in Nidden“ – so lautet der Titel der neuen Sonderausstellung im Kulturzentrum Ostpreußen im Deutschordensschloss Ellingen, die etwa 50 ausgewählte Bilder des Malers präsentiert.
„Der blaue Himmel strahlt, das klare Meer rauscht in sanften Wellen ans Ufer. Ein großer Fischerkahn wiegt gemächlich mit den Wellen auf und ab. Schäfchenwolken ziehen vorbei und in der Ferne ist ein kleines Fischerhaus zu sehen. Eine idyllische Strandszene, die wie aus einem Traum zu kommen scheint und die Sehnsucht nach dem Meer entfacht.“ – Solche Motive fing der Maler Carl Knauf in kräftigen und warmen Farben mit seinen einzigartigen Gemälden ein.
1893 in Godesberg am Rhein geboren, studierte Knauf an der Düsseldorfer Kunstakademie. Bereits während seiner Militärzeit im Ersten Weltkrieg hatte er das Memelland und die Kurische Nehrung für sich entdeckt und blieb fortan in der Region sesshaft. 1921 stellte er in Königsberg im Rahmen der Jahresausstellung des Kunstvereins aus. Er war 1928 im „Kunstschaufenster“ in Memel vertreten und beschickte 1932 in der Stadt eine große Einzelausstellung. 1943 führte er in Königsberg nochmals eine Ausstellung durch.
Knauf wohnte und arbeitete zuerst in Königsberg und schuf sich 1930 im kleinen Fischerort Nidden, dem Sitz der bekannten Künstlerkolonie, einen Rückzugsort, um sich ganz der Malerei zu widmen. Er wohnte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1944 in einem Haus ganz in der Nähe des Sommersitzes von Thomas Mann. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Fischerfriedhof in Nidden. Dort entstand eine Vielzahl von hauptsächlich Ölgemälden, die er in seinem eigenen „realistischen“ Stil schuf. Seine Landschaftsdarstellungen waren für Einheimische und Besucher der Gegend offenbar der gültige Ausdruck dessen, was sie selbst auch gesehen und erlebt hatten. Kaum ein Maler hat in jener Zeit die Kurische Nehrung und das Memelland wohl so oft und in so vielfältigen Motiven gemalt wie Knauf. Von Reisen in den Süden, in die Alpen und nach Nordafrika, brachte er jedoch auch andere Bildeindrücke mit.
Bei seiner Begrüßung schilderte der Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, Wolfgang Freyberg, die Schönheit dieses schmalen, aber fast 100 Kilometer langen Landstrichs zwischen Ostsee und Kurischem Haff. Wer einmal auf der Hohen Düne bei Nidden stand, wird diesen Eindruck in seinem Leben niemals vergessen, munterte er die Besucher auf, einmal dorthin zu reisen.
Berührende Worte zur Biografie und zum großen Talent des Künstlers wählte Kurator Bernd Schimpke aus Hamburg während der Eröffnungsveranstaltung. Als leidenschaftlicher Kunstsammler macht er es sich unter anderem zur Aufgabe, das Werk Carl Knaufs zu pflegen und den fast vergessenen Maler wieder zurück ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Gezeigt werden Gemälde aus dessen Privatsammlung, ergänzt um Exponate des Ostpreußischen Landesmuseums Lüneburg.
Die Gäste der Vernissage waren begeistert von den eindrucksvollen Gemälden, für die, wie ein Besucher betonte, sich auch eine längere Anreise gelohnt hatte. Schnell ergaben sich Gespräche über die Maltechnik, die Farbwahl und die Schönheit der Arbeiten.
Die stimmungsvollen Motive der Kurischen Nehrung und des Haffs können in der neuen Sonderausstellung im zweiten Obergeschoss des Kulturzentrums Ostpreußen im Deutschordensschloss Ellingen, Schloßstraße 9, 91792 Ellingen/Bayern, bis zum 8. September 2019 jeweils von Dienstag bis Sonntag (auch an Feiertagen) von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr angesehen werden. Informationen gibt es zudem unter Telefon (09141) 86440.
Zur Künstlerkolonie Nidden hat Bernd Schimpke ein reichhaltig bebildertes Buch herausgegeben, das an der Kasse erworben werden kann.    Manfred Fritsche

Veröffentlicht am 05.06.2019
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