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Rezitation ostpreußischer Dichter in Osterode

Schüler mit Deutsch als Minderheitensprache trugen sehr unterschiedliche Werke vor
Nella Chrostek aus Rastenburg trug „Panther“ von Arno Holz vor Foto: U.H.

Am 22. November gab es im Schloss Osterode eine Premiere, eine neue Veranstaltung im Kalender der Deutschen Minderheit im südlichen Ostpreußen. Der Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren (VdGEM) und die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) hatten Schüler aus Schulen mit Deutsch als Minderheitensprache und aus den Gesellschaften der Deutschen Minderheit zum ersten woiwodschaftsweiten deutschsprachigen Rezitationswettbewerb eingeladen.
Im Saal des Osteroder Kulturzentrums wird schon seit einigen Jahren einmal im Jahr ein Wettbewerb des deutschen Liedes veranstaltet. Nun werden dort auch Werke der deutschen Literatur rezitiert. Dieser Rezitationswettbewerb füllt eine Lücke im Angebot des VdGEM, wie Edyta Gładkowska, die Vertreterin der LO in Allenstein, sagte.
Die Hauptorganisatorin des Wettbewerbs, Anna Czajkowska von der Gesellschaft der Deutschen Minderheit „Tannen“ in Osterode, zeigte sich erfreut: „Wir haben das relativ kurzfristig geplant und keine Gelder vom polnischen Ministerium und dem deutschen  Generalkonsulat beantragt. Finanziert wurde er von der LO sowie aus Mitteln des VdGEM und des Verbandes der deutschen Minderheit VdG.“ Beeindruckt und stolz ist sie wegen der großen Resonanz, auf die die Premiere des Wettbewerbs stieß. „Es haben sich über 50 Personen aus Grundschulen und Lyzeen angemeldet, die ihr Können auf der Bühne präsentieren wollten". Nach dem von ihr gewählten Motto für den Wettbewerb „In Ostpreußen geborene deutschsprachige Schriftsteller: Siegfried Lenz, Arno Holz, Ernst Wiechert und Arno Surminski“ entschieden sich viele Teilnehmer für Gedichte von Holz, vor allem die aus seiner Heimatstadt Rastenburg.
Die Jury mit dem Vorsitzenden des VdGEM Henryk Hoch, dem Vertreter der Radiosendung „Allensteiner Welle“ Uwe Hahnkamp und der Deutschlehrerin Agnieszka Saleska aus Osterode hatte die jungen Schüler aus vier Alterskategorien zu bewerten. Nicht nur die sprachliche Fertigkeit und die Textkenntnis zählten, sondern auch die künstlerische Interpretation. Nach ihrem Urteil entschied Milena Zając aus Glottau die Gruppe der Klassen 1 bis 3 für sich. Die besten Auftritte gab es bei den Klassen 4 bis 6. Den ersten Platz errang hier Julia Woźniak mit „Vergeben“ von Arno Holz. Der erste Versuch war ein großer Erfolg und gibt den Organisatorinnen viel Mut für eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Uwe Hahnkamp

Veröffentlicht am 04.12.2019
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