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Visuelle Nachlese in Insterburg

Deutsche Teilnehmer des 9. Deutsch-Russischen Forums auf Spurensuche deutscher Geschichte
„Anschauungsunterricht vor Ort“: Die Originalfarben der Häuser in der Bunten Reihe zeigen, wie prächtig diese einst waren Bild: MRK

Am Tag nach dem 9. Deutsch-Russischen Forum (DRF), das im Hotel Kochar stattfand, hatten die deutschen Teilnehmer Gelegenheit, die in den Vorträgen erwähnten Orte in Insterburg und Umgebung selbst in Augenschein zu nehmen.

Das Wetter meinte es gut, als sich trotz gemeldeten Regens die Sonne hinter den Wolken hervorwagte. Auf dem Programm stand der Besuch jener Orte, über die tags zuvor beim DRF referiert worden war. Bei angenehmen Temperaturen führten Rainer Buslaps, Kreisvertreter von Insterburg Stadt und Land, sowie der Reiseleiter Jewgenij Snegowskij durch die Stadt. Zu Fuß ging es zu Sehenswürdigkeiten wie der katholischen St.-Bruno-Kirche, zur evangelischen Kirche, die jetzt von der Russisch-Orthodoxen Kirche genutzt wird, vorbei am Bürgermeisterhaus über altes deutsches Kopfsteinpflaster. Im Gebäude der ehemaligen Post ist heute eine öffentliche Banja (russische Sauna) untergebracht. Neben der Frieda-Jung-Mädchenschule ist das ehemalige Gymnasium erhalten (heutiges Rathaus der Stadt).
Weiter ging es per Bus über die Angerapp zum Ännchen-von-Tharau-Gedenkstein. Die Pfarrerswitwe ist 1689 in Insterburg verstorben. Auch ein Besuch der Ordensburg durfte nicht fehlen. Hier konnte die Gruppe sich die Säle des Museums zur Stadtgeschichte ansehen, in dem noch viele Exponate aus der Vorkriegszeit vorhanden sind. Der Verein „Dom Samok“ hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Ruine vor dem Verfall zu retten, und veranstaltet hier Festivals.
Inzwischen war der Architekt Dimitri Suchin zur Gruppe gestoßen. Er übernahm die Führung zum teilweise noch erhaltenen Insterburger Rundlokschuppen aus dem 19. Jahrhundert. Der heutige Besitzer betreibt dort eine Kfz-Werkstatt und zeigt sich bereit, erhaltende Maßnahmen – bislang nur geringe – zu ergreifen.
Als Höhepunkt der Stadtbesichtigung darf der Besuch der 1921 bis 1924 errichteten „Siedlung Kamswykus“ gelten, das Erstlingswerk des späteren Meisterarchitekten Hans Scharoun. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte der Wiederaufbau nach dem Konzept des „bunten Bauens“: Die Fassaden erhielten Anstriche in den Grundfarben Rot, Blau und Gelb, die Fensterwangen bildeten farbige Kontraste dazu. Keine Fassade glich der anderen, Ornamente, Vorsprünge und Glaseinsätze brachen das Sonnenlicht. Jedes dieser Reihenhäuser erhielt einen Garten mit Schuppen, von denen noch einer erhalten ist. Der gemeinnützige Verein Kamswyker Kreis plant die Einrichtung eines „offenen Zimmers“ in einer der Wohnungen, die der Verein in diesem Jahr erwerben konnte. Drei tatkräftige Männer halfen Suchin, das tags zuvor auf dem Forum gezeigte Schrankfragment Scharouns in die Wohnung zu tragen. Die Anwohner unterstützen den Verein nach Kräften. Suchin und die deutschen Besucher wurden mit offenen Armen empfangen und mit frisch geernteten, herrlich duftenden Äpfeln beschenkt. Eine Anwohnerin lockte die Gruppe zum ehemaligen Neuen Friedhof an der Kamswyker Allee, auf dem die Dichterin Frieda Jung beerdigt wurde. Die Gräber existieren zwar nicht mehr, aber Enthusiasten haben hier einen „Frieda-Jung-und-Paul-Gretschischnikow-Poesie-Park“ eingerichtet. In Eigenregie haben die Bewohner Bänke mit Gedichten der Schriftsteller angelegt. Ihre weiteren Pläne sehen vor, alte Gartenpartien wiederzubeleben sowie einen Skulpturenpark und eine Baumschule anzulegen.     
    Manuela Rosenthal-Kappi

Veröffentlicht am 07.11.2018
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