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Kampf um Gold, Silber und Bronze

Jugend der deutschen Volksgruppe im südlichen Ostpreußen veranstaltete erstmals eigene Sommerspiele
Schneller, höher, weiter: Außer im Weitsprung haben sich die jungen Sportler auch in Laufen, Fußball, Beachvolleyball, Straßen-Basketball, Kegeln, Tischtennis und Völkerball gemessen. Bild: Karolina Echaust

Bis zu den nächsten Olympischen Spielen ist es noch eine Weile hin. Die Jugend der deutschen Volksgruppe im südlichen Ostpreußen hatte aber bereits dieses Jahr in Ortelsburg bei den ersten für sie veranstalteten Sommerspielen ein Wochenende lang die Möglichkeit, das Gefühl zu genießen, dabei zu sein.

Der Erfolg hat viele Väter, sagt man. Für die ersten Sommerspiele der Jugend der deutschen Volksgruppe im südlichen Ostpreußen gilt das nicht ganz. Sie haben zwei Mütter, welche die geringe Zahl an Veranstaltungen nur für Jugendliche erweitern wollten: Edyta Gładkowska, die Vertreterin der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) in Allenstein, und Joanna Black, die Leiterin des Büros des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren (VdGEM). Und sie haben mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft der deutschen Volksgruppe „Heimat“ in Ortelsburg, Arkadiusz Leska, einen Vater, der als Verantwortlicher für die Ortelsburger Sportstätten und ehemaliger aktiver Basketballer den Gedanken einer sportlichen Veranstaltung einbrachte: „Vier große Hallen, ein Stadion, Anlagen für Beachvolleyball und ein Strand sind gute Voraussetzungen gerade auch für Jugendsport.“ Außerdem gelang es, finanzielle Mittel von der LO, dem polnischen Ministerium für Verwaltung und Digitalisierung sowie dem VdGEM zu erhalten.
Letztendlich waren die Organisatoren in der Lage, über 110 junge Teilnehmer für zwei Tage nach Ortelsburg kommen zu lassen. „Dazu war“, so Edyta Gładkowska, „viel Geld nötig und dafür hat es gereicht. Und ich bin begeistert, dass so viele gekommen sind.“ Dem Eindruck von anderen Veranstaltungen der deutschen Volksgruppe, dass es zu wenige Jugendliche gäbe, widerspricht das mit den jungen Sportlern gefüllte Zelt beim Mittagessen im Wassersportzentrum am Großen Haussee in Ortelsburg. Joanna Black: „Es gibt sie. Wir haben im Alltag nur kaum Kontakt zu ihnen. Hier sind viele Jugendliche aus Bartenstein, Mohrungen, Osterode oder Sensburg, aber auch aus entfernteren Gesellschaften wie Braunsberg und Johannisburg.“ Artur Damszel aus Heilsberg, der mit Natalia Krynicka die Eröffnung moderierte und als sehr aktiver Jugendlicher bereits viele Altersgenossen kennt, war überrascht von der Vielzahl unbekannter Gesichter: „Vielleicht kann man mit einigen von ihnen etwas auf die Beine stellen.“
Überhaupt kommen viele der jungen Athleten nicht aus den Kreisstädten. Und so können sie bei der Begegnung mit den anderen Teilnehmern ihr regionales Wissen um Gemeinden wie Auer, Kurwien, Lindenort oder Mensguth erweitern. Beim letzten Ort wird das besonders einfach, denn dort wohnt mit Łukasz Neumann der erfolgreichste Sportler mit Siegen im 60- und 400-Meter-Lauf sowie im Fußball und einem zweiten Platz im Weitsprung. „Beim Beachvolleyball hat es leider nicht geklappt, wir waren als Team indisponiert“, lacht Łukasz, „aber wichtig ist auch der Spaß dabei, und die Möglichkeit, andere junge Menschen mit deutschen Wurzeln zu treffen.“
Neben den sportlichen Erfolgen, die außerdem noch im Straßen-Basketball, Kegeln, Tischtennis und Völkerball zu erreichen waren, lag hier ein weiterer Schwerpunkt. Dabeisein ist alles – diesem olympischen Gedanken wurde durch eine Eröffnung mit olympischer Fahne, olympischem Feuer und dem Sprechen des olympischen Eids Ausdruck verliehen. Ihn mit Leben gefüllt haben die Teilnehmer in den zwei Tagen.
Nach den sportlichen Wettkämpfen am Tage klang der Sonnabend mit einem Konzert am Abend aus, das im ersten Teil von den Jugendlichen mit ihrer Tanz- und Gesangskunst selbst gestaltet wurde. Der Förderung dieser Tanz- und Sangeskunst sowie des Wissens zur regionalen Geschichte sollten die Werkstätten am Sonntag dienen. Für die Tanz- und die Musikwerkstatt standen mit der Leiterin der Tanzgruppe „Saga“ aus Bartenstein Danuta Niewegłowska und Oskar Kwahs von der Jugendgruppe Ermis bei der Allensteiner Gesellschaft deutscher Minderheit (AGDM) zwei Fachleute aus der deutschen Volksgruppe zur Verfügung. Für die Geschichtswerkstatt konnte Izabela Lewandowska gewonnen werden, die ein Lehrbuch zur Regionalgeschichte und ein Schulbuch zur ermländischen Mundart mitverfasst hat.
Alles in allem handelte es sich um ein intensives und reichhaltiges Programm. Ob aber die Sommerspiele wie die „echten“ Olympischen Spiele eine regelmäßige Veranstaltung wird, lässt sich nach Meinung der Organisatoren frühestens sagen, nachdem diese ersten Spiele ausgewertet worden sind. Die Signale der Jugendlichen jedenfalls waren eindeutig: „Nicht erst wieder in vier Jahren!“    
Uwe Hahnkamp

Veröffentlicht am 31.07.2013
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