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Goldap und Heiligenbeil halfen mit

Eine aufwendige Ausstellung in Berlin spürt verschwundenen deutschen Orten nach
Gäste, Macher und Initiatoren bei der Eröffnung (v.l.): Gundula Bavendamm, Direktorin der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, der Bundestagsabgeordnete Philipp Lengsfeld, Milan Horáček, BdV-Präsidiumsmitglied, der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung Hans-Gert Pöttering, Ausstellungskurator Wilfried Rogasch, die ZgV-Vorsitzende Erika Steinbach, der ehemalige Staatsminister Bernd Neumann und der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig Bild: ZgV

Früher waren es Stätten blühenden Lebens. Tiefverwurzelt in ihren Heimatorten waren die deutschen Bewohner. Heute sind diese Städte, Dörfer, Schlösser, Kirchen und Fabriken nur noch auf alten Landkarten oder zeitgenössischen Fotografien präsent. Blühendes Leben findet dort allenfals auf den Straßen der Erinnerung statt. „Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt“, heißt eine Ausstellung des „Zentrums gegen Vertreibungen“ (ZgV), die sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Am 8. November wurde sie im Berliner Kronprinzenpalais eröffnet. Der Andrang war groß. Auch viele junge Leute lockten die Orte, die es nicht bis in die Gegenwart geschafft haben.
Die Ausstellung soll ihrem Untergang in einer historischen Spurensuche exemplarisch nachspüren. Ein weiterer Augenmerk liegt auf den aktuellen Bemühungen, noch vorhandene Bauwerke und Kulturdenkmäler zu retten oder sogar neu aufzubauen. Die ZgV-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach wies in ihrer Begrüßungsrede darauf hin, dass die Ursachen des Verschwindens mit dem Verschwinden der Menschen, mit Flucht und Vertreibung zusammenflössen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges hätten viele Betroffene die Bezugspunkte in der Heimat nur noch mit Mühe entdecken können. Manche auch gar nicht mehr. Dieses erneute traumatische Ereignis hätten viele, so
Erika Steinbach, als eine Art zweite Vertreibung erlebt. Sie lobte daher auch die grenzüberschreitenden Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, solche verschwundenen Orte dem Vergessen zu entreißen. Auch daher sei ihr die Ausstellung ein Herzensanliegen gewesen.
Einen ersten Rundgang nutzte die ZgV-Vorsitzende nicht nur für einen Dank an den Ausstellungsmacher, den Historiker Wilfried Rogasch, sondern auch an die Vertriebenen, die ihre Bild- und Dokumentenarchive für die Recherche geöffnet hatten. Dazu zählen auch die  ostpreußischen Heimatkreise Goldap und Heiligenbeil. Annelies Trucewitz vom „Patenschaftsmuseum Goldap in Stade bei Hamburg war persönlich anwesend. Zwei Jahre hatten die Vorarbeiten beginnend mit einer ersten Mailanfrage gedauert, erzählt sie. Faszinierend sei es zu sehen, was aus der anfänglichen Idee jetzt geworden ist. Ihr Fazit nach zweimaligem Besuch: „Eine wunderbare Ausstellung“.
Bis zum 8. Januar 2017 wird „Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt“ von Montag bis Mittwoch zwischen 10 und 18 Uhr und von Donnerstag bis Sonntag zwischen 12 und 20 Uhr im Kronprinzenpalais für Besucher geöffnet sein. Die Eintrittspreise betragen fünf Euro, ermäßigt zwei Euro. Nach vorheriger Absprache können Führungen organisiert werden. Später wird die Ausstellung auch in anderen Städten gezeigt werden.     PAZ

Veröffentlicht am 16.11.2016
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