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Palmburger Brücke wird abgetragen

Pläne für Erhalt wurden verworfen – Viele Königsberger bedauern Entscheidung der Stadtregierung
Bald Geschichte: Abriss der alten Palmburger Brücke Bild: J.T.

Die bewegte Geschichte der  „Berliner Brücke“ genannten Palmburger Brücke über den Pregel am Stadtrand Königsbergs aus dem Jahr 1938, die in den vergangenen Jahrzehnten eines der bedeutendsten Wahrzeichen Königsbergs war, ist dem Ende geweiht. Zwar ist das Bauwerk unter Touristen nicht so bekannt wie der Dom oder das Haus der Räte, aber beinahe jeder hat wenigstens einmal von ihr und ihrer bemerkenswerten Geschichte gehört.
„Berliner Brücke“ wird sie genannt, weil sie einst als Verbindung von Königsberg nach Berlin eingerichtet wurde. Die Brücke war wie das Haus der Räte ein Wahrzeichen für die Region und ihre Bewohner. Nach ihrer Zerstörung während der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs ragten ihre zwei Hälften aus dem Pregel heraus. Es sah so aus, als bräuchte es nicht viel, um sie wieder in den alten Zustand zu versetzen.
Heute verbindet eine neue moderne Brücke die beiden Ufer, während die alte Palmburger Brücke bald Geschichte ist. Das bedauern viele Anwohner Königsbergs. Auch die mit dem Abriss beauftragten Bauarbeiter drückten ihr Bedauern aus, als der Verfasser dieser Zeilen einiger der letzten Stunde der Brücke filmte. Ein Mann mittleren Alters brachte seine Gefühle zum Ausdruck: „Ich lebe seit meiner Geburt in der Stadt. Deshalb kann ich mich gut daran erinnern, wie ich als Junge über die Brücke gelaufen bin. Das war zwar gefährlich, aber wahnsinnig interessant. Und als einmal ein Film hier gedreht wurde, kamen alle Kinder aus der Nachbarschaft angelaufen. Sie wollten sehen, wie die berühmten Filme gemacht werden, die anschließend in allen Kinos des Landes gezeigt wurden.“ Auf der Brücke wurden Episoden zahlreicher sowjetischer Kriegsfilme gedreht, die in ganz Russland gezeigt wurden.
Viele Königsberger bedauern die Entscheidung der Stadtregierung, die Brücke abzureißen, anstatt sie, wie geplant, wieder aufzubauen und als Entlastungsstrecke weiter zu nutzen. Unter ihnen ist auch Gouverneur Nikolaj Zukanow, der sagte: „Wie viele Bewohner der Stadt bin ich auch hier geboren und mit ihnen hatte ich gehofft, dass die Brücke die Stadt verschönern würde. Es ist zwar keine direkte Zierde, sondern eher eine Erinnerung an die Geschichte, wie ein Freilichtmuseum.“
Obwohl Experten meinten, der Erhalt der Brücke sei nicht möglich, hätte sie zumindest als Sehenswürdigkeit dienen können, zumal die Stützen so gut erhalten sind, dass sie eine neue Brücke getragen hätten. Die Abrissarbeiten sollen bis Mitte Januar beendet sein. Die Bauarbeiter bezweifeln jedoch, die Arbeiten bis dahin erledigen zu können, da die Brückenkonstruktion sehr solide ist.   

J.T.

Veröffentlicht am 22.12.2014
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