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Schöner, größer, teurer

Gouverneur ließ Königsberg zu Neujahr herausputzen − Mittel kamen aus öffentlichem Haushalt
Ein 30 Meter hohe, künstliche Tanne auf dem Hansaplatz Foto: JT

In diesem Jahr sollte Königsberg in der Vorweihnachtszeit heller erstrahlen als je zuvor. Dafür hatte Gouverneur Nikolaj Zukanow sich persönlich eingesetzt. Doch trotz aller Mühen kehrten viele der Stadt während der Festtage den Rücken.

Über Jahre schmückte eine von der Firma „Baucentr“ gestiftete 19 Meter hohe künstliche Tanne zur Vorweihnachts- und Neujahrszeit den Hansaplatz [Siegesplatz]. Da der Platz seit dem Bau der Christi-Erlöser-Kathedrale sein Aussehen stark verändert hat, war Zukanow der Ansicht, dass die alte Tanne nun zu klein für den Platz sei, und schlug der Stadtverwaltung vor, sie durch eine größere zu ersetzen. Die stimmte zu und erhielt aus dem Reservefonds des Gebiets Mittel für den Kauf einer neuen Tanne. Für Kauf, Montage und den Schmuck der neuen künstlichen Tanne wurden umgerechnet 121000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Stadt gab noch einmal 24000 Euro aus ihrem Haushalt dazu.

Die Stadt Königsberg kaufte sodann für 145000 Euro in St. Petersburg eine 30 Meter hohe Tanne. Sie wurde mit 2000 Kugeln und Schleifen geschmückt und ein großer „Polarstern“ krönt seine Spitze. Außerdem zieren zahlreiche Girlanden den Baum. Trotz aller guten Vorbereitungen verlief das Ganze nicht ohne Überraschungen. Denn bei der Montage stellten sich Qualitätsmängel heraus: Die Hauptbestandteile hatten ein unterschiedliches Grün, was schon mit bloßem Auge zu erkennen war. Da aber keine Zeit mehr war, das „Schmuck-stück“ auszutauschen, wird die Reklamation beim Hersteller bis nach den Feiertagen, die nach russischem Brauch am 7. Januar mit dem Weih­nachtsfest enden, warten müssen.

Die bisherige Tanne ist der Stadt erhalten geblieben. Sie wurde an einen neuen Ort verlegt: Sie steht vor dem Haus der Räte, sodass Königsberg jetzt über zwei große Neujahrstannen verfügt.

Darüber hinaus wurde auch die Festbeleuchtung der Stadt erneuert. Der bisherige Schmuck wurde durch neue Zierleuchten und Lichterketten ersetzt. Die Hauptstraßen erstrahlen nun in neuem Glanz. Wie die Tanne, so wird auch die alte Beleuchtung weiter verwendet. Sie ziert nun die weniger frequentierten Straßen und Wohnbezirke. Für die Weihnachtsbeleuchtung wurden in diesem Jahr weitere 386000 Euro aus dem Haushalt der Stadt ausgegeben.

Während die einen sich an der großen Neujahrstanne erfreuten, hatten andere bereits ihre Koffer gepackt. 2011 hat das polnische Generalkonsulat 110000 Visa erteilt, 35000 mehr als im Vorjahr. Zehntausende Bewohner des Königsberger Gebiets haben Silvester bei organisierten Reisen im europäischen Ausland verbracht. Einen solchen Ansturm konnten die Reiseagenturen nicht einmal vor der Krise verbuchen. Immer mehr Menschen des Gebiets ziehen es vor, freie Tage im nahegelegenen Ausland zu verbringen, wo die Unterhaltungsprogramme vielfältiger und die Eindrücke ihnen positiver erscheinen als zu Hause. Großer Beliebtheit erfreuen sich Busreisen, besonders in die polnischen und tschechischen Skikurorte. Litauische Kurorte haben dagegen an Beliebtheit verloren. Ein Großteil der Reiselustigen hat Silvester in Danzig verbracht. Viele zieht es auch in die historische Altstadt des Ski-Kurorts Zakopane in Kleinpolen.

Soziologen gehen davon aus, dass die Ausgaben der Königsberger für Weihnachtsgeschenke etwa dem europäischen Durchschnitt entsprechen. Sie erklären das damit, dass die meisten Europäer infolge der Krise immer noch sparsamer seien, während die Königsberger sich etwas mehr gönnen wollten, um ihre Sorgen und Nöte zumindest an den Feiertagen zu vergessen.

Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 04.01.2012
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