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Mit opulentem Nonstop-Programm

Beim 20. Landestreffen in Schwerin füllten über 2000 Besucher die Kongresshalle bis auf den letzten Platz
Die Kongresshalle: 40 Helfer hatten das Treffen vorbereitet

Es war ein rauschendes Jubiläumsfest – das 20. Landestreffen der Ostpreußen am 26. September. Mit über 2000 Besuchern war die Sport- und Kongresshalle Schwerin bis auf den letzten Platz gefüllt. Hochkarätige Gäste gaben sich die Ehre, so der Botschafter der Republik Litauen in Deutschland, Deividas Matulionis, die Justizministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Uta-Maria Kuder, und der Bundessprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Stephan Grigat, sowie etliche Vertreter ostpreußischer Kreisgemeinschaften. Busse kamen nicht nur aus Anklam, Greifswald und Neubrandenburg, sondern auch aus Iserlohn, Hamburg und Reutlingen. Etwa 300 Besucher waren erstmals dabei. Denn die Landesgruppe der Ostpreußen hatte zum Jubiläum ein opulentes Nonstop-Programm vorbereitet: 130 Landsleute brachten musikalische Grüße direkt aus der Heimat mit. Das Landespolizeiorchester Mecklenburg-Vorpommern umrahmte diesen Tag, der den Ostpreußen und Gästen von nah und fern viel zu geben hatte.
Organisiert wurde die Großveranstaltung vom Landesvorsitzenden der Ostpreußen in Mecklenburg-Vorpommern, Manfred Schukat, mit einem 40-köpfigen ehrenamtlichen Helferkreis. Seit 1996 finden diese Landestreffen jährlich wechselnd auch in Rostock und Neubrandenburg statt. Die große Sport- und Kongresshalle Schwerin war bereits tags zuvor von fleißigen Händen mit leuchtenden Sonnenblumen und den Schildern der 40 ostpreußischen Heimatkreise festlich ausgeschmückt worden. Emotionaler Höhepunkt war der feierliche Einzug aller ostpreußischen Heimatfahnen in die Halle, begleitet vom Landespolizeiorchester unter den Klängen von „Preußens Gloria“. Vielen Landsleuten war es eine Ehre, ihre jeweilige Heimatfahne tragen zu dürfen. Es folgte die Andacht von Pfarrer Oswald Wutzke, der selber aus Wolhynien stammt und nach der Wende erster Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern wurde.
Nach dem ergreifenden Totengedenken an das Kriegsende, Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren hatte das Landespolizeiorchester eigens die litauische Nationalhymne einstudiert. Damit wurde als höchster Ehrengast der litauische Botschafter begrüßt. Deividas Matulionis erinnerte in seiner Ansprache an die über 500-jährige friedliche Nachbarschaft Litauens zu Ostpreußen, die seinem Land viel gegeben hat. „Das haben wir nicht vergessen“, so der Botschafter. Sodann stellte er das Buch des Jahres 2012 in Litauen, „Mein Name ist Maryte“ über die ostpreußischen Wolfskinder vor. Der Botschafter überreichte dem Landesvorsitzenden ein Exemplar und signierte jedes Buch, das auf dem Büchertisch in der Vorhalle zu kaufen war. Manfred Schukat entgegnete: „Und wir Ostpreußen werden Litauen nicht vergessen, was es für die Wolfskinder getan hat!“
Ebenfalls großen Applaus bekam Justizministerin Uta-Maria Kuder, als sie dem Landesvorsitzenden einen Förderbescheid von 12500 Euro für die völkerverbindende Arbeit der Landsmannschaft in Mecklenburg-Vorpommern überreichte. In ihrer Ansprache zog die Ministerin Parallelen zum heutigen Flüchtlingsproblem, worauf Schukat entgegnete: „Wir Ostpreußen wären nach 1945 zu Fuß zurück nach Hause gegangen, wenn man uns nur gelassen hätte. Die Ursachen von Flucht und Vertreibung müssen in den Herkunftsländern gelöst werden.“ Als darauf der Bundessprecher der Ostpreußen, Stephan Grigat, mit dem Ostpreußenlied begrüßt wurde, sangen die Besucher stehend mit. In seinem Grußwort  betonte der Sprecher: „Ostpreußen lebt – das ist auch heute und hier wieder zu sehen!“ Weitere Grußworte entboten Magdalena Piklaps für die Deutschen im Memelland, Barbara Rużewicz für die Landsleute in Ermland und Masuren, Landwirt Paul Gollan, der noch bei Bischofsburg seinen elterlichen Hof bewirtschaftet, sowie Jochen Zauner für den Bund Junges Ostpreußen und Karsten Richter, Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Mecklenburg-Vorpommern. Mit der gemeinsam gesungenen dritten Strophe des Deutschlandliedes endete die würdige Feierstunde.
In der Vorhalle waren nicht nur die Stände mit Bärenfang, Heimatbüchern und Bernstein dicht umlagert – regen Zusprach fanden auch die Ausstellungen des Ostpreußischen Kulturzentrums Ellingen sowie der Kriegsgräberfürsorge, die vor Ort fünf Soldatenschicksale aufklären konnte.
Das nun folgende Kulturprogramm war so gefüllt, dass sogar die Mittags- und Kaffeepausen durchgemacht werden mussten. Die schwierige minutiöse Moderation meisterte in bewährter Weise Heimatsänger Bernstein. Aus der Heimat begeisterten die Chöre Heydekrug, Memel, Heilsberg, Peitschendorf und Lötzen sowie das Hermann-Sudermann-Gymnasium Memel. Aus Mecklenburg-Vorpommern sorgten das Kinder- und Jugendensemble „Richard Wossidlo“ Ribnitz-Damgarten sowie der Shanty-Chor „De Klaashahns“ für Stimmung. In einer schier endlosen Polonaise zogen die Besucher Runde um Runde durch den Saal. Besonders viel Beifall erntete der russische Kammerchor „Kant“ aus Gumbinnen, der mit zwei Konzerten zum Landestreffen seine Deutschlandtournee beendete. So war um 17 Uhr noch lange nicht Schluss – die meisten Besucher blieben bis zum großen Finale. Dazu kamen alle Mitwirkenden noch einmal auf die Bühne und stimmten gemeinsam das Ostpreußenlied an. Der Landesvorsitzende dankte der fleißigen Helferschar am Einlass, der Kasse und den Ständen sowie den vielen kleinen und großen Spendern, so dass dieses Jubiläum eine „schwarze Null“ schreibt.
Manfred Schukat lud alle herzlich zum 21. Landestreffen der Ostpreußen in MV am 8. Oktober 2016 in das Jahn-Sport-Forum Neubrandenburg ein – „solange Gott uns dazu die Kraft und Gesundheit schenkt.“
Friedhelm Schülke

Veröffentlicht am 31.10.2015
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