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Abiturprüfungen haben begonnen

Mit Sicherheitsabstand und Hygieneregeln – Schulen bereiten sich auf die Prüflinge vor
Feuerwehrauto wartet vor einer Schule: Weil es in den vergangenen Jahren kurz vor Abiturprüfungen immer wieder zu Bomben- oder Giftgasdrohungen gekommen war, haben sich die Städte vorbereitet

Von DAWID KAZANSKI


Am 8. Juni haben nach einer teilweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen und der Wiederbelebung der gelähmten Wirtschaft schließlich auch die diesjährigen Abiturprüfungen begonnen. Es ist ein außerordentliches Jahr für das polnische Bildungssystem.
Die diesjährigen Abiturprüfungen sollten eigentlich am 4. Mai stattfinden. Diese Pläne wurden jedoch vom Ausbruch der Coronavirus-Pandemie durchkreuzt. Im März wurde der reguläre Unterricht an den Schulen ausgesetzt und die Lehrer wurden verpflichtet, Fernunterricht zu erteilen. Die Termine für die schriftlichen Prüfungen wurden ebenfalls verschoben. Das Bildungsministerium entschied, dass mündliche Prüfungen in diesem Schuljahr nicht obligatorisch abgenommen werden müssten. Sie werden nur von jenen Schulabsolventen abgelegt, die sich an ausländischen Universitäten um einen Studienplatz bewerben wollen.
278.000 Schüler treten an
Der Zentrale Prüfungsausschuss, das Gesundheitsministerium und der Haupt-
sanitärinspektor erarbeiteten sanitäre Richtlinien, die während der Prüfungszeit gültig sind. In der Praxis sieht das so aus: Bevor die Abiturienten die Schule betreten, desinfizieren sie ihre Hände. Sie können den Raum nur mit einer Gesichtsmaske betreten und verlassen, aber während der Prüfung darf die Maske abgenommen werden. Die Lehrer achten auch darauf, dass sich keine Gruppen von Jugendlichen vor dem Schulgebäude versammeln. Nur gesunde Personen, die nicht in Quarantäne sind, dürfen ihr Abitur schreiben. Es besteht ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Prüflingstischen, und die Prüfungsräume werden nach jeder Examensarbeit desinfiziert.
Insgesamt legen polenweit 278.000 Abiturienten ihre Prüfungen ab. Jeder Schüler ist verpflichtet, eine Prüfungsarbeit in Polnisch, Mathematik und einer Fremdsprache auf der Grundstufe zu schreiben. Darüber hinaus muss sich der Prüfling für ein Fach auf der erweiterten Ebene entscheiden.
Die beliebtesten Fächer in diesem Jahr sind Englisch, Geographie, Polnisch, Biologie und Mathematik. Leider finden die Prüfungen meist nicht ohne Zwischenfälle statt. So sind Fehlalarme zu einer unangenehmen Tradition geworden. Im vergangenen Jahr handelte es sich dabei um Bombenalarme, während auch in den ersten Tagen der diesjährigen Prüfungsrunde wieder viele Schulen im ganzen Land E-Mails mit Informationen über das Versprühen von Giftgas erhielten.
Auch Schulen in Allenstein und Umgebung erhielten eine Reihe solcher E-Mails, in denen man mit der Warnung vor einem chemischen Angriff oder einem möglichen Leck in einer Gasanlage eingeschüchtert wurde. Jedes Mal, wenn eine mutmaßliche Gefahr bestand, griffen Feuerwehrleute und Polizisten ein, die Schüler und das Lehrpersonal wurden evakuiert und die Schulräume überprüft.
Blinder Alarm
Glücklicherwe
ise stellten sich alle Alarme als falsch heraus, und die Prüfungen konnten mit leichter Verzögerung stattfinden. Natürlich erhöhen solche Vorfälle den Stress der ohnehin nervösen Prüflinge.
Es ist auch durchaus möglich, dass in einigen Schulen die Prüfung abgesagt werden muss, weil gleich am ersten Tag der Abiturprüfungen das Thema der schriftlichen Prüfung in der polnischen Sprache durchgesickert ist. Das war herausgekommen, weil jemand kurz vor Beginn der Prüfung das exakte Thema der schriftlichen Prüfung online recherchiert hatte. Die Polizei ermittelt in dieser Angelegenheit. Der diesjährige Prüfungszeitraum wird noch bis zum 29. Juni dauern.

Veröffentlicht am 17.06.2020
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