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Alleen-Rettung im südlichen Ostpreußen

Im Rahmen des Programms »Grüne Straße« ergreifen Allensteins Behörden Maßnahmen zur Baumpflege
Schützenswert: Typische masurische Allee Bild: E.G.

Die Woiwodschaftsstraßenbehörde in Allenstein führt das Programm „Grüne Straße” durch, mit dem nicht nur die alten Alleen entlang der Woiwodschaftsstraßen erhalten bleiben, sondern auch neue entstehen sollen.

Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen würden die Bäume mit der Zeit aussterben. „Grüne Straße” ist ein Programm zur Gestaltung und Pflege von Straßengrünanlagen, insbesondere historischen Alleen, die ein Kulturerbe Ostpreußens sind. Dieses Verfahren erfolgt bei gleichzeitiger Gewährleistung der erforderlichen Verkehrssicherheit. Daher werden junge Bäume in einer beträchtlichen Entfernung von der Straße gepflanzt, um keine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer zu bilden.
Das Ermland und Masuren zeichnen sich nicht nur in der Republik Polen, sondern auch in Europa durch die Anzahl und den Zustand der Alleen aus. Sie zeugen von einer bewussten Gestaltung der Landschaft und haben nicht nur historische oder landschaftliche Bedeutung, sondern auch wichtige Kommunikations-, Informations- und Naturfunktionen. Baumreihen schützen vor Sonne und Schnee sowie vor Lärm und Abgasen, markieren den Straßenverlauf und sind ein klares Zeichen der Raumorganisation.
Seit Jahrhunderten waren Alleen ein weit verbreitetes Element von Parks und Gärten. Bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Schwerpunkt auf das Anlegen von Hecken, Alleen und Zeilen in einer offenen Landschaft entlang von Straßen, Flüssen und Bächen gelegt.
Die Errichtung der Alleen in Preußen wurde von König Friedrich Wilhelm I. und seinem Sohn Friedrich II. initiiert. Ihre Nachfolger setzten diese Tätigkeit fort. Auf Befehl von Friedrich Wilhelm IV. wurde 1841 ein Dekret über Alleen erlassen, in dem das Erhalten von alten und das Anpflanzen neuer Alleen sowohl auf staatlichem als auch auf privatem Land empfohlen wurde.
In Ostpreußen wurden bis in die 1930er Jahre alte Alleen gepflegt und neue eingerichtet. Sie wurden zuerst entlang der Hauptverbindungswege angelegt, doch später bildeten sie ein dichtes Netzwerk, das Großstädte und kleine Dörfer miteinander verband. Gleichzeitig entstanden auch Alleen innerhalb der privaten Landgüter, nicht nur in Parks oder auf dem Weg zu Friedhöfen, sondern auch entlang von Straßen, die zu benachbarten Höfen und zu entfernten Vorwerken, Mühlen oder Bahnhöfen führten. Sie waren auch ein wichtiges Element im Inneren des Dorfes. An vielen Orten wurden entlang der Dorfstraße Bäume gepflanzt. Die Alleen wurden mit der Zeit zu einem untrennbaren Teil der preußischen Landschaft. Heute sind sie Kulturerbe der Region, das es zu bewahren und zu erhalten gilt.
Im Rahmen des Programms „Grüne Straße”, das seit fünf Jahren durchgeführt wird, finden zweimal jährlich Baumpflanzaktionen entlang der Straßen statt – im Frühjahr und im Herbst. Es werden auch die Grenzen der Fahrbahn wieder hergestellt und die dort wachsenden Bäume einer professionellen dendrologischen Untersuchung unterzogen. Im Rahmen des Programms unterliegen alle Bäume professioneller Betreuung durch Spezialisten.
Im Jahr 2018 entstand innerhalb des Programms „Grüne Straße“ ein Projekt, das nur den wertvollsten Alleen galt und das mit EU-Mitteln gefördert wird. Dieses Projekt wird zwei Jahre dauern. Es wurden einzigartige Alleen entlang der Woiwodschaftsstraßen ausgewählt, die besondere  Unterstützung benötigen, um zu überleben. Auf der Liste befinden sich Straßen in der Umgebung von Rosenberg, Marwalde, Liebstadt, Rhein und Barten.
Im Rahmen des Programms „Grüne Straße“ wurden insgesamt bereits 2624 Bäume angepflanzt.
    Edyta Gładkowska

Veröffentlicht am 05.04.2019
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