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Allenstein setzt auf Öko-Energie

Der Bau eines modernen, mit Holzspänen betriebenen Kraftwerks soll zum Umweltschutz beitragen
Soll im Mai fertiggestellt sein: Das neue ökologische Kraftwerk in Allenstein Bild: D.K.

Der Großteil der in der Republik Polen erzeugten Energie kommt aus konventionellen Energiequellen. Das Allensteiner Unternehmen für Wärmeenergie will nun mit dem Bau eines ökologischen Kraftwerks einen Beitrag zur Energiewende leisten.

In Fachzeitschriften liest man, dass 90 bis 95 Prozent der polnischen Strom- und Wärmeenergie in Heizkraftwerken gewonnen werden, in denen Stein- oder Braunkohle verbrannt wird. Obwohl die Energiewende ein Begriff ist, der in der öffentlichen Debatte eher als  schwer realisierbares theoretisches Konzept gilt, versuchen einige Kraftwerke und Betriebe für Wärmeenergie auf ökologische Energieträger umzusteigen.
Zum Umweltschutz will auch das Allensteiner Stadtunternehmen für Wärmeenergie beitragen, indem es im vergangenen Jahr mit dem Bau eines ökologischen Heizwerks begann, dessen Baukosten auf zirka zehn Millionen Euro geschätzt werde. Der Zuschuss aus EU-Mitteln beträgt  fast
50 Prozent. Die neue Investition wurde „Kortowo BIO“ genannt, sie soll sich in der Nähe des konventionellen Kraftwerks befinden, also nicht weit von den Gebäuden der Universität Ermland-Masuren. Der Grundstein für die Errichtung der Anlage wurde bereits im August gelegt, Ende November erschien auf der Baustelle ein hoher Schornstein, der in Dänemark entworfen wurde, und der Bau schreitet voran. Das Kraftwerk, das zukünftig ein Viertel der Stadtbewohner mit Wärme versorgen wird, soll bis Ende Mai 2019 fertiggestellt werden. Um die Emission von Kohlendioxid zu reduzieren, beabsichtigt man, die Energie aus Biomasse zu erzeugen. Damit sind Abfallprodukte wie Holzspäne und Hackschnitzel gemeint, die vorwiegend von den großen regionalen Holzverarbeitungsbetrieben abgenommen werden können.
Wiesław Prokopczuk, Leiter der Wärmeherstellungsabteilung im Allensteiner Stadtunternehmen für Wärmeenergie, freut sich über das Ergebnis der Ausschreibung für die Lieferung vom Biotreibstoff, mit dem die Heizkraftanlage „Kortowo BIO“ betrieben wird. Die Ausschreibung gewann ein lokales Unternehmen aus Passenheim, das laut Prokopczuk eine dynamische sowie blühende Firma sei und das innerhalb der nächsten drei Jahre die Kontinuität der Belieferung mit Biorohstoffen gewährleisten könne. Ansonsten biete das Passenheimer Unternehmen einen geräumigen Lagerplatz, auf dem man die Biomasse bei Bedarf über einen längeren Zeitraum aufbewahren könnte. Die Entkarbonisierung der lokalen Energiewirtschaft und die Entwicklung der städtischen Energieversorgung sei nicht nur in ökologischer Hinsicht nachvollziehbar, sondern auch rein finanziell gut begründet, meint Stanisław Kalarus, der Vorstandsvorsitzende des Modernisierungsunternehmens für Energieanlagen Remak SA, das für den Bau des Heizwerks „Kortowo BIO“ zuständig ist. Die Gewinnung der Wärme aus Kohle für die Deckung des privaten oder industriellen Wärmebedarfs sei mit hohen Kosten verbunden, weil man über die sogenannten Kohlenstoffemisionsrechte verfügen müsse, was dazu führe, dass die Konsumenten höhere Preise zahlen müssten. Je sauberer und umweltfreundlicher die Herstellung von Wärmeenergie sei, desto billiger werde sie. Die Firma Remak SA kann eine langjährige Erfahrung im Bau von Kraftwerksanlagen vorweisen, sie beteiligt sich an der Errichtung von mit Biomasse betriebenen Objekten in Oppeln, Jaworzno und im Ruhrgebiet in der Stadt Datteln.  
Herz des entstehenden Wärmekraftwerks wird ein in Tschechien produzierter Biomassekessel sein, der es ermöglicht, jährlich 55000 Tonnen Holzspäne zu verbrennen. Das ergibt eine Kapazität von
25 Megawatt. Zusätzlich beabsichtigt man, ein System zur Wärmerück-gewinnung aus Abgasen zu installieren, wodurch die Menge der Wärmeherstellung um weitere vier Megawatt gesteigert wird. So könnten zukünftig über 25 Prozent der Stadtbewohner mit Wärme versorgt werden. Zur Ergänzung sei noch gesagt, dass der Stadtbetrieb für Wärmeenergie selbst im letzten Jahr das kommunale Fernwärmenetz um acht Kilometer ausbaute und 70 neue Wärme-übergabestationen errichtete. Die angeführten Zahlen belegen eindeutig, dass die moderne Kraftwerksanlage sowie die Entwick-lungsstrategie der lokalen Energiewirtschaft das Fernwärmesystem im Stadtgebiet gravierend verändern werden, womit auch der erste Schritt zu einem Teilausstieg aus den fossilen Brennstoffen vollzogen werden kann. In Kürze sollen die Erneuerbaren Energiequellen 30 Prozent der Gesamtstruktur der Energiebereitstellung im Stadtbereich ausmachen.  
    Dawid Kazanski

Veröffentlicht am 06.02.2019
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