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Appartments in ehemaliger Kaserne

In Allenstein laufen Arbeiten zum Umbau des ehemaligen Schlachthofs und der Dragonerkaserne
Sanierung in Anlehnung an die historischen Vorbilder: In Allenstein entstehen moderne Büros und Appartments Foto: D.K.

In Allenstein entsteht ein gemütlicher Ort zum Leben – eine Wohnanlage, die sich von anderen großen Siedlungen deutlich abhebt. Es geht um ein Bauvorhaben, das vom Bauherrn als Dragonerappartements und -lofts angepriesen wird. Die Einzigartigkeit der neuen Wohnanlage besteht darin, dass sie durch eine bedeutende Nachbarschaft des ehemaligen städtischen Schlachthofs und der Dragoner-Kaserne gekennzeichnet ist. Die historischen Gebäude werden renoviert und in repräsentative Wohnungen verwandelt. Das ist umso wichtiger, als nur wenige Bewohner Allensteins von der Vergangenheit der alten Bauten wussten. Der Bauträger nutzt gerade den historischen Wert für Werbezwecke, wodurch gleichzeitig das Wissen um die Stadtgeschichte verbreitet wird.
Der industrielle Stil der Investition passt perfekt zum geschichtlichen Hintergrund dieses ungewöhnlichen Ortes. Der städtische Schlachthof wurde ursprünglich an der Guttstadter Chaussee errichtet. Das Schlachthaus nahm 1880 die Produktion auf und war ein sehr moderner Betrieb, der zur Verbesserung der Lebensqualität der Allensteiner beitrug. Er war Teil der ersten industriellen kommunalen Einrichtungen, zu denen auch das Gaswerk, die Wasserleitungen, das Abwassersystem sowie Energieversorgungsunternehmen mit einem Wasserkraftwerk am Fluss Allee gehörten.
Trotz der Tatsache, dass der Komplex der Schlachthofgebäude von Anfang an eine wirtschaftliche Funktion hatte, legten seine Schöpfer viel Wert auf Ästhetik. Im Jahre 1880 konnte es sich die preußische Verwaltung leisten, denn nach dem Sieg im Krieg gegen Frankreich in den Jahren 1870 –1871 erhielt Preußen fünf Milliarden Franken in Gold. Dadurch entstanden damals viele preußische Städte mit prachtvollen Bauten. Da die Wirtschaftsgebäude im 19. Jahrhundert aus Backstein errichtet wurden, restauriert man sie jetzt im Einklang mit dem Geist und dem Stil der ge-schichtsträchtigen Architektur. Verzierte Gesimse, Ziegelfassaden und für Ostpreußen typische Holzelemente werden renoviert. Um den historischen Charakter des Komplexes zu erhalten, ist geplant, ein Areal zu schaffen, das sich auf die alte gepflasterte Fläche bezieht. Im Inneren der Gebäude werden die Überreste der alten Einrichtung, das heißt gusseiserne Konstruktionssäulen und Stahlschienen erhalten bleiben. Die so eingerichteten Räume sollen jetzt in Dienstleistungslofts umgebaut werden, und man hofft auf das Interesse von Unternehmen, die hier künftig ihre Geschäftsstellen eröffnen werden.
Neben den zu renovierenden Bauwerken baut man ein nicht so wuchtiges, fünfstöckiges Wohngebäude, das vollständig behindertengerecht ausgestattet sein sowie über Zugangskontrolle und hochklassige Fahrstühle verfügen wird. Der Wohnkomplex beherbergt. 24 komfortable Appartements mit einer Fläche von 30 bis 65 Quadratmetern.  Laut Projektplanung ist jede Wohnung mit einem Balkon versehen. Dazu kommt noch eine Panoramaverglasung, wodurch die einfallenden Sonnenstrahlen die Räume optimal beleuchten. In jedem Trep-penhaus sollen den Bewohnern und ihren Gästen auch öffentliche Aufenthaltsräume mit Sofas und Kaffeetischen zur Verfügung stehen. Laut Bebauungsplan sollen außerdem ein Spielplatz und abgeschlossene Garagen entstehen. Was die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, ist sicherlich die Fassade, die aus Corten-Blechen mit ungewöhnlichem Aussehen und erhöhter Witterungsbeständigkeit gefertigt wird. All diese Annehmlichkeiten haben aber ihren Preis. Ein Quadratmeter Wohnfläche kostet etwa 1600 Euro, die Wohnungen bleiben also nur für Wohlhabendere erschwinglich.

Dawid Kazanski

Veröffentlicht am 11.12.2019
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