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Betrübliche Vorfälle im Dom

Schweizer Organist wurde während eines Konzerts bestohlen – Domverwaltung fürchtet um guten Ruf
Als Glücksbringer betrachtet: Besucher streichen gern mit dem Finger über das Königsberg-Modell Bild: J.T.

Im Königsberger Dom finden im Sommer zahlreiche Veranstaltungen statt. Leider häufen sich auch die Fälle von Diebstählen, obwohl der Dom videoüberwacht ist.

Zu einem Konzert war aus der Schweiz der Titularorganist der Kirche des Heiligen Geistes in Bern, Professor in der Orgelklasse am Berner Konservatorium, Mark Fritze, angereist. Der Musiker tourt viel um die Welt und tritt oft als Solist bei Orgelfestivals auf.
Am Tag des Konzerts im Königsberger Dom war der Kirchensaal voll mit Zuschauern, die den berühmten Organisten hören wollten. Vor dem Konzert installierte Fritze ein Aufnahmegerät für das Konzert im Bereich der 15. Reihe des Domsaals. Nach dem Konzert stieg er von der Bühne, um es wieder an sich zu nehmen, aber die Ausrüstung war spurlos verschwunden.
Die Domverwaltung rief den Dieb dazu auf, seine Tat zu „überdenken und den Ruf Königsbergs in den Augen der Öffentlichkeit nicht zu verderben“. Bei dem Aufzeichnungsgerät handelte es sich um ein spezielles, hochmodernes Profigerät, das nicht so einfach zu verkaufen sein wird. Darüber hinaus ist der Dom videoüberwacht und die Aufzeichnungen wurden sofort der Polizei übergeben.
Es war nicht der erste unangenehme Zwischenfall, der sich in diesem Sommer im Dom ereignet hat. Zu ähnlichen war es schon einen Monat zuvor gekommen.
Vor Kurzem verschwand ein Stück des bronzenen Königsberg-Modells spurlos, das vor dem Dom aufgestellt ist. Neben dem dreidimensionalen Dom, dem Königsberger Schloss und der Börse wurden auch das Hafenlager und das Wohngebiet vom Modell „entwendet.“
Dem Schöpfer des Modells, Romanas Borisovas, war das Fehlen aufgefallen. Er informierte sofort die Dom-Verwaltung darüber. Er schrieb, dass er sieben Jahre lang an seiner Bronzestadt gearbeitet habe und nun eines der Gebäude gestohlen worden sei. Dies sei geschehen, nachdem man den Zaun entfernt hatte, der die Skulptur zuvor von den Betrachtern trennte. Doch wenig später stellte sich heraus, dass der Teil des Modells nicht gestohlen, sondern lediglich zur Restaurierung abgebaut worden war. Diese war nötig geworden, weil nach der Entfernung des Zauns fast jeder Besucher des Kneiphofs die Anlage als Glücksbringer erachtet und mit den Händen darüber gestrichen hatte. Vor allem lieben es die jüngeren Dom-Besucher, in der Nähe des Modells herumzutollen. Anscheinend wurde das Modell so oft berührt, dass sich die Bronzeteile gelockert hatten und plötzlich einfach abfielen.
Vor wenigen Tagen erst kehrten die fehlenden Teile des Modells an ihren ursprünglichen Platz zurück. Jetzt befindet sich neben dem Modell eine Warntafel, auf der geschrieben steht: „Bitte auf das Denkmal achten. Nicht zerbrechen, keine Dinge hineinlegen, keine Kinder darauf klettern lassen. Erhalte es für diejenigen, die nach dir hierherkommen! Sei menschlich!“
Beim dreisten Dieb des Aufnahmegeräts während des Konzerts des Schweizer Musikers dürfte es sich vermutlich nicht um ein Kind gehandelt haben. Und bis jetzt wurde das Gerät nicht wiedergefunden.     Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 07.08.2019
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