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Denkmalschutz zeigt erste Früchte

Erneuerung der Villa des Königsberger Seifenherstellers Japha steht kurz vor dem Abschluss
Nach langem Leerstand bald wieder mit Leben erfüllt: Die Villa Japha diente nach dem Krieg als Bildungsort für junge Techniker, bis sie 2007 für Besucher geschlossen wurde und lange auf einen Investor wartete

Von Jurij Tschernyschew


Die Restaurierung der deutschen Villa Japha in der Königsberger Körteallee [Kutusow-Straße] steht kurz vor ihrer Vollendung. Die Villa des damaligen Seifenfabrikanten Wolfgang Japha wurde 1891 im prestigeträchtigen Stadtteil Ama-lienau gebaut. Westlich der Villa befindet sich ein Schwimmbad, das später in den 1930er Jahren gebaut wurde.
Bei der Erstürmung Königsbergs wie überhaupt während des ganzen Krieges wurde der Stadtteil Amalienau kaum beschädigt, sodass die Villa in relativ gutem Zustand erhalten blieb. Darüber hinaus wurde das Gebäude nach dem Krieg bereits teilweise restauriert. Es beherbergte eine Bildungseinrichtung für junge Techniker und später ein Zentrum für die technische Kreativität von Kindern. Im Jahr 2007 bezog dieses ein neues Gebäude und die Villa war fortan für Besucher geschlossen. Im selben Jahr erkannte die Regierung des Königsberger Gebiets der Villa Japha den Status eines Kulturerbes von regionaler Bedeutung zu. Seit 2012 ist sie in Privatbesitz.
Kulturerbe seit 2007
Heutiger Besitzer der Villa ist Stefano Wlachowitsch, Präsident der Firma „Lebensmittelgruppe“. Er hat das Gebäude samt Grundstück für umgerechnet rund eine Million Euro dem Königsberger Stadtratsabgeordneten Valerij Makarow abgekauft und sogleich damit begonnen, es zu restaurieren. Diese Erneuerungsarbeiten sind seit 2015 im Gange. Zurzeit beschäftigt sich das beauftragte Bauunternehmen mit der Innenarchitektur. Im Außenbereich stehen noch Arbeiten am Grundstück und am Schwimmbad an. Bislang wurden die Arbeiten an der Fassade beendet und das Baugerüst entfernt.
Im Innenbereich werden die Fliesen und Fenster erneuert, Wände neu verputzt und gestrichen. Die Art der Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbilds des Gebäudes ist darauf zurückzuführen, dass das historische Aussehen erhalten bleiben musste. Sogar die Farbgebung muss laut Denkmalschutzauflagen die ursprüngliche sein. Für diese Arbeiten hatte Wlachowitsch Spezialisten aus Polen herangezogen.
Die Villa ist ein zweistöckiges Gebäude mit Dachgeschoss und Keller, das sich auf einem 15 Hektar großen Grundstück befindet. Die Fläche des Gebäudes selbst beträgt 570 Quadratmeter. Es beherbergt vier Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer, eine Küche, ein Wohnzimmer, einen Kinosaal, einen Billardraum sowie eine Tiefgarage.
Körteallee wurde verschönert
Es ist erwähnenswert, dass die gesamte Körteallee in den vergangenen Jahren verschönert wurde. Plätze und Bürgersteige wurden landschaftlich neu gestaltet und verbessert, die Fassaden vieler Villen wurden restauriert, obwohl die Gebäude immer wieder ihre Besitzer gewechselt haben. Auch gegenwärtig stehen mehrere Villen zum Verkauf. Galgen mit Verkaufsangeboten auf den Grundstücken zeugen davon. Für Königsbergbesucher ist Amalienau ein beliebter Anziehungsort, da hier noch etwas vom Geist der alten Stadt am Pregel erhalten geblieben ist.

Veröffentlicht am 26.02.2020
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