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Deutsch singen mit Familie Kollo

4. Walter-Kollo-Gesangswettbewerb in Neidenburg – Ehrengast war die Enkelin des Komponisten
Eine der Favoritinnen bei ihrem Auftritt: Nina Kostowska Bild: U.H.

Bereits zum vierten Mal luden die Grundschule „Johannes Paul II“ in Grünfließ und die Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Neidenburg Grundschüler mit Deutsch als Minderheitensprache aus dem Kreis Neidenburg zum Walter-Kollo-Gesangswettbewerb ein.

In der Jury saß am 9. April in der Burg in Neidenburg als Ehrengast die Enkelin des Komponisten, Margarete Kollo. Walter Kollo, der Namensgeber des Wettbewerbs, wurde am 28. Januar 1878 in Neidenburg geboren. Er studierte Musik in Sondershau-sen/Thüringen sowie in Königsberg und ging 1899 nach Berlin. Dort widmete er sich der Operette und schrieb Schlager wie „Die Männer sind alle Verbrecher“. Sein Sohn Willi trat als Komponist in seine Fußstapfen, was manches Mal zu Verwechslungen führte, wie Margarete Kollo sagt: „Mein Großvater Walter und mein Vater Willi werden bis heute immer wieder durcheinandergebracht.“ Bei Walters Enkel René Kollo passiert das nicht; der Tenor ist bekannt als Opernsänger, blieb aber gleichzeitig als Schlagersänger der Familientradition der leichten Muse treu.
Margarete Kollo hat zwar ebenso eine künstlerische Ausbildung, übernahm aber die organisatorischen Aufgaben im Hintergrund: „Ein Vorsingen wie hier in Neidenburg ist mir als Musikverlegerin und Agentin für Musiktheater nichts Neues. Ich habe nur sonst mit professionellen, ausgebildeten Sängerinnen und Sängern zu tun.“ Von gut ausgebildeten Stimmen konnte bei den Kandidatinnen des Wettbewerbs des deutschen Liedes natürlich nicht die Rede sein, die Grundschüler sind dafür einfach zu jung. Trotzdem waren die musikalische Richtigkeit, das Gefühl für Musik und die allgemeine Bühnenwirkung wichtige Kriterien für Margarete Kollo und die anderen Mitglieder der Jury. Ebenfalls bewertet wurden selbstverständlich die Artikulation und die allgemeine Verständlichkeit der deutschen Sprache.
16 Kandidatinnen und ein Kandidat nahmen ihr Herz in die Hand und ihren Mut zusammen und betraten die Bretter, welche die Welt bedeuten: die Bühne des großen Rittersaals in der Neidenburger Burg. Alle hatten zwei Lieder mitgebracht, um die Jury von ihrem Können zu überzeugen. Dem einzigen Jungen im Wettbewerb, Dominik Rytkowski aus Grünfließ, gelang es mit „Ich habe einen Papagei“, eine Auszeichnung in der Kategorie der Klassen eins bis drei zu erhalten. Nenas „99 Luftballons“ sicherten Oliwia Kosobucka den zweiten, das Wiegenlied „La Le Lu“ Nina Kostowska den ersten Platz in dieser Kategorie – beide Schülerinnen kommen aus Neidenburg.
Je älter die Teilnehmerinnen waren, desto anspruchsvoller die gewählten Texte und auch die Musik. Hinter dem Lied mit dem irritierenden französischen Titel „Je ne parle pas français“ etwa verbirgt sich die Begegnung einer jungen Deutschen mit einem Franzosen in Paris bei lateinamerikanischen Rhythmen. Die gut gelöste Aufgabe bescherte Weronika Kondras aus Grünfließ den zweiten Platz bei den Klassen vier bis sechs.
Mit Abstand die beste Präsentation des Tages legte Zuzanna Pyszko aus Lahna mit „Drück die Eins“ aufs Parkett, und zwar sowohl textlich und stimmlich als auch bei der Präsenz auf der Bühne. Das gab für sie zu Recht den ersten Platz in der Kategorie der Klassen sieben und acht.
Neben den Sachpreisen und Urkunden für die Gewinner der ersten bis dritten Plätze jeder Kategorie gab es für jeden Teilnehmer eine Statuette des Wettbewerbs. Der Schirmherr der Veranstaltung, Neidenburgs Bürgermeister Jacek Kosmala, ließ es sich nicht nehmen, die von der Stadt gestifteten Preise selbst zu überreichen. Auch die Vertreter des Kreises Neidenburg, des gastgebenden Kulturzentrums der Stadt sowie der weiteren Sponsoren übernahmen diese Aufgabe gerne.
Als besondere Zugabe hatte Margarete Kollo für alle Teilnehmer eine besondere CD mitgebracht: „Das sind Lieder meines Großvaters und meines Vaters, gesungen von meinem Bruder. Also dreimal Kollo.“ Für die Sieger gab es noch ein Extra-Päck­chen mit weiterem Material zur Familie Kollo. Für die Teilnehmer, die ohne Platzierung ausgingen, bleibt der Trost, dass im nächsten Jahr die fünfte Ausgabe des Walter-Kollo-Wettbewerbs stattfinden wird. Margarete Kollo möchte dann gerne wieder in Neidenburg dabei sein.    
    Uwe Hahnkamp

Veröffentlicht am 15.05.2019
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