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Deutsche Vorkriegsgebäude sichtbar machen

Hausbewohner setzten sich für die Anbringung eines zweisprachigen Straßenschilds ein
Zeugt von der deutschen Vergangenheit: Schild am Haus Nr. 8 Foto: D.K.

Mit dem Einmarsch der Roten Armee wurde Allenstein 1945 stark zerstört und niedergebrannt. Wenigstens  blieb ein Teil des Stadtzentrums verschont. Dort befinden sich schöne und prächtige Mietshäuser, ein Beispiel dafür ist die Langgasse, die eine Vorstellung davon vermittelt, wie die Hauptstraßen von Allenstein in der Vergangenheit aussahen. In den letzten Jahren stellte die Stadt aus dem laufenden Haushalt regelmäßig umgerechnet etwa 110 000 Euro für die Restaurierung historischer Gebäude zur Verfügung.
Die Eigentümer und Verwalter der im Denkmalregister eingetragenen Wohnhäuser konnten diese Finanzmittel beantragen. Das Geld aus der Zuwendung wurde für verschiedene Zwecke verwendet. Von der Wanddämmung über Dachreparaturen, die Renovierung von Balkonen bis hin zur Fassadenrenovierung, die am auffälligsten ist und das Bild des Stadtzentrums sowie des nördlichen Wohnviertels [Zatorze] prägt. Und wenn Baugerüste verschwinden und neue farbenfrohe Fassaden freigelegt werden, dann wird es zu einem Impuls für die Verwalter der benachbarten Gebäude, diese auch zu renovieren.
So ist es auch im Fall des Mehrfamilienhauses Nr. 8 in der Langgasse geschehen. Die Wohngemeinschaft entschied, an der Fassade des im März renovierten Gebäudes ein neues Schild mit dem polnischen Straßennamen und darunter ein entsprechend kleineres mit dem deutschen Straßennamen „ehem. Langgasse“ aus der Vorkriegszeit anzubringen. Auf diese Weise hat die Wohngemeinschaft des über 100 Jahre alten, schönen Mietshauses die Kontinuität der Geschichte und des kulturellen Erbes der Stadt sichtbar gemacht. „Wir dachten, dass die Restaurierung der Fassade eine schöne Gelegenheit wird, die Geschichte unserer Straße in Erinnerung zu rufen. Wäre der Straßenname mit einer Ideologie verbunden, hätten wir uns sicher nicht dazu entschlossen, aber in diesem Fall ist er neutral. Wir haben uns von den Schildern mit den Vorkriegsnamen der Allensteiner Straßen inspirieren lassen, die wir im Museum der Moderne gesehen hatten, und das gab uns den Anstoß für unser Projekt. Es lohnt sich, die Geschichte des uns am nächsten gelegenen Raums kennenzulernen“, unterstrich Tomasz Sztachelski vom Vorstand der Wohngemeinschaft. Die Langgasse ist besonders reich an erhaltenen Gebäuden. Obwohl die Befürchtung bestand, dass das Anbringen eines deutschsprachigen Straßenschildes die Einwohner von Allenstein spalten könnte, zeigt eine Internetumfrage auf der Website einer der populärsten landesweiten Zeitungen etwas ganz anderes. Laut der Umfrage sind mehr als 71 Prozent der Leser der Meinung, dass die Idee, über ehemalige Straßennamen zu informieren, eine gute sei. Dies ist ein gutes Zeichen, denn die positive Einstellung der Stadtbewohner zu derartigen Projekten beweist, dass sie zunehmend toleranter und aufgeschlossener werden, sich der Geschichte der Region bewusster werden und sich nicht mehr von deutschfeindlichen Stereotypen nähren sowie immer seltener Ressentiments gegen Deutsche hegen.  Dawid Kazanski

Veröffentlicht am 10.04.2020
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