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Die Neue Börse ist 145 Jahre alt

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude beherbergt heute das Museum der Schönen Künste
Früher Sitz der Königsberger Industrie- und Handelskammer im Stadtzentrum: Die ehemaligen Neue Börse soll demnächst restauriert werden Foto: J.T.

Von Jurij Tschernyschew

In  diesem Jahr wurde eines der bekanntesten historischen Gebäude der Stadt, die ehemalige Königsberger Neue Börse, in der sich heute das Museum der Schönen Künste befindet, 145 Jahre alt. Das Haus wurde 1875 im Stil der italienischen Neorenaissance erbaut. Entworfen hatte es der Architekt Heinrich Müller. Zuvor hatte dieser bereits Erfahrung mit dem Entwurf großer Bauten erworben. Eines davon war das der 1864 errichteten Börse in Bremen.
Der Bau der Börse gegenüber dem Kneiphof dauerte fünf Jahre und kostete zwei Millionen Goldmark. Das war für die damalige Zeit eine gewaltige Summe Geld. Das Börsengebäude sollte den Erwartungen der wohlhabenden Geschäftskreise in der Stadt entsprechen, welche die Börse luxuriöser als in anderen Städten sehen wollten.
Die Fläche des fertiggestellten Gebäudes betrug 22.000 Quadratmeter. Nach dem Plan des Architekten befand sich im oberen Teil eine riesige Börsenhalle und unten eine Terrasse, die manchmal als „Saal der Sommerbörse“ bezeichnet wurde. Über dem zentralen Eingang des Hauses wurden vier skulpturale Kompositionen platziert. Diese sollten die Geschäftsverbindungen Königsbergs mit Europa, Asien, Afrika und Amerika symbolisieren. Die vordere Treppe der Neuen Börse war auf der Seite der Pregelbrücke mit Löwenfiguren des Bildhauers Emil Hundrieser verziert.
Fast unmittelbar nach der feierlichen Eröffnung der Börse wurde dieses großzügige Gebäude, in dem die Industrie- und Handelskammer untergebracht war,  zu einer neuen Visitenkarte der Stadt. Die Königsberger Börse zierte häufig Postkarten und Gemälde der Stadt. Vor dem Bau des Hauses der Technik in den 1920er Jahren befand sich der größte öffentliche Saal Königsbergs im Gebäude der Börse. Abends, nach dem Ende des Handelstages, wurde der Saal für feierliche Versammlungen, Bälle sowie Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Nach einem Angriff der Briten im August 1944 gab es einen Großbrand, bei dem viele Holzstrukturen des Baus zerstört wurden. Darüber hinaus wurde er bei der Erstürmung von Königsberg durch die Rote Armee im April 1945 beschädigt. Lange Zeit nach Kriegsende zog die Ruine Filmemacher an, die dort Kriegsszenen drehten. Insbesondere für berühmte Filme wie „Der Vater des Soldaten“ aus dem Jahre 1964 oder „Peace to the Incoming“ (Friede den Neuankömmlingen), der bei den Filmfestspielen von Venedig einen Sonderpreis der Jury erhielt. 1960 wurde dem Gebäude der Börse durch eine Resolution des Ministerrats der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) der Status eines Architekturdenkmals von republikanischer Bedeutung verliehen. 1967 wurde es wiederhergestellt. Der Innenraum der großen Börsenhalle war ein Theater- und Konzertsaal mit einer großen Bühne geworden. 1973 wurde der Kulturpalast der Seeleute in der ehemaligen Neuen Börse untergebracht. Obwohl der Kulturpalast der Seefahrer vor 20 Jahren in „Regionales Jugendkulturzentrum“ umbenannt wurde, sind viele Menschen im Königsberger Gebiet daran gewöhnt, dieses schöne Gebäude als „Kulturpalast der Seefahrer“ zu bezeichnen.
Seit 2018 beherbergt die ehemalige Börse das Regionale Museum für Bildende Künste, in das die Ausstellung der früheren Kunstgalerie an der Altstädtischen Langgasse umgezogen ist. Übrigens wurden in den Räumlichkeiten der Börse schon früher große Ausstellungen gezeigt. Alle zwei Jahre wurden hier Werke berühmter Künstler aus aller Welt ausgestellt. In naher Zukunft ist geplant, bedeutende Reparaturarbeiten durchzuführen, für die umgerechnet etwa 5,7 Millionen Euro bereitgestellt werden.  Dieser Betrag soll die Kosten für die Restaurierung der Fassade und den Austausch von Fenstern und Türen abdecken.  

Veröffentlicht am 09.09.2020
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