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Gemeinsam gedenken, zusammen erleben

Zum traditionellen Treffen auf Schloss Burg kamen zahlreiche Ostpreußen, Schlesier und Pommern
LO-Sprecher Stephan Grigat bei seiner Rede Bild: D.G.

Zum traditionellen landsmannschaftlichen Treffen auf Schloss Burg bei Solingen waren erneut zahlreiche Ostpreußen, Schlesier und Pommern gekommen. Es waren erlebnisreiche Stunden im Bergischen, die mit Plachandern, Singen und Genießen wie im Flug vergingen.

Am Sonntag des ersten Juli-Wochenendes war das Plateau vor der Gedenkstätte des Deutschen Ostens und der Vertreibung auf Schloss Burg an der Wupper wieder Schauplatz einer Kulturveranstaltung der besonderen Art. Das frühere „Kleine Ostpreußentreffen“ hat sich in den letzten Jahren zu einem kulturellen Stelldichein entwickelt, an dem auch Vertreter der schlesischen und pommerschen Landsmannschaften aus Nordrhein-Westfalen teilnehmen.
Beim fröhlichen Wiedersehen mit alten Weggefährten, aber auch in Gesprächen mit neuen Gleichgesinnten konnte man Erinnerungen aus der ehemaligen Heimat auffrischen, Neuheiten austauschen und auch in die Zukunft blicken.
An den Ständen der drei Landsmannschaften sowie beim Bund Junges Ostpreußen (BJO) und bei „Café Lorbas“ war eine Fülle an Informationen, Büchern, Landkarten, Reiseführern und Ansichten von anno dazumal und von heute zu sehen und zu erwerben. Zu den jüngsten Veröffentlichungen gehörte der Band „Hermann Sudermann – Erinnerungen an einen ostpreußischen Dichter mit Beiträgen von Bärbel Beutner und Walter T. Rix“. Die Broschüre wurde im Selbstverlag von Werner Schuka aus Anlass des 90. Todestages von Hermann Sudermann herausgegeben.
Erstmals waren Ulrike und Hans-Werner Hösterey aus Solingen mit Büchern von Gert O. E. Sattler beim Treffen auf Schloss Burg dabei. Der Ostpreußen- und Heimatdichter (1921–2017) hat die meisten seiner Gedichtbände mit Bezug zu den früheren deutschen Ostgebieten selbst verlegt. Die Nichte des Schriftstellers verwaltet den Nachlass und informierte die Interessenten über Titel wie die „Ostpreußen-Septimelogie“ und die „Bernstein-Quintologie“.
Für das leibliche Wohl der Besucher wurde bestens gesorgt. Zum Probieren gab es typische kulinarische Spezialitäten wie „Schlesischer Mohnkuchen“ und „Pommerscher Salzkuchen“. Hinzu kamen edle Tropfen wie „Bärenfang“ oder „Schit-Lot-Em“.
Das Bläserensemble der Dabringhausener Musikanten aus dem Bergischen Land sorgte für gute Stimmung und bot unter der Leitung von Torben Krause ein abwechslungsreiches Platzkonzert mit beliebten Volksliedern.
Jürgen Zauner, der ehemalige, langjährige Vorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, moderierte den offiziellen Teil der Veranstaltung. Stimmungsvolle Momente waren die Andacht, das Geläut der Glocken vom Königsberger Dom und von der Jakobuskirche Breslau sowie das Totengedenken mit Kranzniederlegung und nicht zuletzt das Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ in der Interpretation der Dabringhausener Musikanten.
In ihren Grußworten wandten sich die Vorsitzenden der drei Landesgruppen Rudi Pawelka (BdV Nordrhein-Westfalen, Schlesien), Wilhelm Kreuer (Ostpreußen) und Adalbert Raasch (Pommern) an alle Teilnehmer und freuten sich über die gute Resonanz der Kulturveranstaltung.
Das „Wort der Jugend“ überbrachte Tobias Link, der Vorsitzende des Bundes Junges Ostpreußen (BJO). Er verriet unter anderem, dass der BJO seit Kurzem auch auf Instagram vertreten sei, so dass Interessenten jederzeit einen „heißen Draht“ zu aktuellen Veranstaltungsterminen, Brennpunktthemen und Reiseprogrammen haben.
„Ostpreußen lebt!“ – so begrüßte Stephan Grigat, Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, die Teilnehmer der Kulturveranstaltung auf Schloss Burg. Es sei wichtig und richtig, dass man sich durch Begegnungen dieser Art zur ostpreußischen Heimat bekenne und die Erinnerung an die Vergangenheit aufrechterhalte. Mit Blick in die Zukunft verwies Grigat auf das Jahr 2020, wenn das Deutschlandhaus mit der geplanten Gedenkstätte der Stiftung Flucht, Vertreibung und Versöhnung in Berlin der Öffentlichkeit übergeben wird. Die dort geplante Dauerausstellung soll voraussichtlich 2021 eröffnet werden.
Für die Festansprache konnte Heiko Hendriks – seit 2018 Vorsitzender des NRW Landesbeirates für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen – gewonnen werden. Er unterstrich die Tatsache, dass das Land Nordrhein-Westfalen viele Vertriebene und geflüchtete Deutsche aufgenommen hat. Diese Menschen haben hier eine neue Heimat gefunden, sie haben Brücken aufgebaut und Völkerverständigung gelebt.
Das von Bärbel Beutner betreute musikalische Kulturprogramm des diesjährigen Treffens bestritt die Mezzosopranistin Isabelle Kusari. Die Solistin brachte „Kulturschätze aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern“ zu Gehör. Viel Freude bereitete den Teilnehmern die gemeinsam gesungenen Lieder „Ännchen von Tharau“, „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“, „Wo die Ostseewellen trecken an den Strand“ und „Kein schöner Land“. Zu den ostpreußischen Höhepunkten gehörten unter anderem die Solo-Gesänge „Wenn ich ein Vöglein wär“, „Es dunkelt schon in der Heide“ oder „Freiheit, die ich meine“.
Viele der Teilnehmer nutzten auch die Gelegenheit, um die im Batterieturm des Schlosses eingerichtete Gedenkstätte des Deutschen Ostens und der Vertreibung zu besuchen. Dort zeigte die Pommersche Landsmannschaft ihre Wanderausstellung „Vertrieben – und vergessen?“
Am Ende des ereignisreichen Tages waren sich alle Anwesenden einig: Auf Wiedersehen bei Schloss Burg im nächsten Jahr!
    Dieter Göllner

Veröffentlicht am 10.07.2019
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