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Ein Bremer in Ostpreußen

Königberger Kunstgalerie zeigt Fotografien der Werke des Architekten Hans Scharoun
Vor einem Rundgang durch die Räume: Dimitri Suchin kommentiert die Ausstellung Bild: J.T.

In der Königsberger Kunstgalerie läuft eine Ausstellung über den berühmten Architekten Hans Scharoun, die zuvor in Moskau gezeigt worden ist. Der Initiator Dimitri Suchin, ein Berliner Architekt, Mitglied des „Ksamwyker Kreises“, bemüht sich seit Jahren um den Erhalt der Scharoun’schen „Bunten Reihe“ in Insterburg. Die Ausstellung stellt einen Schritt zum Erreichen dieses Ziels dar.


In Kamswyken, einem Vorort von Insterburg, realisierte der gebürtige Bremer Architekt Hans Scharoun mit der „Bunten Reihe“, einer Wohnhaussiedlung, die sich durch ihre farbigen Fassaden von der übrigen tristen Bebauung unterschied, sein Erstlingswerk. Die Fenster setzten sich durch bunte Profile von der Fassade ab, die Hauseingänge waren individuell gestaltet. Die Häuser der „Bunten Reihe“ sind die einzigen farbigen Bauwerke Scharouns, die fast in ihrem ursprünglichen Zustand, mit originalem Stuck und den Dachziegeln, erhalten geblieben sind.
Die Ausstellung in der Königsberger Kunstgalerie zeigt 75 Fotografien von Gebäuden, die Scharoun entworfen hat, sowie Bücher, die über seine Tätigkeit erzählen. Die Aufnahmen stammen von Carsten Krone, Professor für Architektur an der Univsersität Mexiko. Die Fotos zeigen Scharoun als Erschaffer von über 300 Projekten, Konstruktionen und Architekturensembles. Zu seinen berühmtesten Gebäuden zählen die Staatsbibliothek in Berlin, die Johanneskapelle in Bochum, das Theater in Wolfsburg sowie das Museum für Schifffahrt in Bremerhaven. Auch die Berliner Philharmonie zählt zu seinen Meisterwerken.
Es ist das Verdienst der deutsch-russischen Gesellschaft „Kamswyker Kreis“ und des engagierten Berliner Architekten Dimitri Suchin, dass nicht nur in Königsberg, sondern auch im fernen Moskau eine Ausstellung über den bedeutenden, aber weitgehend in Vergessenheit geratenen Architekten Hans Scharoun gezeigt werden konnte. Der Ingenieur und Architekt ist Mitglied der Kreisgemeinschaft Insterburg sowie im Vorstand der Berliner Scharoun-Gesellschaft.
In Königsberg öffneten Zoodirektorin Swetlana Sokolowa und Irina Koschewnikowa das Tor zur Kunstgalerie. Mit Frau Sokolowa arbeitet Suchin schon seit Jahren zusammen, da der Architekt einst die Zoobauten begutachtet hat.
Teilnehmern des Deutsch-Russischen Forums der Landsmannschaft Ostpreußen sind die Namen Suchin, Sokolowa und Koschewnikowa von deren Vorträgen bei verschiedenen Foren bekannt. Schon vor zwei Jahren berichtete Suchin von seinen Plänen, die Häuser der „Bunten Reihe“ in Insterburg zu retten. Als Ziel nannte er die Realisierung bis zum 125. Jubiläum Scharouns im Jahr 2018. Doch für die aktuelle Ausstellung dient ein anderer Jahrestag: Am 22. August 1915 begann in Stallupönen der Wiederaufbau Ostpreußens nach den Zerstörungen des Ersten Weltkriegs. 1915 fuhr Scharoun nach Insterburg, wo er sich an der „ostpreußischen Wiedergeburt“ beteiligte. Zu Beginn seiner ostpreußischen Periode baute Scharoun während des Ersten Weltkriegs zerstörte Höfe, das Gemeindehaus in Kattenau und die Notkirche in Walterkehmen wieder auf. Später entwarf er weitere Gebäude in Insterburg, von denen neben der „Bunten Reihe“ noch einige erhalten sind.
Scharoun wurde am 20. September 1893 in Bremen geboren, studierte in Berlin und Breslau. Während seiner ostpreußischen Zeit entwarf er einen Plan zur Bebauung Insterburgs, darunter die Gestaltung des Neuen Markts, das Kabarettheater „Tivoli“ an der Stelle, wo sich heute ein Wohnhaus mit dem Café „Junost“ befindet. Doch Scharoun schuf nicht nur Heimat, sondern er gründete auch Handwerker-Genossenschaften, an denen es zuvor in der Provinz gemangelt hatte, mit ihm hielten Baukultur und -kritik Einzug.
Nach der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Scharoun in Russland“ erläutete Suchin bei einem Rundgang die Fotografien und hielt einen Vortrag mit dem Titel „Wie kam Scharoun nach Ostpreußen?“ Musikalisch wurde die Eröffnung von der aus Tilsit angereisten Tanzgruppe „Molodaja gwardia“ (Junge Garde) begleitet. Daneben präsentierten die Veranstalter T-Shirts mit Aufdrucken, die den Insterburger Aquarellen Scharouns nachempfunden sind und im Stadtmuseum Insterburg verkauft werden.    Jurij Tschernyschew/MRK
Die Ausstellung in der Königsberger Kunstgalerie (Moskowskij prospekt 60–62) ist noch bis zum 6. August zu sehen.

Veröffentlicht am 18.07.2015
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