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Königsberger außer Rand und Band

Mehr als 1000 Menschen kamen zur Fontänen-Einweihung auf den Börsenvorplatz – Besonders Kinder waren begeistert
Neute Attraktion: Hochmoderne Springbrunnenanlage Bild: J.T.

In Königsberg ist auf dem Platz vor der ehemaligen Börse ein neuer Springbrunnen mit einer Lichtschau mit Musikbegleitung wurde die neue Anlage feierlich eingeweiht worden.  
Viele Jahre lang wurde der Plan verfolgt, auf dem Platz ein Geschäftshaus zu errichten. Die Bewohner der umliegenden Häuser  organisierten Protestkundgebungen, an denen sich viele Intellektuelle beteiligten wie der bekannte Kantforscher Leonard Kallinikow, Professor an der Albertina.
In einer Petition an den Gouverneur forderten die Gegner, den Platz unter Denkmalschutz zu stellen. Daraufhin erklärte das Gebietsgericht die Bereitstellung des Grundstücks für den Bau eines Einkaufszentrums für illegal.
Im Zuge der Vorbereitung auf die Fußball-WM entstand ein Plan für den Bau eines Brunnens mit Beleuchtung. Der neugestaltete Platz wurde insgesamt mit mehr als 30 Kiefern und mehreren Tausend Sträuchern bepflanzt. Als Hauptinvestor tritt  die Sberbank auf. Das restliche Geld stellten Spender und örtliche Firmen bereit, die bei der Beschaffung der Baumaterialien halfen. Die Brunnenanlage und die Gestaltung des Platzes haben 200 Millionen Rubel (rund 2,7 Millionen Euro) gekostet. Dass so viel Geld für die Gestaltung eines Platzes ausgegeben wurde, stieß auf Kritik, da man mit diesem Geld unzählige Häuserfassaden  hätte sanieren können und nicht nur die der Protokollroute während der WM.
Ein interessantes Detail ist die Umbenennung des Platzes im Jahr 2016. Auf Initiative des damaligen Gouverneurs Nikolaj Zukanow war er in „Platz des
70. Jahrestags der Kaliningrader Oblast“ umbenannt worden. Doch im Frühjahr dieses Jahres erklärte die Gebietsregierung, dass der Arbeitstitel des zu erneuernden Platzes „Börse“ sei. Darüber hinaus gab es auf Nachrichtenportalen im Internet die Möglichkeit abzustimmen. An der Abstimmung beteiligten sich 9500 Menschen, und die Mehrheit entschied sich für Börsenplatz. Auf diese Weise bleibt das historische Erbe im Namen des Platzes vor der ehemaligen Königsberger Börse erhalten.
Absoluter Höhepunkt des Platzes ist der Licht- und Musikbrunnen, dessen Fontänen mit Farbwechseln synchron mit musikalischer Begleitung bedient werden können. Die Fontäne ist mit einer Video-Laser-Projektion ausgestattet, so dass jedes Bild auf seinen Wasserschirm projiziert werden kann. Die 300 Wasserstrahlen gehen bis zu 16 Meter hoch. Mehr als 300 Lampen wurden verbaut.
Der Brunnen ist vor Zerstörungswut geschützt, da die gesamte Technik einschließlich der Lampen mit dekorativen Gittern verschlossen ist. Der Platz hat bereits Schaden genommen. Zur Einweihungszeremonie waren über 1000 Menschen gekommen. Zunächst drehten Kinder am symbolischen Startknopf des neuen Brunnens herum und drückten ihn ein. Es handelte sich um einen Stand mit Schlüsselloch und Schlüssel für den symbolischen Start des Brunnens.  
Da nicht alle Ankömmlinge auf den Platz passten, begannen die Zuschauer, das Gerüst der Börse zu besteigen, um dann seine Gesimse zu „stürmen“. Die Menge bewegte sich auch von den Bürgersteigen und Straßen auf die Rasenfläche, wobei sie neugepflanzte Büsche niedertrampelte. Als es auch auf dem Rasen zu eng wurde, begannen einige, auf Bäume zu klettern, um die beste Sicht auf den Brunnen zu erlangen.
Während der Feier wurden auf die Fassade der Börse das Wappen des Königsberger Gebiets, Comicfilme und Episoden aus Videospielen projiziert. Ebenso wurde der Schlüssel für die neue Fontänenanlage von Sberbank-Chef German Gref dem Gouverneur des Königsberger Gebiets, Anton Alichanow, feierlich überreicht. In ein paar Monaten wird der neue Brunnen von der Stadt Königsberg verwaltet.
Schon jetzt ist der Börsenplatz  zum beliebten Ort in Königsberg geworden. Besonders Kinder begeistert, dass er keine Begrenzung hat und sie durch die Wasserstrahlen laufen und sogar baden dürfen. Und abends, wenn die Fontäne „singt“, versammeln sich Jugendliche dort zu unvergesslichen Tanzabenden.
    Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 01.08.2018
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