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Königsberger kämpfen gegen Krebs

Erkrankungen nehmen drastisch zu – Regierung plant Bau eines onkologischen Zentrums im Gebiet
Setzten ein Zeichen gegen steigende Zahl der Krebserkrankungen und für bessere Behandlungsmöglichkeiten: Teilnehmer des „Marschs gegen Krebs“ Bild: J.T.

Im Königsberger Gebiet ist die Sterberate durch Krebs gestiegen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres sind bereits über 1500 Menschen an der Krankheit gestorben, das sind 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl derer, bei denen erstmals eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, wächst. Ende 2017 wurden fast 24000 Einwohnern der Königsberger Exklave von Onkologen untersucht. Die Zahl derer, die erstmals von ihrer Diagnose erfahren haben und die unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle stehen, beträgt 3500.
Angesichts dieser besorgniserregenden Statistik hat der Marsch gegen Krebs, der vor Kurzem in Königsberg stattfand, eine besondere symbolische Bedeutung. An der Veranstaltung beteiligten sich Regierungsvertreter, Vereine, Studenten sowie Patienten und ihre Verwandten. Organisiert hatte sie die regionale Organisation „Vita“, die sich um die soziale und psychologische Unterstützung von Betroffenen kümmert. Die Teilnehmer des Umzugs, deren Symbol ein rosafarbenes Band ist, möchten die Öffentlichkeit auf das bestehende Problem der Zunahme von Krebserkrankungen aufmerksam machen und an die Notwendigkeit regelmäßiger Untersuchungen erinnern. An dem Umzug nahmen übrigens auch Gäste aus der Bundesrepublik teil: Die Kolonne wurde von einer Hamburger Blaskapelle angeführt. Die Teilnehmer marschierten entlang dem Hansaring, der Hufenallee von der Skulptur der Kämpfenden Wisente bis zum Denkmal der Kosmonauten, wo ein Treffen stattfand, bei dem das deutsche Orchester ein musikalisches Programm aufführte.
Im Königsberger Gebiet gibt es mehrere Wohltätigkeitsorganisationen, die sich dem Problem der Krebserkrankungen widmen. Insbesondere das Wohltätigkeitszentrum „Ich glaube an ein Wunder“ verfolgt schon lange die Idee, in der Region ein Kinderhospiz einzurichten. Da die Behörden den Bau eines staatlichen Hospizes wegen Finanzierungsproblemen wiederholt verschoben hatten, beschloss die Organisation, sich selbst um ein Kinderhospiz zu bemühen.
Die Stadtverwaltung erklärte sich bereit, der Wohltätigkeitsorganisation ein Baugrundstück in der 19 Kilometer von der Gebietshauptstadt entfernt liegenden Siedlung Molsehnen [Kosmodemjanskowo] zu übertragen, die zum Landkreis Königsberg gehört. Allerdings stellte sich nur wenig später heraus, dass das Gelände sumpfig ist und eine Trockenlegung erhebliche Kosten verursachen würde. Die Berechnung allein für die Vorbereitung des Baus eines Kinderhospizes auf dem Grundstück ergab eine Summe von umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro, weshalb die Pläne auf Eis gelegt werden mussten. Die Organisation „Ich glaube an ein Wunder“ hat Geldgeber, die bereit wären, das erste Hospizgebäude zu errichten, vorausgesetzt allerdings, dass die Stadtverwaltung oder die Regionalregierung ein erschlossenes Grundstück zur Verfügung stellt, damit nach der ersten Bauphase das Gebäude sofort genutzt werden kann. Doch diese Bedingungen konnte oder wollte die Stadtverwaltung nicht erfüllen.
Daneben findet ein langjähriges Ringen um den Bau eines regionalen onkologischen Zentrums seine Fortsetzung. Da es in der Region nur eingeschränkte Möglichkeiten für die Behandlung von Krebserkrankungen gibt, sind die Exklavenbewohner gezwungen, sich in anderen Regionen Russlands, vor allem in Moskau, behandeln zu lassen. Vor Kurzem hat die für Ausschreibungen zuständige Behörde des Königsberger Gebiets zum zweiten Mal einen Auftragnehmer für den Bau des regionalen onkologischen Zentrums in Leißienen, Kreis Friedland, ausgewählt. Das Unternehmen will den Bau für rund 56 Millionen Euro verwirklichen. Das Zentrum soll eine Poliklinik, 200 Betten, ein Diagnosezentrum und eine Abteilung für Strahlentherapie erhalten.
Das Hauptproblem, die Früherkennung, bleibt jedoch bestehen. Deshalb äußerten Spezialisten die Ansicht, dass es vernünftiger gewesen wäre, sich für eine moderne Abteilung in den bestehenden Krankenhäusern des Gebiets zu entscheiden, und sich für eine erfolgreiche Qualifizierung und Weiterbildung der vorhandenen Onkologen im medizinischen Institut der Albertina (Kant-Universität) einzusetzen. Dann könnte ein positiver Effekt schneller einsetzen als beim Bau eines neuen onkologischen Zentrums.
    Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 28.11.2018
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