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Königsberger Sportflieger wehren sich

Gebietsregierung plant eine Nutzungsänderung – Bauinvestoren wittern Chance
Kümmerliche Reste des Flughafens Devau: Bald schon könnten hier Wohnhäuser entstehen Foto: J.T.

Von Jurij Tschernyschew

Der älteste zivile Verkehrsflughafen Europas, Devau in Königsberg, der in diesem Jahr sein 100. Jubiläum hat, könnte schon bald Geschichte sein. Seine Zukunft steht unter einem großen Fragezeichen. Wie es so oft in Königsberg der Fall ist, gibt es den Investorenwunsch, das freie Grundstück, auf dem sich der Flughafen befindet, zu bebauen.
Vor Kurzem erst hat Gouverneur Anton Alichanow öffentlich bekräftigt, das Gelände des Flughafens Devau werde nicht bebaut. Laut Gouverneur gibt es gesetzliche Beschränkungen, für deren Änderung das Einverständis von Regierungschef Dmitrij Medwedjew nötig sei sowie weiterer verantwortlicher Politiker auf Staatsebene. Alichanow sagte: „Ehe ich etwas Falsches sage, würde ich lieber sterben, aber ich werde mein Wort nicht brechen. Mit dem Territorium von Devau, das fast 100 Hektar umfasst, wird in Bezug auf die Entwicklung nichts Schlechtes passieren“, versicherte der Leiter der Region.
Dabei hat der Gouverneur aber nicht vor, mit den Sportfliegern der Russischen Organisation für Verteidigungssport und -technik (DOSAAF), die das Gelände betreibt, Gespräche zu führen. „Ich möchte sagen, dass diese Organisation dort nichts anderes als illegal gebaute und gemietete Garagen hat. Aber ich weiß auch, dass die kleine Luftfahrt in der Stadt gefährlich ist“, sagte Alichanow.
Gebäude sehen verlassen aus
Der Militärpilot der 1. Klasse und ehemaliger Direktor der Königsberger DOSAAF-Abteilung, Sergej Chajlow, wehrte sich dagegen: „Sehr oft fliegen große Flugzeuge bei ihrem Landeanflug sehr dicht über Königsberg. Und das beunruhigt Alichanow nicht? Dagegen soll Devau mit seinen kleinen Flugzeugen plötzlich gefährlich sein?“ Die DOSAAF hat tatsächlich nur wenige Mittel für den Unterhalt des Flughafens. Fast alle Gebäude sehen verlassen und ungenutzt aus. So ist es nicht verwunderlich, dass sich für das große Grundstück viele kommerziellen Organisationen interessieren.
Der Gouverneur schlug vor, dass auf dem Territorium von Devau ein Ort zur Freizeitgestaltung für die Straßenrennfahrer entstehen könnte, damit sie einen Platz haben, um ihre Runden zu drehen. Eine andere Möglichkeit, das Gelände gemeinnützig zu nutzen, sei eine „Spring-Attraktion“.
Zuvor hatte die DOSAAF vor dem Schiedsgericht geklagt, weil Rosimuschtschestwo (Föderale Agentur für die Verwaltung von Staatseigentum) unrechtmäßig den Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem der Flugplatz liegt, gekündigt hatte. Die Organisation ist bereits seit zehn Jahren Pächterin des Geländes. Gleichzeitig hat das Gericht die Forderung von Rosimuschtschestwo an DOSAAF, einen Teil der ungenutzten Flächen auf dem Territorium des Flugplatzes zur Bebauung freizugeben, für rechtens erklärt. Die Gerichtsentscheidung ist bereits rechtskräftig.
Gericht entschied gegen DOSAAF
Die Gebietsregierung möchte ihrerseits dem Gelände den Status eines Flughafens aberkennen. Wie sich die Ereignisse entwickeln und was am Ende mit dem Grundstück am Rande Königsbergs passieren wird, ist noch völlig unklar. Eines lässt sich jedoch mit Sicherheit heute schon sagen: Die Fläche des Flughafens Devau wird nicht mehr lange unbebaut bleiben.

Veröffentlicht am 08.01.2020
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