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Königsberger Südbahnhof wurde 90

Architekturdenkmal von regionaler Bedeutung – Bahnhofsgebäude behielt sein ursprüngliches Aussehen
Zum Jubiläum geschmückt: Die Fassade des Südbahnhofs Bild: J.T.

Der Südbahnhof in Königsberg ist gleichzeitig der Hauptbahnhof des Gebiets. Vor Kurzem wurde er 90 Jahre alt. Vor 70 Jahren wurde das durch den Krieg beschädigte „Haupttor“ der Königsberger Eisenbahn nach Ostpreußen nach erfolgtem Wiederaufbau wieder in Betrieb genommen.

Heute ist der Königsberger Südbahnhof der westlichste Bahnhof der Russischen Föderation, an dem täglich Fernzüge ankommen und abfahren. In den vergangenen Jahren wurde das Innere des Bahnhofsgebäudes grundlegend saniert, sodass der heutige Hauptbahnhof des Königsberger Gebiets allen modernen Anforderungen zur Beförderung von Passagieren per Eisenbahn sowohl im Fernverkehr als auch im öffentlichen Personennahverkehr entspricht.
Der Südbahnhof hat eine interessante Geschichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Königsberg ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Von hier fuhren Züge nach anderen deutschen Metropolen, Polen und Russland. Dennoch gab es in der Stadt keinen einzigen zentralen Großbahnhof.
Der Bau eines neuen Bahnhofs war bereits Ende des 19. Jahrhunderts geplant. Pläne für einen Bahnhofskomplex waren bereits 1914 ausgearbeitet worden, doch wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs mussten diese Pläne verschoben werden. Der Bau begann im Jahr 1919 und endete zehn Jahre später mit der feierlichen Eröffnung am 19. September 1929. Das Bahnhofsgebäude wurde nach dem Entwurf der Hochbauabteilung der Berliner Bahn gebaut. Als Hauptbahnhof von Königsberg diente er auch während des Zweiten Weltkriegs bis Ende Januar 1945. Der Bahnhof war im Zweiten Weltkrieg teilweise beschädigt worden und konnte erst 1949 wieder für den Personenverkehr freigegeben werden. Bemerkenswert ist, dass das Bauwerk der großen gewölbten Brücke über den Bahngleisen nicht viel gelitten hat und noch in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb. Ihre Länge beträgt 178 und ihre Breite 120 Meter. An der Fassade des Gebäudes über dem Haupteingang befand sich vor dem Krieg eine Skulptur des Pferde zähmenden Zeitgottes Chronos, ein Kunstwerk des berühmten Bildhauers Hermann Brachert. In der Sowjetzeit wurde die Skulptur gegen ein Wappen der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) ausgetauscht, das bis heute dort angebracht ist.
In den 1950er und 1960er Jahren war der Südbahnhof ein beliebter Drehort für sowjetische Kriegsfilme, da das Gelände um den Bahnhof nach Vorstellungen der Sowjets vorzüglich die Atmosphäre einer deutschen Stadt wiedergab.
Das moderne Innere erhielt der Bahnhof nach den Rekonstruktionsarbeiten von 2003, als das Interieur modernisiert wurde. Die zentrale Halle des Gebäudes wurde mit großen Lüstern und Laternen mit modernen Materialen ausgestattet. Dennoch blieb das Aussehen der inneren Räumlichkeiten nahezu unverändert, denn das Bahnhofsgebäude hat den Status eines Architekturdenkmals von regionaler Bedeutung. Übrigens wissen viele nicht, dass es bei den Reservegleisen des Südbahnhofs ein kostenloses kleines Eisenbahnmuseum gibt. Zu den Exponaten zählen Lokomotiven aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts.
Derzeit verlassen Elektrotriebewagenzüge der Marke Lastotschka (Schwalbe) nach Cranz und Rauschen sowie Diesellokomotiven zu anderen Zielen im Königsberger Gebiet den Bahnhof. Fernverbindungen gibt es nach Moskau, St. Petersburg, Tscheljabinsk und Adler.
Der sechste Bahnsteig wird durch ein Eisenbahngleis von europäischer Breite ergänzt. Früher kamen hier Züge aus Polen und der Bundesrepublik Deutschland an. Allerdings gibt es schon seit einigen Jahren keine Zugverbindungen mehr mit der Europäischen Union.    
    Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 20.11.2019
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