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Leben in Zeiten der Seuche

Polnische Regierung ergreift einschneidende Maßnahmen, die auch das südliche Ostpreußen betreffen
Vor einem Postamt in Allenstein: Besucher müssen im Freien und mit großem Abstand warten Foto: D.K.

Von Dawid Kazanski

Wie die ganze Welt, kämpft auch Ostpreußen gegen die dynamische Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie. Die polnische Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Risiko einer Infektion zu verringern. Die bisher drastischste war die Schließung der Grenzen des Landes für Ausländer. Premierminister Mateusz Morawiecki informierte darüber auf einer am 13. März einberufenen Konferenz. Auch die internationalen Passagierflüge und Bahnverbindungen wurden eingestellt. Diejenigen, die in das Land zurückkehren, müssen nun ziemlich lange an der Grenze warten und sich dann einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen. Eine andere Maßnahme zur Eindämmung des Virus ist die Einstellung der Handelstätigkeit von großflächigen Geschäften und Einkaufszentren.
Ansonsten wurde zuvor beschlossen, alle Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen und Universitäten zu schließen, um die Kontakte zwischen den Menschen einzuschränken. Derzeit versuchen die Lehrer, den Unterricht online durchzuführen, indem sie die Schüler per Videokonferenz und E-Mail kontaktieren. Da die Kinder nicht am Unterricht teilnehmen, haben die Eltern Anspruch auf ein zusätzliches Betreuungsgeld für die Dauer ihrer Abwesenheit von der Arbeit. Das bringt natürlich erhebliche Verluste für die Wirtschaft mit sich.
Wo immer möglich, werden die Arbeitnehmer auf Heim- oder Telearbeit umgestellt, aber die Verringerung des menschlichen Kontakts bekommen vor allem die Besitzer von Kneipen, Pubs und Restaurants zu spüren, deren Betrieb aufgrund der Einführung des sogenannten Epidemie-Zustandes lahmgelegt wurde. Dazu zählen auch die Unternehmer, die ihre Gaststätten in der Allensteiner Altstadt betreiben. Geschlossene Lokale bedeuten für sie enorme Verluste und die Angst vor einer Pleite. Dasselbe gilt für Friseur- und Schönheitssalons, die aufgrund der Empfehlung der Gesundheitsaufsichtsbehörde vorübergehend außer Betrieb gesetzt wurden. Die betroffenen Unternehmer fordern die Politik auf, finanzielle Hilfe zu leisten und sie von den Sozialversicherungsabgaben zu befreien, damit ihre Unternehmen überleben können.
Anscheinend wurden die Hilferufe gehört, denn der Premierminister hat kürzlich ein sogenanntes Anti-Krisen-Paket ankündigt. Ohne Zweifel hat das Coronavirus das Leben der Polen verändert. Bildungs- und Kultureinrichtungen wurden geschlossen. Darüber hinaus befreiten die Bischöfe die Gläubigen von der Pflicht zur persönlichen Teilnahme an den Sonntagsmessen, da ein Verbot von Versammlungen mit mehr als 50 Personen eingeführt wurde. Auf Beschluss des Gesundheitsministers wurden landesweit 19 Krankenhäuser für Infektionskrankheiten eingerichtet, die sich ausschließlich mit Patienten befassen, die an der Covid-19-Krankheit leiden.
In Ostpreußen wurde ein Krankenhaus in Osterode in ein Infektionskrankenhaus umgewandelt. Obwohl das Gesundheitsministerium behauptet, dass diese Einrichtungen gut ausgestattet seien, klagt das medizinische Personal über unzureichende Mengen an Masken oder Schutzkleidung. Um die Häufung von Personen mit Krankheitssymptomen zu verhindern, werden in praktisch allen Ambulanzen Allensteins Patienten nur nach vorheriger telefonischer Beratung durch einen Hausarzt aufgenommen und einzeln für die angegebene Zeit in das Ärztehaus eingeladen. Viele Allgemeinärzte, die in Bezirkskliniken tätig sind, beraten die Patienten per Telefon und leisten so ihren Dienst. Apotheken, Postämter, Bäckereien und einige Banken werden einzeln von Kunden betreten, die übrigen Wartenden befinden sich draußen und versuchen, einen Abstand von eineinhalb Metern einzuhalten.
In Bussen des öffentlichen Verkehrs gibt es eine spezielle Zone, die den Fahrer von den Fahrgästen trennt. Die Tür wird nur vom Fahrer geöffnet, um die Möglichkeit einer Virusübertragung an den Türgriffen zu minimieren. Politiker und Wissenschaftler sind sich einig, dass die weitere Ausbreitung der Pandemie vermieden weren muss. Es wird alles getan, um die Geschwindigkeit der Virusausbreitung zu begrenzen.

Veröffentlicht am 25.03.2020
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