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Mit frischem Blick auf Allenstein

Der neu ernannte Stadtschreiber Marcel Krueger berichtet über die Woiwodschaftshaupstadt
Frisch eingetroffen in Allenstein: Marcel Krueger stellt sich vor Bild: D.K.

Am 14. Mai fand im Allensteiner Rathaus eine Pressekonferenz statt, auf der der neue Stadtschreiber Marcel Krueger vorgestellt wurde. Während seines fünfmonatigen Aufenthalts in Allenstein wird er einen Internet-Blog führen, in dem er über seine Erlebnisse, Beobachtungen und Begegnungen berichtet.

Marcel Krueger, ein 1977 in Solingen geborener Deutscher, dessen letzter Wohnort das irländische Städtchen Dundalk war, erhielt vom Deutschen Kulturforum östliches Europa das Stadtschreiber-Stipendium. Das seit 2009 jährlich vergebene Stipendium wurde in den vergangenen Jahren bereits von anderen Schriftstellern genutzt, die ihre Erfahrungen unter anderem in Danzig oder Breslau zum Ausdruck brachten.
An der einberufenen Pressekonferenz nahm der Stadtpräsident Piotr Grzymowicz teil, der nach der Begrüßung an die Städte und Länder erinnerte, in denen das Stadtschreiber-Projekt bereits umgesetzt wurde, und hinzufügte, dass er sich freue, in der Stadt einen Gast mit schriftstellerischem Talent begrüßen zu dürfen, der über das Leben in der Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland und Masuren, deren deutsch-polnische Geschichte äußerst spannend sei, berichten werde.
Danach ergriff Winfried Smaczny, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Kulturforums das Wort, der vor der Grenzverschiebung im niederschlesischen Neurode [Nowa Ruda] zur Welt kam. Er erklärte das Hauptziel der von seiner kulturellen Einrichtung finanzierten Projekte: „Wir haben die Aufgabe, zusammen mit unseren Nachbarn das gemeinsame deutsch-polnische Kulturerbe, das gleichzeitig ein europäisches Kulturerbe ist, zu pflegen, teilweise auch wiederzuentdecken, denn in beiden Ländern fehlt manches Mal die Kenntnis und das Bewusstsein für den Wert dieses Erbes.”
Im Anschluss daran betonte Smaczny, dass für ihn die Zusammenarbeit mit Allenstein wegen der Städtepartnerschaft mit Offenburg von besonderer Bedeutung sei, weil ein wichtiges Kapitel seines Lebens mit der Stadt verbunden sei.
Danach sprach Magdalena Gebala, die im Deutschen Kulturforum östliches Europa für die deutsch-polnischen Kontakte zuständig ist. Sie fasste die Idee des Stadtschreiber-Stipendiums folgendermaßen zusammen: „Das Stipendium wird jährlich für einen Zeitraum von fünf Monaten vergeben und geht jedes Jahr in ein anderes Land sowie in eine andere Region Mittel- und Osteuropas. In der Regel handelt es sich dabei um historisch und kulturell mit Deutschland verbundene Regionen. Neben Polen wurde das Stipendium in Rumänien oder im Baltikum vergeben.” Gebala fügte hinzu, dass der nach Ostpreußen entsandte Stadtschreiber außer der Führung eines Tagebuchs im Netz an kulturellen Aktivitäten sowohl in der Stadt als auch in der Region aktiv teilnehmen werde. Darüber hinaus fänden nach Ablauf der Stipendienzeit Veranstaltungen in Berlin oder Potsdam statt, in denen Krueger von seinem Aufenthalt erzählen und als Botschafter Allensteins die Stadt repräsentieren werde.
Ihren Stolz auf die Tatsache, dass in Allenstein ein Stadtschriftsteller tätig sein wird, äußerte Kornelia Kurowska, die Vorsitzende der Stiftung Borussia. Es sei notwendig, öffentlich über Dinge zu sprechen, welche die im südlichen Ostpreußen lebenden Nationalitäten verbinden.
Schließlich kam der Stipendiat des Deutschen Kulturforums selbst zu Wort, indem er die Frage nach seinen ersten Eindrücken von der Ankunft in Allenstein sowie seinen Plänen für die nächsten Monate beantwortete: „Ich möchte mich bei allen für das herzliche Willkommen bedanken. Ganz gleich, ob es beim Stadtpräsidenten bei Kaffee und Keksen, oder im Mendelsohn-Haus bei der Borussia-Stiftung oder an der Universität am Lehrstuhl für deutsche Philologie gewesen ist, wurde ich bereits vom ersten Tag sehr herzlich willkommen geheißen.” Krueger bekannte, dass er hier nicht zum ersten Mal sei, weil seine Familiengeschichte mit dem Kreis Allenstein zusammenhänge. Die Großmutter des Stadtschreibers sei nämlich in Lengainen geboren worden, deswegen sei er schon früher öfter nach Allenstein gekommen. Über seine Oma Cilly schrieb Krueger sogar ein Buch unter dem Titel „Von Ostpreußen in den Gulag”.
Was aber seinen jetzigen Stipendienaufenthalt angeht, wolle er sich nicht auf die Vergangenheit seiner Familie und der Stadt konzentrieren, sondern wie er selber sagte: „Mir geht es darum, zu zeigen, wie bedeutsam die Geschichte von Polen und Deutschland im kleinen Rahmen der Stadt Allenstein ist. Zu reisen und neue Kulturen sowie neue Orte zu entdecken und darüber zu erzählen, ist in meiner Kulturarbeit sehr wichtig.” Die Blogeinträge von Krueger, in denen er seine Betrachtungen aus einem spannenden Blickwinkel ausdrückt, kann man unter der Adresse www.stadtschreiber-allenstein.de verfolgen.     
    Dawid Kazanski

Veröffentlicht am 29.05.2019
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