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Neue Stolpersteine in Königsberg

Halbkugeln aus Beton ersetzen Metallpfähle – Für Fußgänger oft ein größeres Hindernis als Falschparker
Hier parkt keiner mehr auf dem Gehweg: Umstrittene Betonbegrenzung Bild: J.T.

In Königsberg sind neuerdings anstelle der bisherigen Stahlpfähle Halbkugeln aus Beton als Bürgersteigbegrenzung eingesetzt worden. Während die Behörden darin eine wirksame Methode gegen Falschparken sehen, zeigen die Bürger sich weniger begeistert.

Wie der Direktor des städtischen Unternehmens „Städtischer Straßenbau und Reparatur“, Wladimir Swinzow, kürzlich mitteilte, haben die städtischen Behörden zu dieser Maßnahme gegriffen, Gehwege mit Halbkugeln aus Beton auszustatten, um das Parken auf Gehwegen und in Fußgängerzonen zu verhindern. Zuvor hätten Fußgänger sich vielfach zwischen falsch parkenden Autos hindurchzuzwängen müssen.
Die Halbkugeln aus Beton sind bereits in der Powunder Straße, der Regentenstraße und der Goltzallee aufgestellt worden. In russischen Städten gibt es solche Halbkugeln schon länger, es ist also keine Königsberger Erfindung. Aber in keiner russischen Großstadt gibt es so enge Bürgersteige wie in der Pregelmetropole.
Zuvor wurden als Bürgersteigbegrenzung Metallpfähle mit schwarz-gelber Markierung genutzt. Jedoch sind nach Meinung des städtischen Unternehmens Metallpfähle nicht so repräsentabel wie die Halbkugeln. Dennoch fanden diese repräsentablen Begrenzungen nicht das Gefallen der Bürger: viele zeigten sich empört.
Die Unzufriedenheit der Bürger verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken. Die Kommentatoren kritisierten, dass die städtischen Beamten, welche die Fußgänger vor Autofahrern schützen wollten, nicht darüber nachgedacht hätten, dass es für Fußgänger jetzt noch schwerer geworden ist, sich auf den Bürgersteigen zu bewegen. Hier nur einige der Kommentare: „Wo sollen die Leute lang gehen? Mit Kinderwagen, Fahrrädern oder zu dritt oder viert? Was ist das für eine Idiotie? Sind diese Kugeln etwa besser als Autos?“ oder „Großartig! Bäume behindern die Fußgänger, und das hier stört wohl nicht!“ und „Wie sollen Blinde hier gehen? Stolpern und stürzen?“ „Eine großartige Entscheidung! Ich habe mir in Moskau ein Bein gebrochen, als ich in der Dämmerung über solch eine Halbkugel gestolpert bin.“
Kurz nach der negativen Reaktion versprach Bürgermeister Alexej Silanow, sich der Sache anzunehmen. Für diese Ankündigung nutzte er ebenfalls soziale Netzwerke. Erschreib einen Facebook-Kommentar zu den Einträgen, mit denen die Stadtbewohner über die Innovation diskutierten. Der Bürgermeister kommentierte: „Wenn diese Hindernisse mit Störungen behaftet sind und Fußgänger gefährden, werden sie sofort entfernt und die Urheber der Arbeit werden bestraft. Solch eine Hässlichkeit wie auf dem Bild soll es nicht geben und wird es nicht.“
Seitdem sind ein paar Wochen vergangen und nichts hat sich geändert, offenbar sind die Beamten der Stadtverwaltung zu dem Schluss gekommen, dass die neuen Begrenzungen keineswegs die Bewegungsfreiheit der Fußgänger einschränken.
Das Thema Falschparken beschäftigt die Königsberger ständig, da die Stadt eines der höchsten Verkehrsaufkommen von Autos pro Kopf in Russland hat. Neben Metallpflöcken setzen Stadtbewohner Betonkötze, Steinbrocken und Autoreifen ein, um sich gegen Falschparker zu wehren.
    Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 12.09.2018
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