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Neue Wege führen an die Ostsee

»Tag des Fahrrads« in Königsberg – Ein sternförmiges Radwegenetz soll bald Wirklichkeit werden
Ganze Familien beteiligten sich an der Radtour: Endpunkt vor dem Regierungsgebäude Bild: J.T.

In Königsberg wurde ein „Tag des Fahrrads 2019“ veranstaltet. Der Feiertag, an dem sich auch Gouverneur Anton Alichanow aktiv beteiligte, sollte der Unterstützung eines gesunden Lebensstils, der Verkehrssicherheit und der Fahrradinfrastruktur der Region dienen.

Höhepunkt der Veranstaltung war eine gemeinsame Fahrradtour. Die Teilnehmer starteten am Stadion „Baltika“ mit Musik und fröhlichen Gesichtern. Eine Kolonne von 3500 Radfahrern fuhr eine 14 Kilometer lange Strecke ab. Unter den Teilnehmern befanden sich viele Frauen und Kinder unterschiedlichen Alters. Es war offensichtlich, dass viele mit ihren ganzen Familien gekommen waren. Die Radtour endete mit der Musik des Orchesters „König Brass Band“ direkt vor dem Eingang des Regierungsgebäudes.
Hier stieg Gouverneur Anton Alichanow ab, der ebenfalls die Strecke mit dem Rad abgefahren war und hielt eine kleine Begrüßungsrede vor der Menge. Er unterhielt sich zunächst mit einigen Veranstaltungsteilnehmern und versteckte sich anschließend mit seinem Fahrrad hinter dem Tor zum Garten der Regionalregierung. Es ist bemerkenswert, dass es zwar in Königsberg derzeit mehr als 23 Kilometer Radwege gibt, die Stadt aber aufgrund deren unsystematischen Charakters fürs Radfahren nicht besonders geeignet ist. 2018 wurden 74 Verkehrszwischenfälle mit Beteiligung von Radfahrern gemeldet, bei denen sogar vier Menschen ums Leben kamen. Grund für die bedauerlichen Todesfälle war die Missachtung der Verkehrsregeln, und zwar von Seiten der Autofahrer und der Radfahrer.
Seit Beginn dieses Jahres wurden bereits 15 Unfälle mit verletzten Radfahrern registriert. Anzumerken ist jedoch, dass die Schutzlosesten der ungeregelten Verkehrssituation Fußgänger sind, die nun gezwungen sind, nicht nur Autos auszuweichen, sondern auch Radfahrern, die rücksichtslos überall dort fahren, wo sie wollen. Teilweise sind diese Radfahrer in angetrunkenem oder volltrunkenem Zustand.
Vor Kurzem erst hat ein Radfahrer im Königsberger Zentrum eine Frau umgefahren, die gerade einen Zebrastreifen überquerte. Beide mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Diese Art von Unfällen verwundert nicht, treffen sich doch allabendlich mehrere Dutzend Radfahrer am Brunnen in der Nähe des Schauspielhauses, die unter starkem Alkoholgenuss und dem Lärm aus ihren Musikgeräten mit ihren Zweirädern in die Stadt aufbrechen. Fahrradfahren dient nicht nur als Fortbewegungsart, sondern auch dem modernen Zeitvertreib, teilweise auf sehr ungesunde Weise.
Um die Fahrradinfrastruktur qualitativ zu verbessern, schlugen die Teilnehmer eines kürzlich durchgeführten Runden Tisches in der Gesellschaftskammer der Region vor, einen Radrundweg entlang des Parkrings (dem ehemaligen Schneiderring) in Königsberg einzurichten. Von diesem etwa 15 Kilometer langen Fuß- und Radweg könnten dann sternförmig Querverbindungen durch die Stadt führen.
Die regionalen Behörden haben versprochen, noch in diesem Jahr mit dem Bau einer Fahrradroute entlang der Ostseeküste zu beginnen. Die neue Strecke soll von Cranz nach Groß Kuhren [Primorje] führen. Die Gesamtlänge der Radtrasse beträgt 34 Kilometer. Außerdem soll auch im Nationalpark „Kurische Nehrung“ ein Radweg entstehen.
Die Nationalparkbetreiber planen die Einrichtung eines Radwegs vom Eingang zum Nationalpark bis zur russisch-litauischen Grenze. Parallel dazu sind Radwege in den Kreisgebieten von Cranz, Rauschen und Neukuhren in Planung.
Das Ostsee-Radweg-Projekt verläuft in drei Etappen. Die erste führt durch Cranz entlang der Küste im Gebiet des Dorfes Strobjehnen [Kulikowo] und der Glücksspielzone auf einer Gesamtlänge von zirka 18 Kilometern. Der zweite Teil der Route erfolgt von Neukuhren und erreicht die Ostgrenze von Rauschen (mehr als fünf Kilometer). Der dritte Abschnitt geht über Rauschen in die Dörfer Georgenswalde [Otradnoje] und Dwarischken [Lessnoje] und endet in Groß Kuhren (elf Kilometer).
Das Projekt soll in das Programm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Europäischen Union aufgenommen und aus dem EU-Haushalt kofinanziert werden.
    Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 17.07.2019
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