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Schlange stehen für geweihtes Wasser

Das orthodoxe Taufritual zum Dreikönigsfest erfreut sich im Königsberger Gebiet steigender Beliebtheit
Königsberg: Andrang am geweihten Wasserhahn Bild: J.T.

Seit einigen Jahren steigt das Interesse bei den Bewohnern des Königsberger Gebiets am orthodoxen Ritual der Taufe im Eiswasser am Dreikönigsfest.

Nach den nassen und regnerischen Neujahrsferien wurde es in Königsberg zwar etwas kälter, aber der Frost zum Fest der Heiligen drei Könige im Januar blieb auch dieses Jahr aus. Für Königsberger, die zuletzt an milde Winter gewöhnt waren, ist dies nicht ungewöhnlich. In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar feierten alle Orthodoxen das Fest der Taufe. Man glaubt, dass geweihtes Wasser an diesem Tag wundersame Eigenschaften hat. Für viele Gläubige ist das Taufbad am Dreikönigsfest eine der beliebtesten orthodoxen Traditionen.
In Königsberg wurden diesmal offiziell drei offizielle Orte zum Reinwaschen im Taufwasser angeboten. Die Stadtverwaltung hatte zusätzliche Busse bereitgestellt, damit die Gläubigen abends und nachts in das kalte Wasser eintauchen konnten. Die Betriebszeit des öffentlichen Personennahverkehrs wurde an diesem Tag bis 1 Uhr nachts verlängert.
In diesem Jahr nahmen über 6000 Gläubige des Königsberger Gebiets am Taufritual teil. Mit jedem Jahr steigt die Anzahl der Menschen, die zum ersten Mal in ein Eisloch eintauchen möchten. Unter ihnen sind überwiegend Männer und Bewohner von kleinen Städten und Gemeinden. Im gesamten Gebiet gab es 16 offizielle Orte für das Taufbad. Allerdings beschränkten sich die Bürger nicht auf die offiziell ausgewiesenen Orte, sondern tauchten in alle möglichen ihnen zur Verfügung stehenden Gewässer ein.
Auf der Liste der verbotenen Orte für das Taufritual standen unter anderem die „Windrose“ auf der Rauschener Promenade und der Stadtstrand in der Nähe des Pillauer Hafens. Auf der Kurischen Nehrung wurde ein Loch in den Möwensee bei Rossitten gebohrt.
Die Tradition des Eisbadens geht zurück auf die Taufe von Jesus Christus im Jordan. Das russische Wort für Taufe, kreschenije, leitet sich von dem altrussischen Wort „kres“, bedeutend „Feuer“, ab. Das heißt, das russische Wort für Taufe heißt eigentlich „Verbrennung“. Ursprünglich gehörte sie zu den heidnischen Ritualen, dazu gedacht, in einem bestimmten Alter den „göttlichen Funken“ im Menschen zu „entzünden“. Der heidnische Ritus des Eintauchens in vereistes Wasser markierte die Bereitschaft einer Person für militärische oder berufliche Aktivitäten. Es herrscht die Überzeugung, dass Wasser während der Zeit der Taufe heilende Eigenschaften besitze und die geistige und körperliche Verfassung stärken könne. Zu diesem Zweck weiht der Priester das Loch durch dreifaches Eintauchen des Kreuzes und durch das Vorlesen der entsprechenden Gebete.
Wenn auch nur die Hartgesottensten ins Eiswasser eintauchten, so gab es doch viel mehr Menschen, die versuchten, geweihtes Wasser zu bekommen. Die Warteschlangen vor der Ausgabe des „heiligen“ Wassers waren riesig, die Menschen drängten sich, um möglichst schnell zu der „heiligen Quelle“ zu gelangen, oder besser gesagt zu dem Wasserhahn, aus dem das Wasser floss. Um das geheiligte Wasser mitnehmen zu können, hatten sie Plastikflaschen mitgebracht. Andere kamen mit ihrem eigenen Wasser, das der Priester in der Nähe der Kirche weihte.
Am Dreikönigsfest am 19. Januar wurde in allen orthodoxen Kirchen des Königsberger Gebiets Wasser geweiht. Die größte Versammlung von Gläubigen wurde jedoch in der Nähe der Christi-Erlöser-Kirche am Hansaplatz vermerkt. Hier hatte die Zeremonie mit dem geheiligten Wasser, das die Menschen mitnahmen, den Charakter einer Massenveranstaltung.     Jurij Tschernyschew

Veröffentlicht am 08.02.2019
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