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Wanderausstellung »In zwei Welten« in Allenstein

Informationen zur Situtation deutscher Minderheiten in Europa: Offizielle Vertreter bei Eröffnung im Haus Kopernikus
Haus Kopernikus: Bernard Gaida (M.) bei der Eröffnung Bild: D.K.

Mitte Oktober fand im Haus Kopernikus – dem Sitz der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit – die Eröffnung der Wanderausstellung „In zwei Welten. 25 deutsche Geschichten. Deutsche Minderheiten stellen sich vor” statt. Die Inhalte der Ausstellung wurden von der Arbeitsgruppe Deutscher Minderheiten unter der Schirmherrschaft der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) vorbereitet und zusammengestellt.
Zwar fördert das Bundesministerium des Inneren diese eindrucksvolle Exposition finanziell, aber die meisten präsentierten Materialien stellten die Angehörigen der deutschen Minderheiten zur Verfügung. Die offizielle Eröffnung fand am 4. September 2017 in Berlin in der ungarischen Botschaft statt. Danach  gingen die Thementafeln der Ausstellung auf Wanderschaft. Außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik war sie in Käsmark, Pressburg [Bratislava], Oppeln, Breslau und Ratibor zu sehen. Im Oktober hatte die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit die Ehre, die Exponate unter dem Dach des Hauses Kopernikus zu beherbergen. Anschließend gingen sie nach Memel.
Die Idee einer Wanderausstellung ist nicht zufällig, denn sie vermittelt mangelndes Wissen über die im Ausland als Minorität lebenden Deutschen. Die Einzigartigkeit der Schau besteht darin, dass sie den Betrachtern Einblicke in das Leben und in die Tätigkeit der deutschen Minderheiten in verschiedenen Ländern Europas bietet. Dabei beleuchten die Texte von bestimmten Länderprofilen die Geschichtshintergründe und erklären, wie es dazu kam, dass sich Deutsche dort niederließen. Die komplizierte europäische Geschichte, geprägt durch Kriege, totalitäre Staatssysteme, Migration, Deportation, Vertreibung sowie persönliche, mehrmals dramatische Familienschicksale, ist nur eine der Ursachen.
Auf Informationstafeln oder an den Audio- und Videostationen kann man erfahren, wie die Mitglieder der deutschen Minderheiten zur Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens auf der kulturellen, politischen, künstlerischen oder auch religiösen Ebene in einzelnen europäischen Staaten beitrugen und weiterhin darauf Einfluss nehmen. Die Ausstellung beweist außerdem, dass die Vertreter deutscher Minderheiten aus dem Baltikum, auf dem Balkan oder in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion vielfältige Aktivitäten im Bereich der Kulturprojekte, Medien, Jugendarbeit oder Bildung unternehmen, was positive Wechselbeziehungen zwischen den deutschen Minderheitsmitgliedern und den Mehrheitsgesellschaften widerspiegelt.
Ansonsten bringt der Titel der Ausstellung auch eine wichtige Tatsache zum Ausdruck, nämlich, dass das Leben der deutschen Minderheitsgruppen immer in zwei Welten verläuft, deswegen griff man auch Identitäts- und Assimilationsfragen auf.
Die Situation der außerhalb der Bundesrepublik Deutschland lebenden Deutschen ist nicht gleich, worauf in seinem Grußwort der Vorsitzende des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, Bernard Gaida, hinwies. Während es beispielweise den Bürgern deutscher Abstammung in Tschechen oder Polen relativ gut geht, ist der Zusammenhalt des deutschen Minderheitsverbands in Moldau aus finanziellen Gründen gefährdet. Die deutschen Volksgruppen stoßen auf ernsthafte Probleme vor allem dort, wo sie in kleiner Zahl von zum Beispiel weniger als 500 Mitgliedern in großer Zerstreuung leben. Beispiele dafür sind Turkmenistan oder Tadschikistan, wo die Pflege der deutschen Sprache und  Kultur einer schweren Probe ausgesetzt ist. Deswegen vermittelt die Ausstellung Impulse dazu, über die Rolle, den Wert und die Zukunft von deutschen Minderheiten nachzudenken und zu diskutieren. Diese Themen tauchten sicher in den Gesprächen der zur Ausstellungseröffnung geladenen Gästen auf, unter denen  sich der Honorarkonsul Deutschlands in Allenstein, die Beauftragten des Marschall- und Woiwodschaftsamtes für ethnische und nationale Minderheiten sowie Geistliche der evangelischen und katholischen Kirche befanden.     Dawid Kazanski

Veröffentlicht am 07.11.2018
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