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Kirchenrettung aus Liebe zur Heimat

Bürger gaben den Anstoß zum Erhalt der Kirche Groß Rominten – Staat unterstützt die Maßnahmen
Ansicht der Kirche Groß Rominten nach der Wiedererrichtung Bild: A. Sokolow

Die Kirche von Groß Rominten genießt den Status eines Denkmals der Geschichte und Kultur. Dieser Status allein ist noch keine Garantie für den Erhalt eines Gebäudes, doch im Falle der Rominter Kirche hat er sich als wirksam erwiesen. Das wiedererrichtete Gotteshaus rundet das lebendige Dorfbild mit  renovierten Wohnhäusern, Dorfläden, Kulturhaus und Museum ab.


Woher kommen diese Ruinen? Wer hat hier gelebt? Diese und ähnliche Fragen von Kindern und Erwachsenen hat eine Gruppe von Freunden aus Groß Rominten [Krasnolesje] im Kreis Stallupönen 2001 auf die Idee gebracht, ein Museum in ihrem Dorf einzurichten, das Antworten auf genau diese Fragen gibt und darüber hinaus die Liebe zur Natur und Heimat fördern soll.
Die Wystiter Höhen gaben dem „Naturkundlich historischen Museum Wystiter Höhe“ seinen Namen. Alles begann mit Fotoausstellungen über die Wystiter Höhe und die Rominter Heide sowie Informationsveranstaltungen für Kinder und Erwachsene. Da das Museum zunächst über keine eigenen Räume verfügte, wurden die Ausstellungen des jungen Museums in anderen Museen des Gebiets gezeigt. 2005 zog das Museum in ein ehemaliges Schulgebäude in Rominten ein. Von 2005 bis 2010 gab es zwischen dem Museum und der Agentur für Staatseigentum im Königsberger Gebiet auch einen Vertrag über die kostenlose und unbefristete Nutzung der Rominter Kirche.
In dieser Zeit wurden erste Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt, der Innenraum der Ruine gesäubert, das Gestrüpp von Bäumen und Sträuchern entfernt sowie der Ziegeldiebstahl verhindert. Viele Dorfbewohner und Freiwillige aus dem Königsberger Gebiet, aber auch Helfer aus der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen wirkten tatkräftig mit. 2010 hat das Museum erstmals eine Museumsnacht in der Kirchenruine durchgeführt mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für dieses Architekturdenkmal zu wecken.
Im gleichen Jahr kündigte die Agentur für Staatseigentum den Vertrag mit dem Museum einseitig und übergab im Rahmen einer Gesetzesänderung die Kirchenruine der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) mit den gleichen Vertragsinhalten. Die Übertragung sämtlicher Gotteshäuser an die ROK war im Gebiet umstritten und führte in vielen Fällen, unter anderem bei der Kirche Arnau, dazu, dass begonnene Restaurierungsmaßnahmen teilweise behindert wurden.
Die Kirche in Groß Rominten hatte das Glück, als Denkmal „Kirchenruine von 1873“ in das staatliche Programm zur Wiederherstellung von Architekturdenkmälern aufgenommen zu werden.
Ab 2013 führten Moskauer Architekten Planungsarbeiten durch, und im Herbst 2014 begann die Restaurierung des Kirchengebäudes. Die Arbeiten gingen zügig voran, und nach einem Jahr war die Kirche praktisch wiedererrichtet. Der zerstörte Altarraum wurde wieder aufgebaut, das Dach und der Turm wurden erneuert, Sanierungsarbeiten an den Wänden durchgeführt und Fenster eingesetzt. Die Kirche erhielt ihre ursprüngliche Gestalt von 1873 bis 1880 nach Plänen des Pastors Huebner zurück.
Das Wystiter Museum hat seit 2002 zahlreiche Exponate gesammelt und dient auch als Informationszentrum für Touristen. Es bietet Besuchern der Rominter Heide verschiedene Dienste an, wie Exkursionen in die Umgebung, Kurse zu verschiedenen Themen, die sich der Natur, Geschichte und Kultur eines besonders schönen Landstrichs Ostpreußens widmen.
    Manuela Rosenthal-Kappi
Naturkundlich historisches Museum Wystiter Höhe, Direktor Alexej Sokolow, Mobil 007 (906) 2126823, Telefon 007 (40144) 93340. E-Mail: wystynez@bk.ru, www.wyzstynez.ru. Öffnungszeiten täglich außer montags 10 bis 18 Uhr

Veröffentlicht am 02.12.2015
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Kommentare

Hartmut Wedemeyer:
3. November 2017, 01:17 Uhr

Ich habe die Kirche in Groß Rominten am 11.September 2017 besucht und war überrascht und fasziniert zugleich: ich hatte anhand eines Fotos in einem Buch von 2010 eine Ruine erwartet und stand vor und in einer völlig renovierten und instandgesetzten Kirche in russisch-orthodoxem Stil!


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