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Montag, 27. März 2017

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Zur Geschichte Ostpreußens

Seit dem Hochmittelalter hieß dieses Land zwischen Weichsel und Memel Preußen und später Ostpreußen; denn der ursprüngliche Name ging auf den größeren Staat, das Königreich Preußen, über.

In frühgeschichtlicher Zeit bewohnten die baltischen Prußen nach Stammesgebieten gegliedert dieses Land. Sie widersetzten sich bis ins Hochmittelalter der Christianisierung und somit auch einer Einbindung in fremdes Staatsgefüge. Nach langen und von wenig Erfolg gekrönten Anstrengungen der Mission aus dem Bereich der seit 966 christlichen Polen endete in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Epoche der Frühgeschichte im Preußenland.

Die nachfolgende Geschichte lässt sich in vier Abschnitte gliedern:

 

Ordenszeit                1231 – 1525              

Herzogtum Preußen    1525 – 1701              

Königreich Preußen    1701 – 1772

Provinz Ostpreußen     seit 1772

 

Im Winter 1225/26 rief Herzog Konrad von Masowien, ein polnischer Teilfürst, von prußischen Gegenangriffen bedrängt, den Deutschen Orden gegen die Prußen zur Hilfe. Kaiser und Papst gestanden diesem die zu gewinnenden Gebiete 1226 und 1234 zu. Der Orden war allein dem Papst verpflichtet und konnte seine Territorialherrschaft errichten. In der Folgezeit gründete der Orden Städte und Dörfer und besiedelte das dünn bewohnte Land durch Deutsche, denen das günstige Kulmer Recht vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bot. Rund 300 Jahre bestand dieser Staat, bis er, durch Kriege und von Krisen geschwächt, unterging.

Mit dem durch die polnisch-litauische Union von 1386 entstandenen mächtigen Nachbarstaat im Süden und Osten kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. 1410 unterlag das Ordensheer bei Tannenberg. 1466 verlor der Orden durch den 2. Thorner Frieden das später "Westpreußen" benannte Gebiet und das Ermland. Die Hansestädte an der unteren Weichsel, geführt von Danzig und Thorn, unterstützten Polen in dieser Auseinandersetzung. Eine polnische Oberhoheit wurde seitens des Ordens und des Papstes nie anerkannt. Ein dritter Krieg von 1519–21 wurde nicht entschieden, schwächte den Ordensstaat aber vollends.

Als letzter Hochmeister in Preußen säkularisierte Albrecht von Brandenburg-Ansbach 1525 schließlich den restlichen Ordensstaat mit seiner Hauptstadt Königsberg, trat zum evangelischen Glauben über und nahm Ostpreußen vom polnischen König Sigismund, seinem Onkel, als erbliches Herzogtum zu Lehen. Erst 1657 beendete der Große Kurfürst im Vertrag von Wehlau dieses Abhängigkeitsverhältnis.

Sein Nachfolger, Kurfürst Friedrich III., krönte sich am 18. Januar 1701 in Königsberg als König Friedrich I. in Preußen und verband so den Namen Preußen mit dem brandenburgischen Staat.

Das 1. und 2. Drittel des 18. Jahrhunderts war in vieler Hinsicht für Ostpreußen von umwälzender Bedeutung: So entvölkerte zu Beginn des Jahrhunderts die Pest weite Teile des Landes. 1732 siedelten sich 15.000 evangelische Salzburger in Ostpreußen an, die ihre Heimat aus Glaubensgründen verlassen mussten. Ihr Zuzug trug wesentlich zur wirtschaftlichen Konsolidierung Ostpreußens bei. Ein Zwischenspiel von vier Jahren war die Annexion Ostpreußens durch die Zarin Elisabeth von Russland von 1758 bis 1762. Im Jahre 1772 wurde aus dem alten Preußenland nach der Wiedereingliederung des Ermlandes die Provinz Ostpreußen.

Nach der Niederlage 1806/07 gegen Napoleon war Ostpreußen letzte Bastion Preußens. Erst die Befreiungskriege stellten 1813/15 die alte Souveränität wieder her.

Im 19. Jahrhundert blieb Ostpreußen ein Agrarland, aber es entwickelte in diesem Bereich ein hohes Niveau und nahm an der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands aktiv teil, so z.B. durch den Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung Eduard von Simson und den liberalen Königsberger Politiker Johann Jacoby.

Nach einer langen Friedensperiode wurde die Provinz 1914/15 erneut Kriegsschauplatz. Die Russen drangen tief ins Land ein; durch die Siege von Tannenberg und an den Masurischen Seen sowie durch den Winterfeldzug in Masuren 1915 wurde es befreit.

Die Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919 trennten das Memelland und das Gebiet um Soldau ohne Volksabstimmung von Ostpreußen ab, und durch die Schaffung des "Polnischen Korridors" verlor Ostpreußen seine direkte Verbindung zum übrigen Reich.

Der letzte Teil des Zweiten Weltkriegs brachte den schwersten und unglücklichsten Abschnitt in der langen Geschichte Ostpreußens. 1944/45 nahmen die sowjetischen Armeen das Land ein, zerstörten es weitgehend; seine Einwohner flohen, viele kamen ums Leben, wurden verschleppt und bis auf sehr wenige vertrieben. Nach Kriegsende erfolgte die Neubesiedelung Ostpreußens. Heute steht einer mehrheitlich litauischen, russischen und polnischen Bevölkerung eine kleine deutsche Minderheit im Memelland und im südlichen Ostpreußen gegenüber, die in Deutschen Vereinen organisiert ist. In das Königsberger Gebiet sind nach dem Ende der Sowjetunion zahlreiche russlanddeutsche Familien eingewandert.

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Zeittafel

um 965  Der Name Prußen (Prusai), eines zwischen Weichsel und Memel lebenden baltischen Volkes, wird in einer Chronik erwähnt

1226/31  Der polnische Herzog Konrad von Maso­vien ruft den Deutschen Orden zu Hilfe gegen die heidnischen  Prußen. Kaiser und Papst unterstellen dem Orden die zu erobernden Gebiete

1232–55  Gründung von Kulm, Marienwerder, Elbing, Balga, Braunsberg und Königsberg. Deutsche Siedler kommen ins Land.

1274–76  Die Prußen sind niedergeworfen. Baubeginn der Marienburg. 1309  Verlegung des Hochmeistersitzes von Venedig nach Marienburg

1309–1407  Blütezeit des Ordensstaates. Der Deutsche Orden gründet 93 Städte und mehr als 1000 Dörfer nach deutschem Recht

1410 Nach der verlorenen Schlacht bei Tannenberg büßt der Deutsche Orden seine regionale Vormachtstellung ein. Im Frieden von Melnosee 1422 wird die Ostgrenze des Ordensstaates festgelegt (bestand unverändert bis 1945)

1525 Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach säkularisiert den Ordensstaat,  nimmt das Herzogtum Preußen von der Krone Polens als erbliches Lehen an und führt als erster deutscher Fürst die Reformation ein

1618 Personalunion Brandenburg – Preußen;  der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm befreit sich im Vertrag von Wehlau (1657) von der polnischen Lehnshoheit

1701  Kurfürst Friedrich  III. krönt sich am 18. Januar in Königsberg zum König Friedrich I. in Preußen

1806/07  Im Frieden von Tilsit verliert Preußen mehr als die Hälfte des Staatsterritoriums

1914 1. Weltkrieg: Hindenburg schlägt die Russen in der Schlacht bei Tannenberg.

1919  Nach dem Frieden von Versailles (28. Juni) wird Ostpreußen vom deutschen Mutterland durch das Korridorgebiet abgetrennt

1920  Volksabstimmung in West- und Ostpreußen (11. Juli): in Ostpreußen votieren 98 % für den Verbleib bei Deutschland

1923 Litauen besetzt das Memelland

1945 Januar-Offensive: Besetzung Ostpreußens durch die Rote Armee

Potsdamer Abkommen (2. August): der südliche Teil Ostpreußens kommt unter polnische Verwaltung, das nördliche Ostpreußen mit Königsberg wird der Sowjetunion unterstellt

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Zeittafel der Stadt Königsberg

1255

Der Deutsche Orden erbaut die Burg Königsberg

1262

Belagerung der Burg durch die Prußen und Zerstörung der ältesten Siedlung

1286

Gründung der Altstadt (Handfeste)

1300

Gründung des Löbenicht (Handfeste)

1327

Gründung des Kneiphofs (Handfeste)

1333-1380

Erbauung des Doms

1457

Die Burg wird Residenz der Hochmeister

1525

Königsberg wird evangelisch und die Hauptstadt des Herzogtums Preußen

1544

Herzog Albrecht gründet die Universität (Albertina)

1626 – 1636

Umwallung der Gesamtstadt

1660

Der Große Kurfürst legt die Bastionsfeste Friedrichsburg an

1663

Die preußischen Stände huldigen dem Großen Kurfürsten auf dem Schloßhof

1701

Januar 18. Königskrönung Friedrichs I.

1709 – 1711

Von den 40.000 Einwohnern Königsbergs rafft die Pest ein Viertel dahin

1724

Vereinigung der drei Städte Königsberg

1724 – 1804

Immanuel Kant

1730 – 1788

Johann Georg Hamann

1758 – 1762

Russische Okkupation

1807

Königsberg von Franzosen besetzt

1808 – 1809

Reformgesetze in Königsberg erlassen

1809

Februar 4. Erste Stadtverordnetenversammlung

1813

Landtag beschließt die Volksbewaffnung

1844

König Friedrich Wilhelm IV. legt den Grundstein für die Neue Universität am Paradeplatz

1848

Revolution

1861

Oktober 18. Krönung König Wilhelms I.

1905

Eingemeindung von Vororten

1914

Russische Truppen dringen bis in die Nähe Königsbergs vor

1915

Gründung der Handelshochschule

1919

Ostpreußen wird vom Reich abgeschnitten (Vertrag von Versailles)

1920 – 1941

Deutsche Ostmesse

1927 – 1929

Eingemeindung weiterer Vororte

1933

März 12. Die Stadtverordnetenwahl bringt den Nationalsozialisten die absolute Stimmenmehrheit

1944

August 26./27. und 29./30. Durch Nachtangriffe der Royal Air Force wird Königsberg schwer zerstört

1945

Januar 27. General Otto Lasch wird zum Kommandanten der Festung Königsberg ernannt

1945

April 6. Großangriff der Sowjets auf Königsberg. Über 100.000 Zivilisten in der Stadt

1945

April 9. Königsberg kapituliert

1946

April 7. Eingliederung in die RSFSR und damit in die UdSSR, Juli 4. Umbenennung Königsbergs in Kaliningrad

1947 – 1948

Abtransport der etwa 25.000 überlebenden Deutschen

1949

Gründung der Kreisgemeinschaft Königsberg-Stadt in Hamburg (heute: Stadtgemeinschaft Königsberg)

1960

Wiederaufbau des Neuen Schauspielhauses und Erweiterung um Säulenportikus

1968

Stadtverwaltung zieht in ehemaliges Stadthaus am Hansaplatz um - Erster offizieller Gottesdienst der orthodoxen Gemeinde in Juditten

1969

Sprengung der Ruine des Königsberger Schlosses. Eine Initiative russischer Intellektueller von 1965 zur Erhaltung des Schlosses ist damit gescheitert.

1974

Kant-Jubiläum. Universität beginnt mit der Erforschung von Leben und Werk Immanuel Kants und Einrichtung des Kant-Museums im Universitätskomplex.

1989/90

Erste Kontakte zwischen Altbürgern und Neubürgern Königsbergs

1991

Öffnung des Königsberger Gebietes für Tourismus

1993

Eröffnung des vom BMI finanzierten Deutsch-Russischen Hauses

1994

450-Jahrfeier der Albertus-Universität mit großem Kulturprogramm unter maßgeblicher deutscher Beteiligung

1998

Dom erhält neues, von ostpreußischen Institutionen finanziertes Kupferdach

2004

Kant-Jahr und offizielles Jahr der deutschen Kultur in Rußland

2005

750 Jahre Stadt Königsberg

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Historische Bilder zu Königsberg

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