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Freitag, 21. Juli 2017

Bildarchiv Ostpreußen

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Allgemeine Landeskunde

Ostpreußen, die nordöstlichste Provinz des Deutschen Reiches mit rund 39.000 km2 Fläche, hatte 1939 ca. 2,6 Millionen Einwohner. Allein in der Hauptstadt Königsberg lebten 372.000 Einwohner (14,3 %). Mit 66,3 Einwohnern je km2 war Ostpreußen vergleichsweise dünn besiedelt; die heutige Einwohnerzahl in Ostpreußen ist etwa gleich, wobei besonders deutlich im nördlichen Ostpreußen eine Aufgabe des dörflichen Bereichs zu einer Konzentration in städtischen Ansiedlungen erfolgte.

Das Klima ist kontinental geprägt: recht warme Sommer, kalte Winter.

Klima

Stadt

Jährlicher
Niederschlag in mm

Januar

Juli

Königsberg

-2,8

17,1

707

Lübeck

0,5

16,8

631

Aachen

3,0

17,8

860

Freiburg

9,0

19,3

884

Leipzig

-0,3

18,4

581

 

Die Landschaft wurde durch die Eiszeit gestaltet: Moränen und Seen. Insgesamt sind 4,2 % der LandesflächeWasser. Die 220 km lange Ostseeküste wird durch das Frische und das Kurische Haff bestimmt, die das Samland mit seinerBernsteinküste voneinander trennt. Nehrungen scheiden die Haffs von der Ostsee und bilden so eine eindrucksvolle "Ausgleichsküste".Während der Süden des Landes (Oberland, Masuren) leichte, sandige Böden hat, findet sich in der Landesmitteschwerer Ackerboden. In den Flußniederungen liegen Weiden und Wiesen. Die Weichsel und die Memel münden beide in Delten in die Ostsee.

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Seen, Haffs und Ostsee

Blick auf Pillkoppen

Gerade im Süden (Oberland, Masuren) bilden die Seen einen bestimmenden Teil der Landschaft. Sie sind von sehr unterschiedlicher Größe und Art: von stattlicher Teichgröße bis 104 km (Mauersee) und 120 km Länge (Spirdingsee), und in der Tiefe variieren sie von wenigen Metern bis zu 58 Metern Tiefe. Diese Seenplatte fördert eine starke Wolkenbildung, die der Landschaft einen zusätzlichen charakteristischen Reiz verleiht.
Die zentralen Flüsse Ostpreußens sind der Pregel und sein Nebenfluß Alle, die über ein Wasserkraftwerk bei Friedland erheblichen Strom für Ostpreußen lieferten. Bei Königsberg teilt sich der Pregel und bildet eine Insel, die als Kneiphof (Dominsel) einen ursprünglichen Stadtteil Königsbergs trägt. Wenige Kilometer westlich von Königsberg mündet der Pregel ins Frische Haff. Mit seinem Außenhafen Pillau auf der Nehrung ist Königsberg durch den "Königsberger Seekanal" – eine 40 Kilometer lange Haffrinne – verbunden. Somit können auch größere Schiffe Königsberg anlaufen.
Längs der Ostseeküste reihen sich mehr als 15 teils bedeutende Badeorte: Kahlberg, Cranz, Rauschen, Neukuhren, Neuhäuser, Nidden, Nimmersatt sind die bekanntesten. Nidden genießt Ruhm als Künstlerort, Cranz entwickelte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts zum mondänen Seebad.
Kanäle verbinden die natürlichen schiffbaren Gewässer. Eine Besonderheit ist der Oberländische Kanal (erbaut: 1844/58), der einen Höhenunterschied von 104 Metern zwischen Osterode im Oberland und Elbing nicht durch Schleusen, sondern durch fünf geneigte Ebenen überwinden läßt. Flachbodige Schiffe schwimmen in einen dock-ähnlichen Wagen und werden auf Schienen über die Erhebung gezogen. Eine weitere Wasserstraße, der Masurische Kanal, sollte die Seen mit Alle und Pregel verbinden. Er wurde – durch den Krieg bedingt – nicht mehr vollendet und war für Kähne bis 250 Tonnen geplant.

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Bodenschätze

Bernstein - Das Gold der Ostsee

Ostpreußen ist weitgehend ohne industriell bedeutende Bodenschätze. Zwei natürliche Vorkommen sind jedoch von Bedeutung: Ton und Bernstein. Ton, zu Backstein verarbeitet, war der Grundstoff für die mittelalterliche und neuzeitliche Architektur. Hiervon legen sowohl die Marienburg und die anderen Ordensburgen und Kirchen Zeugnis ab, als auch die Meisterwerke moderner Architektur: der Hauptbahnhof Königsberg und die Ostmessebauten. Aus besonderen Tonvorkommen entwickelte sich die Majolikamanufaktur in Cadinen, bekannt für kontrastreiche rot-blau-goldfarbene Geschirre und historische Plastik, und die volkskundlich angeregte Produktion in Lasdehnen mit den typischen Kornblumen- und Herzmotiven.
Bernstein ist fossiles Harz, das vor 55-35 Millionen Jahren in Nadelwäldern entstand und sedimentiert bis heute in Palmnicken im Samland im Tagebau gewonnen wird. Außerdem wird er freigespült im Uferbereich der Ostsee gefunden. Seit der Antike ist er als Schmuck- und Amulettmaterial beliebt. Heute hat er auch in der Industrie gewisse Bedeutung. In diesem fossilen Harz finden sich zudem oft Insekten und andere Kleinlebewesen des Tertiärs, was für die Paläontologie von Bedeutung ist.

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Burgen und Städte

Königsberger Dom

Gleich im Zuge seiner Eroberung und Eingliederung der uransässigen Prußen legte der Deutsche Orden Dörfer und Städte an, zuerst im späteren Westpreußen:
1231 Thorn, 1232 Kulm, 1233 Marienwerder,
1237 Elbing, dann im späteren Ostpreußen
1240 Braunsberg, 1252 Memel, 1255 Königsberg und 1270 Frauenburg. 1274 wurden Burg und Stadt Marienburg gegründet. Insgesamt entstanden im Schutz von Burgen allein im
14. Jahrhundert 97 Städte im Preußenland, und es wurden ca.1400 Dörfer in diesem zuvor dünn besiedelten Land angelegt. Der Stil der Backsteingotik an Stadttoren, Rathäusern und Kirchen und die gegliederten Grundrisse der Städte und Dörfer weisen diese bis heute als planvoll gegründete Orte aus.


Königsberg  (372.000 Einwohner 1)
Die Hauptstadt Ostpreußens war seit der Ordenszeit ein Zentrum des Landes. Die Übernahme des Hochmeistersitzes (1457), die Residenzübernahme auch für das neue Herzogtum (1525) und die Universitätsgründung (1544) durch Herzog Albrecht förderten die herausragende Stellung weiter. Seit 1701 war Königsberg zudem Krönungsstadt der preußischen Könige. Der seit der Hanse ausgeprägte Handel gedieh im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiter. Der Ausbau von Binnen- und Außenhafen mit den damals größten Silos Europas, eine gute Eisenbahnanbindung und ein leistungsfähiger Flughafen mit der ersten Nachtflugstrecke nach Moskau waren Grundlage für den Handel mit Osteuropa. Königsberg war Drehscheibe des Osthandels.
Das bezeugt auch die 1920 gegründete Ostmesse, die den Handel mit der jungen Sowjetunion und den neuen baltischen Staaten förderte.
Die Universität "Albertina" genoß hohes Ansehen, nicht nur, weil Kant dort gelehrt hatte.
Eine Handelshochschule, eine Kunstakademie, eine Kunst- und Gewerbeschule und leistungsfähige Schulen (u. a. "Collegium Fridericianum") rundeten ein Angebot höherer Ausbildung ab. Bedeutende Kunstsammlungen, Parks und soziale Einrichtungen machten Königsberg zu einer modernen Stadt, was eine neue, richtungsweisende Architektur unterstrich.


Allenstein (50.400 Einwohner) ist ein Mittelpunkt für das Ermland und Masuren. In seinem Schloß residierte zeitweilig Kopernikus.
Braunsberg (21.000 Einwohner) ist ein bedeutender Ort im Ermland mit einer katholischen Akademie und weiteren für das Ermland wichtigen Bildungseinrichtungen. Die kleineren Städte Frauenburg (3.000 Einwohner) und Heilsberg (11.800 Einwohner) bestechen bis heute durch den Reiz gut erhaltener Ordensarchitektur. In Frauenburg wirkte viele Jahre Kopernikus, er liegt dort am Dom begraben.
Elbing (86.000 Einwohner) mit umfangreicher Industrie, wie der Schichau-Werft, Lkw-Bau und einer Pädagogischen Hochschule. Auf der Schichau-Werft wurde das erste seetüchtige eiserne Dampfboot gebaut. Der in den Drausensee bei Elbing mündende Oberländische Kanal wirkte sich auf den Handel positiv aus.
Gumbinnen (25.000 Einwohner) im Ostteil der Provinz war Sitz eines Regierungsbezirkes. Hier wurden 1732 die ausgewiesenen Salzburger angesiedelt.
Insterburg (49.000 Einwohner) ist ein Eisenbahnknotenpunkt im Innern Ostpreußens. Insterburg war bekannt für seine Reitturniere.
1919 wurde Marienwerder (21.000 Einwohner) Sitz des Regierungsbezirks Westpreußen, eines Teils Westpreußens, den der Versailler Vertrag nach der Volksabstimmung vom
11. 7. 1920 bei Deutschland beließ.
Memel (43.300 Einwohner), die nördlichste Hafenstadt Ostpreußens und ein wichtiger Ort für den Osthandel. Ihren Rang als Handelsstadt erhielt sie durch Holz- und Fischereiindustrie wie auch durch Bootsbau. Äußeres Zeichen hierfür ist die Börse.
Pillau (12.400 Einwohner) war zwischen den Kriegen Anlaufhafen des Seedienstes Ostpreußen, durch welchen schikanöse Fahrten durch den sogenannten "Polnischen Korridor" vermieden wurden. Der Seedienst wurde anläßlich der Volksabstimmung 1920 eingerichtet und entwickelte sich zu einer leistungsfähigen Schiffahrtslinie.
Tilsit (58.500 Einwohner) ist Eisenbahnknotenpunkt und Binnenhafen. Eine leistungsfähige Holz- und Zellulose-Industrie sowie ausgeprägter Handel bestimmten den Wohlstand der Stadt, die nach der Abtrennung des Memellandes 1919 zur Grenzstadt geworden war.

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Messtischblätter

Messtischblätter » sind historische topographische Karten im Maßstab 1 : 25.000. Sie werden aus Kartenbeständen des ehemaligen Reichsamtes für Landesaufnahme nachgedruckt und vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) vertrieben. Für Ostpreußen existieren insgesamt 474 Einzelkarten.

Die Messtischblätter im Format 21,0 cm x 29,7 cm eignen sich besonders für die kleinräumige Suche, da sie beispielsweise die Straßen und Wege sowie oftmals auch einzelne Gebäude abbilden.

Vertrieb Karten-Shop des Bundesamtes für Kartograhie und Geodäsie

Geocenter Touristik Medienservice GmbH

Schockenriedstraße 44

70565 Stuttgart

Tel.: 0711-78194610

Fax: 0711-7824375

E-Mail: vertrieb(at)geocenter(dot)de

 

schriften-info@bkg.bund.de                       

www.bkg.bund.deLink: Messtischblätter im Bildarchiv Ostpreußen

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Ostpreußische Mundarten

Die Mundarten Ost- und Westpreußens lassen sich in drei große Mundartgebiete aufteilen, die wiederum Binnendifferenzierungen aufweisen:

  1. Niederpreußisch: Westsamländisch, Ostsamländisch, Natangisch-Bartisch, die Mundart des Ostgebiets, die Mundart des Kürzungsgebiets, Westkäslausch und Ostkäslausch

  2. Hochpreußisch: Breslausch und Oberländisch 

  3. Oberdeutsch: Schwäbisch

  4. Ostpommersch: Koschneiderisch (Mundart des Kulmerlands)

Um sich entsprechende Hörbeispiele anzuhören, folgen Sie bitte diesem Link:

www.ostpreussen.de/lo/mediathek/audiosammlung

Weitere Hörbeispiele finden Sie unter dem Link:

www.ostdeutsches-forum.net/landeskunde/kultur/Sprache/Mundarten.html




 

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